Smart-Home-Kameras: Wyze-Nutzer sehen nach Ausfall Bilder fremder Wohnräume

Erst gingen die Kameras ganz vom Netz, dann erhielten Nutzer der Wyze-App Einblicke in fremde Wohnungen. Betroffene zeigen sich besorgt.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Wyze-Nutzer erhalten Einblicke in fremde Häuser.
Wyze-Nutzer erhalten Einblicke in fremde Häuser. (Bild: pexels.com / Vilnis Husko)

Wyze, ein von ehemaligen Amazon-Mitarbeitern gegründeter Anbieter von Smart-Home-Kameras, hatte am Freitag mit Ausfällen zu kämpfen, die dazu führten, dass die Kameras des Herstellers offline gingen und eine Anmeldung nicht mehr möglich war. Im Nachhinein häufen sich Beschwerden von Nutzern, die innerhalb der Wyze-App sowie über Push-Notifications Einblicke in Wohnräume fremder Personen erhalten.

"Nach einem AWS-Ausfall heute Morgen wurden unsere Server überlastet und einige Benutzerdaten wurden beschädigt", schreibt das Unternehmen in seinem Forum. Die Kameras seien langsam wieder für die Live-Ansicht online. Anwendern, die noch immer Verbindungsprobleme haben, wird empfohlen, ihre Kameras neu zu starten.

Nun habe der Hersteller jedoch den Zugriff auf den Events-Tab eingeschränkt, während ein mögliches Sicherheitsproblem untersucht werde. Einige Anwender hätten dort Miniaturansichten von Kameraaufnahmen sehen können, "die nicht ihre eigenen waren". Ein Zugriff auf Livestreams oder Videos sei dabei jedoch nicht möglich gewesen, behauptet das Unternehmen.

Einblicke in fremde Häuser

Entsprechende Nutzerberichte sind sowohl im Wyze-Forum als auch auf Reddit zu finden. "Ich habe gerade eine Benachrichtigung für einen Bewegungsalarm von einer Kamera erhalten, die ich nicht besitze", schreibt ein Anwender. "Das scheint eine große Sicherheitslücke zu sein, und ich mache mir Sorgen, dass einige meiner Kamerabenachrichtigungen an andere Wyze-Nutzer gesendet werden."

Wyze behauptet, bisher 14 Berichte dieser Art erhalten zu haben. Das Unternehmen sei derzeit dabei, alle betroffenen Benutzer zu identifizieren und diese so schnell wie möglich zu benachrichtigen. Aus Sicherheitsgründen werde Wyze "alle Benutzer, die die Wyze-App heute benutzt haben, zwangsweise ausloggen, um die Token zurückzusetzen".

Das Problem scheint allerdings nicht ausschließlich auf den Events-Tab innerhalb der Wyze-Anwendung beschränkt zu sein. Auf Reddit hat ein Nutzer einen Screenshot geteilt, in dem eine Push-Benachrichtigung von der Wyze-App zu sehen ist – mit einem Bild aus einer fremden Wohnung. "Ich habe gerade eine Bewegungserkennungsmeldung mit einem Bild für ein fremdes Haus erhalten, das nicht meins ist", warnt er.

Einen ähnlichen Vorfall gab es erst Ende letzten Jahres bei dem Hersteller Ubiquiti. Einige Anwender konnten damals auf Geräte und Benachrichtigungen fremder Ubiquiti-Nutzer zugreifen, inklusive Bildmaterial vernetzter Sicherheitskameras.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Brantner, Notz, Hartmann und Lindholz
Warum Huawei Schuld an Cisco Webex und Taurus haben muss

Ein deutscher General scheint mit der sicheren Nutzung von Cisco Webex überfordert. Für deutsche Politiker ist die Lösung ein Verbot chinesischer 5G-Technologie. Wie bitte?
Ein IMHO von Achim Sawall

Brantner, Notz, Hartmann und Lindholz: Warum Huawei Schuld an Cisco Webex und Taurus haben muss
Artikel
  1. Ukrainekrieg: Drohnen als Repeater werden von Mutterschiffen ausgesetzt
    Ukrainekrieg
    Drohnen als Repeater werden von Mutterschiffen ausgesetzt

    Das ukrainische Militär hat einen Weg gefunden, die Reichweite seiner Kamikaze-Drohnen zu verdoppeln.

  2. E-Bikes und E-Scooter: Debatte nach tödlichen Akkubränden in Großbritannien
    E-Bikes und E-Scooter
    Debatte nach tödlichen Akkubränden in Großbritannien

    Elf Menschen sind im vergangenen Jahr in Großbritannien durch brennende Akkus von E-Bikes und E-Scootern gestorben. Nun werden Konsequenzen gefordert.

  3. Frankreich: Russische Onlinekampagne soll Bettwanzenproblem aufbauschen
    Frankreich
    Russische Onlinekampagne soll Bettwanzenproblem aufbauschen

    Gibt es in Frankreich wirklich eine weit verbreitete Bettwanzenplage? Der Regierung zufolge hat Russland das Problem "künstlich verstärkt".

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • MindStar: PowerColor Hellhound RX 7900 XTX 889€, Corsair 64 GB DDR5-6000 179€ • MediaMarkt: Wochenendknaller und Android Weeks • Amazon: Notebooks im Angebot • DENON AVR-X2800H + Home 150 599€ • PS5 Slim mit Laufwerk 449€ • Corsair MM200 Extended 19,99€ • TCL 50" QLED 369€ [Werbung]
    •  /