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Smart City: New Yorker sollen sich gegenseitig überwachen

Um Daten zur Verkehrsbelastung zu sammeln, sollen die Bürger künftig Gehwege und Straßen filmen. Wie bei vielen Smart-City-Plänen fehlt es aber an Transparenz.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Wendt/Zeit Online
Überwachungskamera am Ground Zero in New York
Überwachungskamera am Ground Zero in New York (Bild: Andrew Burton / Getty Images)

New York hat zu wenige Überwachungskameras. Nur 20 Prozent der Stadt könnten eingesehen werden, bemerkte das Mayor's Office of Data Analytics und kam auf eine Idee: Wie wäre es, wenn sich die New Yorker einfach selbst aufzeichnen? Überwachte und Überwacher in einem sozusagen. Eine Kooperation mit dem Unternehmen Placemeter soll das ermöglichen.

Inhalt:
  1. Smart City: New Yorker sollen sich gegenseitig überwachen
  2. Woran erkenne ich eine harmlose Überwachungskamera?

Wie die New Yorker mitmachen können, zeigt ein knallbuntes Video von Placemeter im Sim-City-Look. Die Bürger sollen einfach eine Kamera oder ihr altes Smartphone an ihrem Fenster zur Straße hin aufstellen und den Gehweg filmen. Dafür will Placemeter jeden New Yorker bezahlen, mit bis zu 50 Dollar im Monat.

Die App von Placemeter zählt dann Fußgänger und Autos, wie ein Video veranschaulicht. Daraus werden Rückschlüsse gezogen, wie frequentiert Stadtteile, Straßen und Läden sind. Eine Identifizierung einzelner Personen und Autokennzeichen soll nicht möglich sein.

Smart City heißt das Konzept, das Stadtverwalter und Kämmerer in aller Welt beschäftigt. Die kluge Stadt soll die städtische Infrastruktur mittels Informationstechnik verbessern, oder anders gesagt: Ressourcen sparen. In Städten ist neben Geld vor allem Platz eine wertvolle Ressource. Mit großen Datenmengen ließe sich die Auslastung städtischer Infrastruktur wie Schulen, Straßen und Metrolinien messen und verbessern. Der Begriff dafür ist Big Data. Dafür braucht es Sensoren und Kameras, die diese Daten sammeln.

Telekom pflanzt Sensoren in den Asphalt

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Architektenbüros überflügeln sich derzeit gegenseitig in ihren Visionen. Modellstädte könnten etwa in Südkorea (New Songdo City) und Saudi-Arabien (King Abdullah City) entstehen. In Südkorea ist die Modellstadt gerade in der zweiten Bauphase, in Saudi-Arabien existieren bislang nur Pläne. Demnach soll die neue Wüstenstadt vor allem Mekka entlasten, das jedes Jahr zum Haddsch von Millionen Muslimen besucht wird. Daten könnten hier dafür sorgen, die Verkehrsmittel optimal auf die Besucherströme einzustellen oder etwa eine Massenpanik zu verhindern.

Chicago könnte die erste Stadt sein, die großflächig mit Sensoren ausgestattet wird. Vor Kurzem haben dort Unternehmen wie Cisco und IBM in Zusammenarbeit mit der Stadt acht verschiedene Sensoren in Straßenlaternen eingesetzt. Die messen Licht, Lärm, Luftqualität und Wärme, erkennen aber auch die Bluetooth-Signale von Smartphones. Mit den Daten will die Stadt Chicago die Lebensqualität ihrer Bürger verbessern. Künftig soll es 300 dieser Sensorlaternen geben. Die Daten sollen auf einem öffentlichen Portal einsehbar sein. Bedenken von Datenschützern, die Abfrage von Bluetooth-Signalen verletze möglicherweise die Privatsphäre, konterte die Stadt Chicago mit dem Hinweis, man werde die Geräte-Adressen nicht speichern.

In Pisa schiebt die Deutsche Telekom in einem Pilotprojekt Sensoren unter die Teerdecke. Damit soll die Parkplatzsuche entfallen und laut Telekom bis zu 30 Prozent des Stau-Aufkommens verhindert werden. Ein ähnliches Projekt hat die Stadt London Anfang 2014 gestartet.

Woran erkenne ich eine harmlose Überwachungskamera? 
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Endwickler 23. Jul 2014

War der in Chicago oder New York?

plutoniumsulfat 23. Jul 2014

Naa, ich merk den Stromverbrauch schon deutlich

Endwickler 23. Jul 2014

Im Artikel, wie ich ihn lese, geht es eigentlich nicht um Überwachung, Stasi, IMM oder...

User_x 22. Jul 2014

gabs das nicht schon als Informeller Mitarbeiter??? also haben wir schon alles erlernt...

bad1080 22. Jul 2014

wenn die einfach solche daten speichern würden... "Bedenken von Datenschützern, die...


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