Abo
  • Services:
Anzeige
Der CDU-Abgeordnete Jens Koeppen wirbt für die Pläne der Koalition.
Der CDU-Abgeordnete Jens Koeppen wirbt für die Pläne der Koalition. (Bild: bundestag.de/Screenshot: Golem.de)

Smart Meter: Bundestag verordnet allen Haushalten moderne Stromzähler

Der CDU-Abgeordnete Jens Koeppen wirbt für die Pläne der Koalition.
Der CDU-Abgeordnete Jens Koeppen wirbt für die Pläne der Koalition. (Bild: bundestag.de/Screenshot: Golem.de)

Die Proteste der Verbraucherschützer haben nichts genützt. Vielen Kleinverbrauchern droht nach einem Beschluss des Bundestags die "Zwangsbeglückung" mit vernetzten Stromzählern.

Der Bundestag hat das umstrittene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verabschiedet. Mit den Stimmen von Union und SPD gegen die Stimmen der Opposition beschloss das Parlament am Donnerstag in Berlin, dass spätestens bis zum Jahr 2032 sämtliche mechanischen Ferrariszähler bei den Stromkunden durch elektronische Zähler ersetzt werden sollen. Zudem werden Millionen Verbraucherhaushalte und Stromerzeuger mit vernetzten Stromzählern, sogenannten intelligenten Messsystemen, ausgestattet. Während Verbraucherschützer von einer "Zwangsdigitalisierung" sprechen, verweist die Koalition auf die Preisobergrenzen für die Geräte, die je nach Verbrauch aber bis zu 100 Euro jährlich betragen können.

Anzeige

Die große Koalition setzt damit eine EU-Richtlinie zur Energieeffizienz um. Demnach sind "mindestens 80 Prozent der Verbraucher bis 2020 mit intelligenten Verbrauchserfassungssystemen auszustatten, wenn die Einführung intelligenter Zähler als kostenwirksam angesehen wird". Auf Basis einer umfangreichen Kosten-Nutzen-Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young aus dem Jahr 2013 ist die Bundesregierung davon ausgegangen, dass die vernetzten Stromzähler für die meisten Verbraucher nicht kostenwirksam sind und daher das Ausbauziel von 80 Prozent nicht erfüllt werden muss.

"Es war ein schwieriges Unterfangen, etwas Vernünftiges dabei herauszuholen", sagte der CDU-Politiker Jens Koeppen in der abschließenden Debatte. Das sei ein generelles Problem bei der Digitalisierung. Die Politik müsse aber die Voraussetzungen schaffen, um digitale Angebote zu ermöglichen, sagte Koeppen und fügte hinzu: "Wir dürfen aber auch mit dem Datenschutz nicht uns selbst immer auf der Bremse stehen." Dann bleibe man stets zweiter Sieger bei der Digitalisierung.

Kleine Verbraucher können nicht widersprechen

Die nun beschlossene Regelung würde sogar eine Ausstattung von 100 Prozent zulassen, da nach dem Willen der Messstellenbetreiber selbst kleinste Haushalte mit einem Verbrauch von weniger als 2.000 Kilowattstunden im Jahr ein intelligentes Messsystem erhalten können. Die Haushalte können dem Einbau nicht widersprechen. Kein Wunder, dass die Verbraucherschützer weiter unzufrieden mit der Regelung sind.

"Die Verbraucher haben keine Veto-Möglichkeit beim Einbau von Smart Metern. Das Gesetz kommt also einer Zwangsdigitalisierung von Millionen von Haushalten in Deutschland gleich", sagte der Energieexperte Thomas Engelke von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf Anfrage von Golem.de. Ob die Kosten für Einbau und Betrieb der Smart Meter durch geringere Stromverbrauchskosten kompensiert werden könnten, sei fraglich. Dadurch werde die Akzeptanz der Energiewende nicht gefördert.

Stromverbrauch (kWh)jährliche Maximalkosten (brutto)Einbauzeitraum
> 100.000angemessenes Entgelt2017 - 2032
50.000 - 100.000200 Euro2017 - 2025
20.000 - 50.000170 Euro2017 - 2025
10.000 - 20.000130 Euro2017 - 2025
6.000 - 10.000100 Euro2020 - 2028
4.000 - 6.00060 Euroab 2020 (optional)
3.000 - 4.00040 Euroab 2020 (optional)
2.000 - 3.00030 Euroab 2020 (optional)
< 2.00023 Euroab 2020 (optional)
Preise und Einbaufristen für intelligente Messsysteme (Verbraucher)

Linke und Grüne im Bundestag begrüßten die Digitalisierung der Energiewende grundsätzlich. Der Einsatz intelligenter Zähler und Netze "ist besonders wichtig für unseren Energiemarkt der Zukunft mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien", heißt es in einem Entschließungsantrag für den Wirtschaftsausschuss, der jedoch von der Koalition abgelehnt wurde. Für große Stromkunden sei ein flächendeckender Rollout von Smart Metern folglich überfällig. "Während sich in Deutschlands Kellern noch Uraltzähler drehen, sind in fast allen EU-Staaten bereits Regeln zur Einführung intelligenter Messsysteme erlassen und digitale Messsysteme eingebaut", sagte der Vizefraktionschef der Grünen, Oliver Krischer, auf Anfrage von Golem.de.

Strenge Vorgaben zur IT-Sicherheit 

eye home zur Startseite
SDaniel 14. Sep 2016

Smart Meter sind die neuen digitalen Stromzähler. Bis zum Jahr 2020 sollen alle Gebäude...

SDaniel 09. Sep 2016

Der verpflichtende Einbau der digitalen Stromzähler ist ärgerlich und zudem mit...

MabuseXX 29. Jun 2016

Wenn wir uns alle weigern....alle Bürger Deutschlands, dann könnten wir was erreichen...

Der Held vom... 28. Jun 2016

Bereits jetzt reden wir von einem gewaltigen Hallenkomplex mit viel zusätzlichem...

Lala Satalin... 28. Jun 2016

Ich brauche nur niemanden rein lassen.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bundesdruckerei GmbH, Berlin
  2. Winkelmann Group GmbH + Co. KG, Ahlen
  3. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg
  4. Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH, Leipzig


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Core i5-7600K + Asus GTX 1060 Dual OC)
  2. (täglich neue Deals)

Folgen Sie uns
       


  1. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  2. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  3. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  4. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  5. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  6. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern

  7. CPU-Architektur

    RISC-V-Patches für Linux erstmals eingereicht

  8. FSP Hydro PTM+

    Wassergekühltes PC-Netzteil liefert 1.400 Watt

  9. Matebook X und E im Hands on

    Huawei kann auch Notebooks

  10. Celsius-Workstations

    Fujitsu bringt sichere Notebooks und kabellose Desktops



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

  1. Re: Unix, das Betriebssystem von Entwicklern, für...

    ML82 | 07:06

  2. Re: Marketing scheint bei Unity ein besonders...

    Hakuro | 06:57

  3. Re: Warum überhaupt VLC nutzen

    ML82 | 06:55

  4. Der W 570 ist leider nicht so kabellos wie der...

    MarioWario | 06:44

  5. Re: Akito Thunder 2 + Macbook

    Dan Koes | 05:56


  1. 18:58

  2. 18:20

  3. 17:59

  4. 17:44

  5. 17:20

  6. 16:59

  7. 16:30

  8. 15:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel