Smart Home: Ikeas neue Matter-Geräte kämpfen mit Verbindungsproblemen

Kurz nach dem großangelegten Start der neuen Matter-Generation im Januar 2025 zieht in die Smart-Home-Welt von Ikea keine Ruhe ein. Mit Komponenten wie dem Bilresa-Button oder den Kajplats-Leuchtmitteln wollte der Möbel-Konzern den herstellerübergreifenden Standard allgemein verfügbar machen. Doch die Bilanz im Praxiseinsatz ist gemischt: Während die Hardware bei einem Großteil der Nutzerschaft wie vorgesehen funktioniert, berichten signifikante Teile der Community von massiven Kopplungsproblemen.
In Foren wie dem Tradfri-Subreddit(öffnet im neuen Fenster) dokumentieren Anwender teils frustrierende Setups. Ein Nutzer schilderte etwa, dass von 60 installierten Bilresa-Buttons lediglich 31 eine stabile Verbindung aufbauen konnten – eine Erfolgsquote von kaum mehr als 50 Prozent. Auch Fachmedien wie The Verge(öffnet im neuen Fenster) berichten, dass im Langzeittest viele Sensoren erst nach zahlreichen Resets oder gar nicht reagierten.
Google Home liefert verspäteten Support
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist außerdem die mangelnde Unterstützung durch die großen Ökosysteme. Besonders Google-Home-Nutzer standen vor dem Problem, dass Matter-Schalter wie der Bilresa-Button nicht als Auslöser erkannt wurden. Erst mit dem Update auf Version 4.8 am 2. Februar 2026 hat Google die native Unterstützung für Matter-Buttons nachgereicht. Erste Praxistests mit der neuen Version deuten jedoch darauf hin, dass die Implementierung noch instabil ist und Befehle oft verzögert oder gar nicht ausgeführt werden.
Die Probleme scheinen dabei systemischer Natur zu sein. Die Thread-Infrastruktur, die ohne zentrale Ikea-Bridge auskommen soll, leidet herstellerübergreifend unter mangelnder Interoperabilität zwischen verschiedenen Border Routern, etwa von Apple, Amazon oder Google.
Ikea räumt Untersuchung ein
Ikea selbst hält an seiner Strategie fest. David Granath, Range Manager bei Ikea, betonte im Gespräch mit The Verge, dass die Produkte "für die meisten Kunden nahtlos funktionieren" . Dennoch räumte er ein, dass man sich der Verbindungsprobleme in bestimmten Umgebungen bewusst sei. Ein spezielles Team arbeite zusammen mit der Connectivity Standards Alliance (CSA) an einer tieferen Fehleranalyse.
Für Kunden bleibt die Situation im Februar 2026 also zwiespältig: Auf der einen Seite ist die Hardware preislich unschlagbar, doch auf der anderen Seite scheint die Vision von Plug-and-Play durch Matter momentan noch zu oft an der Software-Reife der beteiligten Plattformen zu scheitern.



