Smart Home: Verbraucherschützer fordern Recht auf "analoges Wohnen"

Vernetzte Haushaltsgeräte brauchen nach Ansicht der Verbraucherschützer höhere Standards bei IT-Sicherheit, Datenschutz und Produkthaftung. Seiner Digital-Analog-Schwäche bleibt der Verband dabei treu.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Vernetztes Thermostat von Nest
Vernetztes Thermostat von Nest (Bild: Nest)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert eine bessere rechtliche und technische Absicherung für Nutzer vernetzter Haushaltsprodukte. "Es braucht einheitliche technische Standards, damit Verbraucher nicht an einen Anbieter gebunden sind, und es muss sichergestellt werden, dass die Geräte sicher sind und Verbraucher rechtlich abgesichert", sagte VZBV-Vorstand Klaus Müller mit Blick auf das wachsende Angebot sogenannter Smart-Home-Anwendungen auf der diesjährigen Ifa. In einem 13-seitigen Hintergrundpapier konstatieren die Verbraucherschützer "dringenden Handlungsbedarf".

Inhalt:
  1. Smart Home: Verbraucherschützer fordern Recht auf "analoges Wohnen"
  2. Das Gegenteil von vernetzt ist nicht analog

Demnach finden sich derzeit "am Markt überzogene Versprechungen, die in der Realität nicht umsetzbar sind oder auch intransparente Bündelangebote". Teilweise seien die Preise für den versprochenen Zusatznutzen deutlich zu hoch. Zudem stellten sich "neue Herausforderungen für Haftung, Gewährleistung, Kompatibilität, IT-Sicherheit, Datensicherheit und Datenschutz".

Haftungslücken bei lernenden Systemen

Dabei zeichnen die Verbraucherschützer das Bild eines hochkomplexen "smarten" Zuhauses, bei dem die Nutzer irgendwann nicht mehr mit Sicherheit sagen könnten, "ob die vom digitalen Produkt erzeugten Informationen vom Nutzer des Systems oder von Dritten stammen oder vom Produkt selbst kreiert wurden". Dies könne zu Problemen führen, wenn der Kühlschrank eigenständig im Supermarkt bestelle.

So könne es zu Haftungslücken kommen, wenn ein erlerntes Verhalten der Software nicht vorhersehbar gewesen sei. "Vertragsrechtliche Gewährleistungsansprüche sind davon abhängig, dass das Erlernen im konkreten Fall als Mangel anerkannt wird. Auch müssen Verbraucher nachweisen, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufes bestand und dass er nicht erst nachträglich etwa durch das Zusammenspiel mit weiteren IT-Komponenten entstanden ist", heißt es in dem Papier.

Update für die gesamte Lebensdauer

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Dass solche Schäden heutzutage schon passieren können, zeigt das Beispiel des Gardena Smart Garden Systems. Durch einen Serverabsturz konnten selbst die lokal gespeicherten Bewässerungspläne gelöscht werden, so dass während des Urlaubs die Pflanzen in Wohnung oder Garten vertrocknen konnten. Gardena verwies auf Anfrage von Golem.de auf die "üblichen gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Garantie, Gewährleistung und Produkthaftung". Sollte es Anwender geben, die einen entsprechenden Schaden erlitten hätten und geltend machen wollten, sollten sich diese an das Unternehmen wenden, um den Einzelfall klären zu können.

Der VZBV kritisiert zudem, dass wegen unterschiedlicher Standards, Schnittstellen und Prozesse eine Interoperabilität zwischen den Geräten nicht immer gewährleistet ist. Aktuell müssten sich Verbraucher vor dem Kauf selbst aufwendig über kompatible Produkte informieren und Zukunftsvertrauen mitbringen, dass sich "ihr" System am Markt durchsetze oder mit neuen Systemen kompatibel sei. Aus Sicherheitsgründen sei es erforderlich, "dass Anbieter von Smart Devices verpflichtet sein müssen, für die gesamte Lebensdauer des Produktes zumindest sicherheitsrelevante Updates ohne weitere Zusatzkosten zur Verfügung zu stellen". Sonst bestehe die Gefahr, dass die Nutzungsdauer langlebiger Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke dadurch begrenzt werden könnte.

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Das Gegenteil von vernetzt ist nicht analog 
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superdachs 07. Sep 2017

Wenn wir aber irgendwann alle Elektroauto fahren wollen und nur noch grünen Strom...

cyberdynesystems 07. Sep 2017

Fernab des ganzen hippen Smart-Krempels der über Apps nur halbherzig funktioniert und...

Neuro-Chef 07. Sep 2017

..sonst bringst du noch wen auf dumme Ideen! Am Ende dürfen wir zukünftig alle drei Jahre...

Neuro-Chef 07. Sep 2017

War auch viel flacher gemeint: Selbst unvernetzte Rauchmelder dürften Elektronik drin...



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