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Smart Lock: Infineon stellt elektronisches Schloss ohne Batterie vor

Ein neuer Chip von Infineon wird per NFC über das Smartphone mit Strom versorgt – genug, um kleine Schlösser zu öffnen und zu schließen.
/ Tobias Költzsch , dpa
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Der neue Chip von Infineon soll in kleineren Schlössern zum Einsatz kommen. (Symbolbild) (Bild: Pixabay)
Der neue Chip von Infineon soll in kleineren Schlössern zum Einsatz kommen. (Symbolbild) Bild: Pixabay / Pixabay-Lizenz

Infineons neuer Chip NAC1080 ermöglicht es, digitale Schlösser ohne eigene Energieversorgung zu öffnen und zu schließen. Anstelle einer internen Energieversorgung liefert das Smartphone des Nutzers – das gleichzeitig auch der Schlüssel ist – die Energie zum Öffnen, wie der Chiphersteller mitteilt(öffnet im neuen Fenster) .

Sowohl der Daten- als auch der Energieaustausch laufen dabei über NFC – ein Verfahren, das beispielsweise bei Bezahlvorgängen per Smartphone zum Einsatz kommt. Die Datenübertragung ist dank eines integrierten AES128-Beschleunigers und eines Zufallsgenerators verschlüsselt.

Um das Schloss zu öffnen, muss das Smartphone wie bei anderen Smart Locks direkt an das mit dem Chip ausgestattete Schloss gehalten werden. Das Schloss bezieht dann über die verbaute NFC-Technik Energie durch sogenanntes Energy-Harvesting. Im Schnitt verschiedener Geräte sind um die 20 Milliwatt Übertragung möglich, wie es bei Infineon heißt, bei manchen Modellen auch deutlich mehr.

Anwendung bei kleineren Schlössern

Ein Kondensator sammelt die Energie; der Chip nutzt sie, um zu prüfen, ob der Nutzer berechtigt ist und um mit einem kleinen Motor das Schloss zu öffnen. Die Technik eignet sich Infineon zufolge vor allem für kleinere Schlösser an Büroschränken, Spinden, Paketboxen oder Briefkästen. Dabei soll die Dauer des Öffnungsprozesses bei etwa zwei Sekunden liegen – je nach verwendetem Smartphone und übertragener Energie.

Bei größeren, schwerer zu bewegenden Schlössern muss mehr Energie übertragen werden, was länger dauert. Daher ist bei Haus- oder Hoteltüren eine Anwendung eher als Notfalloption denkbar, wenn die eigene Energieversorgung des Schlosses ausfällt. Man müsse dann zwar etwas länger auf die Öffnung warten, heißt es von Infineon, zumindest den teuren Schlüsseldienst könne das aber ersparen. Erste Produkte mit dem Chip könnten im kommenden Jahr auf dem Markt kommen.


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