Smart Guns: US-Polizei testet Onlineüberwachung von Dienstwaffen
Das bisher nur aus 10 Menschen bestehende Unternehmen Yardarm stattet derzeit zwei Polizeireviere in Kalifornien und Texas mit einem kleinen Sensor aus, der an Dienstwaffen montiert wird, wie Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Damit lassen sich zahlreiche Aktionen mit den Pistolen überwachen und an die Dienststellen übertragen.
Natürlich gehört dazu vor allem das Abfeuern eines Schusses, was mit genauen Ortsdaten und Zeiten erfasst wird. Dabei mag man spontan an eine Entlastung für die Beamten denken, vor allem, weil die Diskussion über die im August 2014 durch Polizisten abgegebenen, tödlichen Schüsse(öffnet im neuen Fenster) auf den unbewaffneten Michael Brown in den USA nicht abreißt. Tatsächlich ist das eines der Ziele von Yardarm, die Möglichkeiten sollen aber noch viel weiter gehen.
Eine Dienststelle soll, so die Beschreibung der Technik(öffnet im neuen Fenster) auf der Webseite des Unternehmens, in Echtzeit auch die Richtung von Schüssen als "taktische Informationen" erhalten. Etwas weniger neutral formuliert: Das Gerät soll für effektivere Feuergefechte sorgen.
Der Hauptzweck des Yardarm-Sensors ist aber die Überwachung dessen, was mit einer Dienstwaffe geschieht. Dazu zählt auch das Ziehen oder Einstecken einer Pistole in ein Holster, was beispielsweise belegen könnte, wie viel Zeit zwischen dem Ziehen der Waffe und einem Schuss vergangen ist. Auch diese Daten können in Echtzeit übertragen werden, dazu ist der Sensor per Bluetooth mit dem Diensthandy des Polizisten verbunden.
Yardarm will für die Erfassung und Übermittlung der Daten einen eigenen Clouddienst verwenden, wie dieser gesichert ist, verrät das Unternehmen bisher nicht. Verschlüsselung soll aber eingesetzt werden. Als Clients für die Abfrage der Informationen können auch Smartphones und Tablets dienen. Die Preise für die Geräte und die Bereitstellung des Clouddienstes sind nicht bekannt.
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