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"Diese Beschleunigung der Innovationszyklen ist eine ganz neue Herausforderung, die wir so noch gar nicht sehen, weil die Geschwindigkeit bisher einigermaßen handhabbar war", sagt Steffen Braun im Gespräch mit Golem.de. Er leitet den Bereich Urban Systems Engineering am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart. "Wir haben seit wenigen Jahren den Punkt überschritten, wo der technische Fortschritt den Planungshorizont einer Stadt unterschreitet, und das ist eine ganz spannende Aufgabe."

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Bei der Entwicklung spielt Technik eine wichtige Rolle - zumindest für den Moment, um Grundlagen für die Stadt von morgen zu schaffen. Dazu gehört auch der Aufbau einer Infrastruktur für die Vernetzung. Allerdings steht die Technik für Fraunhofer-Forscher Braun auch nicht im Vordergrund. "Für mich ist die Technik selbst kaum ein Thema mehr, sondern deren Passfähigkeit in den städtischen Kontext", sagt er. "Beispielsweise müssen bei heutigen Quartiersentwicklungen neben der technischen Planung und Umsetzung, die vielleicht drei bis zehn Jahre dauert, gleichzeitig für die digitalen Infrastrukturen als neue Grundausstattung die richtigen Anwendungen und Apps entwickeln."

Reutlingen bekommt einen Fitness-Tracker

Dabei setzen auch die Forscher des Fraunhofer IAO Technik ein: Sie haben die Innenstadt von Reutlingen - Smart City ist nicht nur ein Thema für die Metropolen - mit Sensoren ausgestattet. Die funktionieren zusammen wie ein "Fitness-Tracker für eine Stadt", der die unterschiedlichsten Parameter erfasst: Wie ist die Parksituation? Wie laut ist es, wie warm, wie viel Feinstaub ist bei welcher Verkehrslage in der Luft? Über Bluetooth-Scanning werden Bewegungsströme erfasst - anonymisiert wohlgemerkt.

Die Sensordaten werden in einer offenen Plattform zusammelaufen. Darauf sollen unterschiedliche Akteure einer Stadt zugreifen können. Sie sollen neue kommunale Dienstleistungen entwickeln und darüber anbieten. "Das ist eine Art von Inkubator, der nach neuen Lösungen sucht, wie die Stadt die großen Ziele der Nachhaltigkeit, Ressourcen-Effizienz oder Lebensqualität erreichen kann", erklärt Braun.

Die Bürger sollen mitgestalten

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Die nötigen Entscheidungen sollen aber nicht mehr, wie bisher, in den Büros der Stadtverwaltung getroffen werden. In der Smart City sollen die Bürger stärker als bisher miteinbezogen werden - und zwar von Anfang an. So sollen sie bei der Gestaltung etwa eines neuen Stadtteils mitmachen. In Hamburg halfen die Bürger beispielsweise in einem Projekt der Hafencity-Universität, neue Flüchtlingsunterkünfte zu planen - und erstaunten dabei die Behördenvertreter mit ihrem Einfallsreichtum.

"Smart City ist die Stadt, die es verstanden hat, das kreative Potenzial von allen zu nutzen oder sie zu stimulieren, sich als Mitgestalter zu verstehen, und sie hat die Themen, die mich und die nächste Generation betreffen, im Fokus", resümiert Fraunhofer-Forscher Braun. "Enkelgerecht ist ein schönes Stichwort. Die 'echte' Smart City ist enkelgerecht: In ihr steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern die Menschen, die Bürger, die dort leben in zehn, zwanzig, dreißig oder fünfzig Jahren."

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 Es wird voll in den Städten
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