Small Form Factor: Eine Odyssee durchs Universum der Mini-PCs

Auf der Suche nach mehr Beinfreiheit unterm Tisch entdeckte ich die Welt der Small-Form-Factor-PCs - eine Reise voller Hürden mit Happy End.

Ein Erfahrungsbericht von Frank Röttgers veröffentlicht am
Viel mehr passt in das Louqe Ghost S1 nicht mehr hinein.
Viel mehr passt in das Louqe Ghost S1 nicht mehr hinein. (Bild: Frank Roettgers)

Linnmon, der zarte, weiße, schwedische Schreibtisch, und Temjin, das wuchtige schwarze Silverstone-TJ07-Gehäuse aus gebürstetem Aluminium, passten eigentlich noch nie wirklich gut zusammen. In der Tat ließ diese toxische Kombination in dem kleinen, zum Arbeitsplatz umfunktionierten Bereich des Schlafzimmers kaum genug Raum, um dort auch noch so etwas wie Beine unterzubringen.

Das große Gehäuse kaufte ich mir damals, weil es für die Zukunft viel Platz für viel Hardware bieten sollte. Ein letzter ehrlicher Blick ins Innere verriet: Dieses Potenzial wurde nie genutzt. Die damals noch angedachte Wasserkühlung wurde nie realisiert und alles andere eher zurück- als ausgebaut. Jedes Teil, jedes Kabel, einfach alles, was nicht unbedingt notwendig war, wurde mit der Zeit entfernt. Der Grundsatz "Weniger ist mehr" wurde somit zur Prämisse und der Umstieg auf einen Small-Form-Factor-PC (SFF) ein logisch notwendiger Schritt.

Schon länger kreiste die Vorstellung von einem kompromisslos kompakten Rechner in meinem Kopf. Über einen Bericht zum DAN-Cases-A4-Gehäuse wurde ich aufmerksam auf das sogenannte Sandwich-Layout. Die einzelnen Komponenten werden dabei von zwei Seiten auf einer zentralen Plattform im Gehäuse verschraubt.

Die Grafikkarte befindet sich somit nicht direkt im PCIe-Slot des Mainboards, sondern wird mit Hilfe eines Riser-Kabels um 90 Grad gedreht auf der Rückseite des Mainboards verlegt. Durch diesen Aufbau werden die Luftströme sauber voneinander getrennt und sowohl die Grafikkarte als auch der CPU-Kühler können ihre Luft direkt von außerhalb des Gehäuses beziehen. Gleichzeitig werden bei diesem Layout die einzelnen Komponenten sehr kompakt zusammengesetzt, ohne dabei unnötig viel Raum ungenutzt zu lassen.

Ryzen 3000 für den nächsten Schritt

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Mit der Veröffentlichung des AMD Ryzen 9 3900X mit seinem traumhaften Preisleistungsverhältnis war für mich der Moment gekommen, meine Idee zu konkretisieren. Es entstand schließlich ein Projekt, bei dem diese leistungsstarke CPU in einem SFF-PC-Gehäuse mit Sandwich-Layout Platz finden sollte. Hoch effizient und gleichzeitig extrem kompakt. Genau das Richtige für Linnmon und meine Beine.

Der Begriff SFF-PC war mir damals noch nicht so geläufig, bis ich auf Reddit einen entsprechenden Subreddit fand. Neben Beiträgen über fertige Projekte und Rückfragen zu Konzepten lassen sich dort auch umfangreiche Tabellen finden, in denen alle Gehäuse aufgeführt werden, die laut Community den notwendigen Kriterien für einen SFF-PC entsprechen.

  • Mini-PCs sind eine Herausforderung für viele Bastler. (Bild: Frank Roettgers)
  • Die Temperaturen sind noch im Rahmen. (Bild: Frank Roettgers)
  • Auf dem Schreibtisch nimmt ein Mini-PC kaum Platz weg. (Bild: Frank Roettgers)
  • Das System wird etwa für Spiele genutzt. (Bild: Frank Roettgers)
Das System wird etwa für Spiele genutzt. (Bild: Frank Roettgers)

Neben Gehäusenamen und den üblichen Eckdaten wie Abmessungen und Gewicht finden sich dort auch viele bereits bekannte Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten zu einzelnen Komponenten. Ich fing an, in Literangaben zu denken, und musste mir einen ersten groben Rahmen abstecken, auf den ich mich konzentrieren konnte.

Ich orientierte mich an den Daten des mir schon bekannten DAN-A4-Gehäuses: Sandwich-Layout, Volumen kleiner als 10 Liter, genug Platz für aktuelle Grafikkarten und ein leistungsstarker CPU-Kühler.

Apple Mac Mini mit Apple M1 Chip (8 GB RAM, 256 GB SSD)

Liebe auf den ersten Blick

Nach einiger Suche fand ich es schließlich: das Louqe Ghost S1! Obwohl ich bis heute nicht weiß, ob ich den Namen richtig ausspreche, hatte ich mich, ohne es zu ahnen, direkt verliebt. An allen vergleichbaren, teilweise deutlich günstigeren Alternativen fand ich von nun an immer irgendwelche - mal mehr, mal weniger glaubwürdige - Kritikpunkte, bis ich mir schließlich die Entscheidung ausreichend zurechtgelegt hatte, dass nur noch das Ghost S1 infrage kam.

Die reduzierte Optik, die Modularität, die Details, kurzum: Das gesamte Konzept war für mich schlicht und einfach absolut perfekt. Zudem versprach der mit 66 mm große Abstand zwischen CPU und Seitenwand verhältnismäßig viel Raum für eine performante CPU-Kühlung.

Das modulare Konzept bietet zwar die Möglichkeit, das Gehäuse je nach Bedarf um zusätzlichen Platz zu erweitern, ich liebte es jedoch in seiner kleinsten Ausführung. Ohne Extramodul waren große Gehäuselüfter oder ein Radiator direkt vom Tisch. Und obwohl eine kompakte AIO auch ohne Extramodul gepasst hätte, hielt ich an meinem ursprünglichen Luftkühlungsansatz fest.

Auf Basis der 66 mm und der Leistung der CPU suchte ich nach geeigneten Kandidaten und reduzierte damit die Auswahl auf ganze zwei Optionen.

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Auf der Suche nach dem richtigen CPU-Kühler 
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DieTatsaechlich... 14. Feb 2022

Stand einmal vor derelben Frage. Habe mich dann bewusst gegen ein SFF entschieden, weil...

DieTatsaechlich... 14. Feb 2022

In solchen Längen nimmt man optische Kabel mit Kopplern als Brücken. Gibt es in...

mS4m 10. Feb 2022

Kein Problem, diese Informationen reiche ich doch sehr gerne schnell nach! :D...

mS4m 10. Feb 2022

Moin, vielleicht hilft dieser Link etwas weiter. :D imgurcom/a/sODyapg



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