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Smart Meter: BSI zertifiziert erstes intelligentes Strommesssystem

Mit erheblicher Verzögerung kann die Vernetzung von Stromzählern in Deutschland starten. Für einen verpflichtenden Rollout der Geräte fehlt aber immer noch eine wichtige Voraussetzung.

Artikel veröffentlicht am ,
Das erste zertifizierte Smart Meter Gateway von PPC (links unten) wird von Eon genutzt.
Das erste zertifizierte Smart Meter Gateway von PPC (links unten) wird von Eon genutzt. (Bild: ppc-ag)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat erstmals ein sogenanntes Smart Meter Gateway zertifiziert. Mit Hilfe eines solchen Kommunikationsmoduls können Stromnetzbetreiber künftig die Verbräuche von Kunden schneller erfassen und Stromerzeuger oder -verbraucher beim Kunden direkt ein- und ausschalten. Der verpflichtende Einbau der Geräte bei den Kunden kann aber erst dann starten, "wenn mindestens drei voneinander unabhängige Unternehmen intelligente Messsysteme am Markt anbieten, die erfolgreich das Zertifizierungsverfahren durchlaufen haben und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen", teilte das BSI am 20. Dezember 2018 mit.

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Das zertifizierte Gerät wurde von der Mannheimer Power Plus Communications AG (PPC) gemeinsam mit der Openlimit Signcubes AG aus dem schweizerischen Baar entwickelt. Im Zertifizierungsverfahren seien neben dem Nachweis der Einhaltung der Sicherheitsvorgaben die Herstellungs- und Entwicklungsprozesse des Herstellers sowie die Auslieferungswege der Geräte betrachtet und durch das BSI abschließend zertifiziert worden. "Mit der Zertifizierung des Smart Meter Gateways ist gleichzeitig auch das erste IT-Sicherheitskennzeichen vergeben worden", hieß es weiter.

Hohe Anforderungen an Geräte

Der Bundestag hatte im Juni 2016 das umstrittene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verabschiedet. Demnach müssen bis zum Jahr 2032 sämtliche mechanischen Ferrariszähler bei den Stromkunden durch elektronische Zähler ersetzt werden. Zudem werden Millionen Verbraucherhaushalte und Stromerzeuger mit vernetzten Stromzählern, sogenannten intelligenten Messsystemen, ausgestattet. Als Kommunikationsmodul dient dabei das Smart Meter Gateway (SMGW).

Stromverbrauch (kWh)jährliche Maximalkosten (brutto)Einbauzeitraum
> 100.000angemessenes Entgelt2017 - 2032
50.000 - 100.000200 Euro2017 - 2025
20.000 - 50.000170 Euro2017 - 2025
10.000 - 20.000130 Euro2017 - 2025
6.000 - 10.000100 Euro2020 - 2028
4.000 - 6.00060 Euroab 2020 (optional)
3.000 - 4.00040 Euroab 2020 (optional)
2.000 - 3.00030 Euroab 2020 (optional)
< 2.00023 Euroab 2020 (optional)
Preise und Einbaufristen für intelligente Messsysteme (Verbraucher)

Für diese Geräte hatte das BSI zuvor bereits hohe Anforderungen an Datenschutz und technische Sicherheit festgelegt, um beispielsweise Man-in-the-Middle-Angriffe bei der Datenübertragung zwischen Gateway und Messstellenbetreiber zu verhindern. So müssen die Gateways stets verschlüsselt über verschiedene Schnittstellen mit angeschlossenen Zählern, dem Kunden, dem Administrator und sogenannten externen Marktteilnehmern (EMT) wie Netzbetreibern kommunizieren.

Jahrelange Verzögerung

Die Anforderungen waren jedoch so hoch, dass die Hersteller die Gateways nicht liefern konnten. Dabei sah das Gesetz eigentlich vor, mit dem Einbau der intelligenten Messsysteme im Jahr 2017 zu beginnen. Lediglich Stromkunden mit einem Verbrauch von weniger als 10.000 Kilowattstunden im Jahr sollten erst von 2020 an einen vernetzten Stromzähler erhalten. Bei einem Verbrauch von weniger als 6.000 Kilowattstunden ist der Einbau optional, allerdings können selbst kleinste Haushalte damit ausgestattet werden, wenn der Messstellenbetreiber dies will.

Auf Wunsch von Kunden könnten nun bereits die ersten zertifizierten Geräte eingebaut werden, teilte das BSI weiter mit. Der Energiekonzern Eon soll ein solches System bereits bei einem Kunden eingebaut haben. Aktuell befänden sich acht weitere Hersteller im Zertifizierungsverfahren. Drei dazugehörige Sicherheitsmodule der Unternehmen NXP/T-Systems, STMicroelectronics und Gemalto seien bereits erfolgreich zertifiziert worden. Zusätzlich wurden die Umsetzung der Vorgaben für den sicheren Betrieb (Smart-Meter-Gateway-Administration) bei 31 Unternehmen zertifiziert sowie zehn Zertifizierungsdienstleister in der Smart-Metering-PKI erfolgreich registriert.

Kritik an neuen BSI-Vorschlägen

Kritik gab es zuletzt an Überlegungen des BSI, den Funktionsumfang der Geräte zu reduzieren. So sollen die Gateways auch dann eine Zertifizierung erhalten, wenn sie nur noch drei Tarifanwendungsfälle erfüllten. Der zeitvariable Tarif solle auf "optional" zurückgestuft werden, teilte der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) am 10. Dezember 2010 mit. "Das BSI will die erste Zertifizierung von Smart-Meter-Gateways um jeden Preis durchbringen und nimmt dafür teure digitale Blindgänger in Kauf, gegen die sich kein Kunde wehren kann. Würde dieser Plan Realität, könnten die ersten zertifizierten Geräte weniger leisten als ihre analogen Vorgänger. Es droht ein politisches und kommunikatives Desaster", warnte BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

Das BSI wies die Vorwürfe auf Anfrage von Golem.de zurück. "Der Vorschlag, mit einem stufenweisen Vorgehen den Rollout zu gestalten, soll sowohl den Herstellern als auch den Anwendern die notwendige Planungssicherheit und Flexibilität ermöglichen", sagte BSI-Sprecher Tim Griese. Es sei Aufgabe des BSI, "Möglichkeiten zu sondieren, welche einen beschleunigten Rollout ermöglichen können, und diese mit dem Markt zu konsolidieren".

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Anonymer Nutzer 25. Dez 2018

kommt von inter und legere und bedeutet zwischenlesen, also ein strommessystem zur...

Bramme 23. Dez 2018

Die Geräte, die sich im Zertifizierungsprozess befinden nutzen alle NICHT die...

robinx999 23. Dez 2018

Ich glaube hier geht es dann eher um Modelle, bei denen die Gefriertruhe ebenfalls...

robinx999 22. Dez 2018

Ab und an werden die Dinger auch früher getauscht. Auch wenn es eher selten der Fall ist...

__destruct() 22. Dez 2018

Die Zeit läuft. Die Voraussetzungen sind bestimmt schon da, aber umso mehr man auf...


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