Smart Home: Amazon verbannt Nest-Geräte aus dem Onlineshop

Der Streit zwischen Amazon und Alphabet geht in die nächste Runde: Der Onlinehändler will die Smart-Home-Produkte des zu Google gehörenden Unternehmens Nest Labs nicht mehr verkaufen. Das hat Amazon in einer Telefonkonferenz Nest-Mitarbeitern mitgeteilt.
Die Telefonkonferenz habe bereits Ende vergangenen Jahres stattgefunden, berichtet das Onlineportal für Wirtschaftsnachrichten Business Insider(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen Insider. Danach werde der Onlinehändler die aktuellen Versionen des intelligenten Thermostats sowie des Sicherheitssystems Nest Secure Home aus dem Sortiment entfernen. Nest reagierte auf Amazons Entscheidung: Das Unternehmen wolle keine Produkte mehr über Amazon verkaufen, sagte eine Quelle dem Business Insider.

An der Telefonkonferenz hatten Nest-Mitarbeiter sowie Mitglieder aus Amazons Verkaufsteam teilgenommen. Die Amazon-Mitarbeiter machten keine Angaben, von wem oder warum diese Entscheidung getroffen wurde. An der Qualität kann es nicht gelegen haben, da die Nest-Produkte bei Amazon sehr gut bewertet werden. Nest-Mitarbeiter sagten später, ihr Eindruck sei, dass diese Initiative von der Amazon-Leitung, also letztlich von Jeff Bezos, gekommen sei.
Alphabet und Amazon sind Konkurrenten in verschiedenen Bereichen. So bieten beide Smart-Home-Produkte an. Aber auch im Bereich Video sind sie Rivalen. Amazon etwa bietet Google-Produkte wie Chromecast und smarte Lautsprecher mit Google Assistant nicht an. Google wiederum kündigte Ende vorigen Jahres an, den Zugriff auf die eigene Videoplattform Youtube für Amazons Fire-TV-Geräte zu sperren .
Nest entwickelt intelligenten Heizungsthermostat
Nest Labs wurde vor einigen Jahren von Tony Fadell, dem ehemaligen Manager von Apples iPod-Abteilung, gegründet, um Smart-Home-Geräte zu entwickeln . Darunter ist etwa ein vernetzter Rauchmelder . Das bekannteste Produkt ist ein intelligenter Heizungsthermostat.
2014 kaufte Google das Unternehmen. Die Nest-Geräte wurden bisher unter eigenem Namen weiterentwickelt und vertrieben. Das könnte sich ändern: Google hat im Februar angekündigt , das Hardware-Entwicklungsteam von Nest mit seinem eigenen zusammenzulegen.



