Smart Devices im Kinderzimmer: Warum Toy Story 5 ein schlimmer Horrorfilm ist
Inhalt
Spoiler-Hinweis: Um die ganze Problematik von Toy Story 5 darlegen zu können, müssen wir auch das Ende des Films beschreiben. Wer nichts über die Handlung erfahren will, sollte hier nicht weiterlesen. Alle anderen weisen wir im Text noch einmal drauf hin, bevor wir das Ende spoilern.
Während weltweit ein Social-Media-Verbot für Kinder diskutiert wird und es in manchen Ländern sogar bereits umgesetzt wurde, kämpfen die Spielzeuge von Toy Story im neuesten Pixar-Kinofilm gegen den negativen Einfluss von Smart Devices im Kinderzimmer.
Obwohl dieser Ansatz auf den ersten Blick am Puls der Zeit und vernünftig erscheint, ist die Message von Toy Story 5 als gegenwartsnahe Technologiekritik überhaupt nicht zu gebrauchen. Die Geschichte ist ein einziger Schlingerkurs.
Wer kein Smart Device hat, ist out
Mit blühendem Einfallsreichtum spielt die achtjährige Bonnie, das Kind im Mittelpunkt von Toy Story 5, liebend gerne mit ihren Puppen. Jedoch hat sie niemanden, der mit ihr spielt. Einerseits, weil sie zu schüchtern ist, etwa die Nachbarskinder anzusprechen. Andererseits, weil sich viele Gleichaltrige bereits längst nicht mehr für normale Spielsachen interessieren.
Wer kein Lilypad hat, ist out. Das niedlich designte Tablet, mit LED-Augen am oberen Rand, ist bei Kindern in Toy Story 5 der letzte Schrei. Es bietet Multiplayer-Spiele und Onlinechats. Sich darin digital zu vernetzen, gelingt einfacher als die Kontaktaufnahme mit anderen Kindern im echten Leben.
Und wenn sich die Kids doch mal im realen Leben treffen, tippen sie trotzdem bloß stumm auf ihren smarten Geräten vor sich hin. So weit kommt die Ausgangslage in Toy Story 5 vielen Eltern im Kino gewiss bekannt vor. Für die gar nicht smarten, trotzdem autark denkenden Spielzeugprotagonisten aus der Toy-Story-Welt ist das neu, denn ihr Kind Bonnie hat eigentlich immer noch gerne mit ihnen gespielt. Bis jetzt.

Die besorgten Eltern, denen die Einsamkeit ihrer Tochter nicht entgangen ist, schenken Bonnie endlich auch ein Lilypad, das geradezu hypnotisierend ihre ununterbrochene Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es ist grün und sieht aus wie ein platt gedrückter Frosch mit Touchscreen als Bauch.
Traditionelles Spielzeug liegt plötzlich in der Ecke. Die Bewohner des Kinderzimmers sind entsetzt und wollen diese Entwicklung nicht tatenlos hinnehmen. Immer wieder predigen sich die Spielsachen gegenseitig, und damit auch dem Publikum, wie wichtig doch echtes Spielen unter Einsatz der eigenen Fantasie für Kinder sei.


