Abo
  • Services:

Smart City: Schweizer Prime Tower gibt massenhaft Daten preis

Eine Webapplikation des Zürcher Prime Tower hat massive Sicherheitslücken. Sie gibt detaillierte Auskunft darüber, welche Parkplätze wann wie lange belegt werden. Auch Schranken können aus der Ferne gesteuert werden. Einbrecher dürfen sich eingeladen fühlen.

Artikel von Tim Philipp Schäfers veröffentlicht am
Der Prime-Tower in Zürich gibt viele Daten preis.
Der Prime-Tower in Zürich gibt viele Daten preis. (Bild: Roland ch/CC-BY-SA 3.0)

Die vernetzte Stadt gilt als Stadt der Zukunft: Sie soll Energie sparen und gleichzeitig einer Vielzahl von Bedürfnissen und Entwicklungen gerecht werden - eben eine Smart City sein. Einige Städte scheinen darum zu wetteifern, wer am schnellsten "smart" wird, darunter die Schweizer Stadt Zürich. Ihr Prime Tower ist nicht nur eines der teuersten Bauprojekte der Schweiz und zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Er ist ein sogenanntes Smart Building, also ein weitgehend vernetztes und intelligentes Gebäude. Genau das wird nun zur Gefahr, denn anders als in einem Entwurf der Stadt zum Thema Smart City vorgesehen, wird dem Punkt "Datenschutz und Sicherheit" offensichtlich nicht genug Wert beigemessen.

Inhalt:
  1. Smart City: Schweizer Prime Tower gibt massenhaft Daten preis
  2. Die Sicherheit ist noch schlechter als der Datenschutz

Jedem ist es möglich, über das Internet eine Webapplikation aufzurufen, die als Administration für die Parkdecks des Prime Tower dient. Über die Applikation lässt sich auf den Stellplatz genau ermitteln, wann und wie lange dieser belegt ist oder war - rückblickend über mehrere Monate.

  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)

Die Parkplätze gehören zum überwiegenden Teil Firmen, die meisten Stellplätze scheinen immer von den gleichen Fahrzeugen oder zumindest Personen genutzt zu werden, darauf deuten die Muster in Parkzeiten hin. Eventuell sind die Parkplätze sogar tatsächlich eindeutig zugewiesen. Von Golem.de angefertigte Stichproben aus den Parkdaten von mehreren Monaten ergaben, dass sich durch Daten der Vergangenheit recht genau ermitteln lässt, wann ein Parkplatz vermutlich verlassen und wieder belegt sein wird - Big Data im Kleinen.

Die Daten müssen noch bereinigt werden

Für eine Analyse der Daten ist es sinnvoll, diese zunächst von Ausreißern (beispielsweise Wochenendtagen) zu bereinigen und anschließend die Median-Werte zu bilden. Dadurch erhält man eine recht exakte Prognose, die bei uns bis auf 10 Minuten genau war. Das sind wertvolle Daten, die auch für Einbrecher interessant sein dürften.

Stellenmarkt
  1. Eurowings Aviation GmbH, Köln
  2. mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf

Durch die Erfassung und öffentliche Abrufbarkeit der Daten werden die Parkenden gläsern. Guter Datenschutz ist das gewiss nicht. Die Funktion zur Verwaltung und für das Anlegen von Reservierungen verschärft die Lage in dem Bereich noch, da bei den Reservierungen Namen hinterlegt werden. Somit ist es möglich, einen Parkplatz exakt zu zuordnen.

  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
  • Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
Screenshot der Prime-Tower Webbaplikation (Screenshot: Golem.de)
Die Sicherheit ist noch schlechter als der Datenschutz 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Tuxianer 27. Jan 2016

Es gibt mehr als einen Film und mehr als einen SF-Roman, in dem die Idee der Kontrolle...

ManMashine 23. Jan 2016

Präzise auf den Punkt gebracht. Sehr gut.

JTR 23. Jan 2016

Es geht hier darum, dass es immer dieselben Fahrer sind und damit für Diebe Rückschlüsse...

JTR 23. Jan 2016

Evt. ist das ein kleines KMU die nicht die teuersten Software Ingenieure hat und sonst...

lyom 23. Jan 2016

Dazu gehören drei Punkte: - Applikation über das Web steuerbar, programmiert wird nur das...


Folgen Sie uns
       


Nuraphone Kopfhörer- Test

Der Nuraphone bietet einen automatischen Hörtest, der den Frequenzgang des Kopfhörers je nach Nutzer unterschiedlich einstellt. Die Klangqualität des ungewöhnlichen Kopfhörers hat Golem.de im Test überzeugt.

Nuraphone Kopfhörer- Test Video aufrufen
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test: Tolles teures Teil - aber für wen?
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test
Tolles teures Teil - aber für wen?

Der Mac Mini ist ein gutes Gerät, wenngleich der Preis für die Einstiegsvariante von Apple arg hoch angesetzt wurde und mehr Speicher(platz) viel Geld kostet. Für 4K-Videoschnitt eignet sich der Mac Mini nur selten und generell fragen wir uns, wer ihn kaufen soll.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  2. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

Mars Insight: Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars
Mars Insight
Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars

Bei der Frage, wie es im Inneren des Mars aussieht, kann eine Raumsonde keine spektakuläre Landschaft gebrauchen. Eine möglichst langweilige Sandwüste wäre den beteiligten Wissenschaftlern am liebsten. Der Nasa-Livestream zeigte ab 20 Uhr MEZ, dass die Suche nach der perfekten Langeweile tatsächlich gelang.

  1. Astronomie Flüssiges Wasser auf dem Mars war Messfehler
  2. Mars Die Nasa gibt den Rover nicht auf
  3. Raumfahrt Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

    •  /