Smart Grid: C/sells liefert Lösungen für zukünftiges Stromnetz

Mit mehr Windkraft und Solaranlagen wird das Stromnetz immer kleinteiliger. Damit sich die Last trotzdem gut steuern lässt, braucht es eine gute Software.

Artikel von Friedrich List veröffentlicht am
Solarpanele in der Nähe von München
Solarpanele in der Nähe von München (Bild: Christof Stache/AFP via Getty Images)

Großkraftwerke ade? In Zukunft werden nicht nur einige große Erzeuger Strom liefern, sondern auch viele kleine, wie Solaranlagen, Windkraftwerke, Ladestationen und Energiespeicher. Zudem werden viele kleine Verbraucher auch Erzeuger sein. Weil regenerative Energiequellen dabei eine große Rolle spielen und die eher dezentral arbeiten, sollte schon jetzt überlegt werden, wie ein dezentralisiertes Stromnetz regional und lokal so gesteuert werden könnte, dass möglichst wenig Engpässe entstehen. Das Projekt C/sells hat das gemacht.

Konkret haben Forschungseinrichtungen, Energieerzeuger, Netzbetreiber und Stadtwerke aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, also jenen Bundesländern, die den größten Anteil an der Photovoltaikleistung in Deutschland erbringen, Musterlösungen für ein derartiges intelligentes Netz entwickelt. Die Software dafür stammte vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) in Kassel.

Wie der Name andeutet, geht es bei C/sells um Zellen. Sie bildeten bei dem Projekt die kleinste Organisationseinheit, wobei es drei unterschiedliche Arten von Zellen gab:

  • Verbraucher, also etwa Städte oder einzelne Quartiere, Straßenzüge, Flughäfen oder Industriegebiete
  • Netze, also Übertragungs- oder Verteilernetze für Strom
  • Erzeuger wie Solaranlagen, Biogasanlagen oder Windparks

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Unter den Zellen waren 35 Demonstrationszellen und 8 Partizipationszellen. Die Demonstrationszellen entwickelten und erprobten technische Lösungen. In den Partizipationszellen hatten Nutzer die Möglichkeit, an konkreten Projekten mitzuwirken.

Alle Zellen erzeugten, nutzten und verteilten Energie. "Jede Zelle kann sich selbst organisieren und eigene Lösungen entwickeln", sagte David Nestle, Leiter des C/sells-Teilprojekts am IEE, zu Golem.de. Die Zellen konnten untereinander handeln, etwa indem die einen Zellen Überschüsse oder freie Kapazitäten anboten, auf die andere Zellen zugreifen konnten.

Durch die digitale Technik kommunizierten die Zellen miteinander. So regulierte sich das Netz selbst und leitete den Strom dorthin, wo er gerade gebraucht wurde.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Die Steuerungssoftware heißt Energy Pilot

Die Energiemanagement-Software dafür heißt Energy Pilot und wurde am IEE entwickelt. Sie erlaubt die intelligente Steuerung von Energieanlagen einer Vielzahl verschiedener Anbieter und Abnehmer. Das Biomassezentrum Stausebach, eine C/sells-Zelle bei Marburg, diente als Vorlage und Testareal für die Entwicklung.

Durch viele dezentrale Erzeuger wird die Steuerbarkeit der Leistungsaufnahme für die Netzbetreiber wichtiger, als sie das in der Vergangenheit war. Auf der anderen Seite wollen Anlagenbetreiber ihre Ladestation oder ihre Wärmepumpe wirtschaftlich optimal nutzen. Der Energy Pilot bringt beides zusammen. Entwickelt wurde er in einer Simulationsumgebung. In ihrem Virtual Lab am IEE konnten die Forscher das Programm gründlich testen und auch Krisensituationen durchspielen. Erst danach lief das Programm im realen Betrieb.

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Praxistests mit Biomasse und Photovoltaik in Marburg und Leimen 
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wp (Golem.de) 12. Mai 2021

Ja, unser Autor heißt Friedrich List. wp (Golem.de)

MrAndersenson 12. Mai 2021

Dekadenz? ist ja wohl eher winwin. https://www.golem.de/news/erneuerbare-energien...

Auspuffanlage 11. Mai 2021

Nutz die DSGVO und stelle eine Anfrage :)

tovi 11. Mai 2021

Ist eine ähnliche Software. Tesla steuert damit in Australien seine verteilten Netze...



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