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Slot-1-Karten: "Nintendo zwingt SR-Tronic in die Insolvenz"

Vorwürfe gegen Nintendo: Als Folge eines Rechtsstreits soll der japanische Konzern einen Händler von Slot-1-Karten in die Insolvenz getrieben haben. Die Firma will den Straftatbestand der Nötigung prüfen.

Artikel veröffentlicht am ,
R4-Karte
R4-Karte (Bild: Screenshot Golem.de)

Eine Million Euro muss das Dortmunder Unternehmen SR-Tronic laut einem Urteil vom 20. Juni 2012 an Nintendo zahlen. Grund: SR-Tronic hat mit sogenannten Slot-1-Karten (in der Szene auch R4-Karten genannt) gehandelt, was nach Überzeugung von Nintendo und der Münchner Richter strafbar war. Die Karten dienen dazu, die DRM-Systeme der Nintendo-DS-Serie zu umgehen. Sie ermöglichen es, Schwarzkopien aus dem Internet auf dem Handheld zu verwenden. SR-Tronic hat gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, der die Beschwerde angenommen hat und am 6. Februar 2013 über den Fall verhandeln soll.

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Jetzt meldet sich SR-Tronic auf seiner Webseite zu Wort. Angeblich habe Nintendo das Unternehmen durch den Versuch, die eine Million Euro einzutreiben, in die Insolvenz getrieben. "Nintendo betreibt die Zwangsvollstreckung in das Vermögen der SR-Tronic GmbH und zwingt diese dazu, Insolvenz anzumelden", so der Händler in einer Erklärung. "Auch werden die im Verfahren persönlich haftenden Geschäftsführer der SR-Tronic GmbH massiv unter Druck gesetzt, denn auch sie sollen in die Insolvenz gezwungen werden, um das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof zur Aussetzung zu bringen."

Nach Auffassung von SR-Tronic versucht Nintendo, eine für sich negative Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu verhindern. Grund: "Entscheidet der Bundesgerichtshof zugunsten von SR-Tronic, dürfte das gesamte Geschäftsmodell von Nintendo auf dem Spiel stehen, denn die Partnerunternehmen hätten über Jahrzehnte hinweg Lizenzzahlungen an Nintendo ohne Grund vorgenommen." Die Geschäftsführer der SR-Tronic lassen nach eigenen Angaben den Straftatbestand der Nötigung durch Nintendo prüfen.

Mit Hilfe der Slot-1-Karten ist es möglich, Homebrew-Software von Drittanbietern - also nicht von Nintendo - abzuspielen. Nach Darstellung von SR-Tronic gab es bereits vor dem Verkauf der Karten eine Szene, in der alternative Software entwickelt wurde, die es ermöglichte, ein Nintendo DS etwa als MP3-Player oder für Twitter und Facebook zu nutzen - Funktionen, die Nintendo damals selbst nicht angeboten hatte.

Die Slot-1-Karten werden auch dafür genutzt, Schwarzkopien von Nintendo-Spielen auf die Micro-SD-Karte des DS zu laden, um diese dann mit dem Handheld zu verwenden. "Insoweit konnte die Slot-1-Karte legal und illegal durch die Verbraucher genutzt werden, so wie es im Übrigen auch möglich ist, CD- und DVD-Brenner legal und illegal zu nutzen", so SR-Tronic im Sommer 2012. Nintendo hat sich zu den neuen Vorwürfen nicht geäußert.



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redwolf 10. Jan 2013

Du gehst also über eine willkürliche Statistik des Zweckes davon aus was illegal ist und...

MrBrown 10. Jan 2013

Ja genau, weil man den aufwändigen, nicht-kommerziellen PS3 Hack (der nebenbei auch die...

rommudoh 10. Jan 2013

Och, auf Flohmärkten werden die gerne mit 100 Spielen drauf verkauft...

nicosocha 10. Jan 2013

Ja find ich auch nicht gut, die Karte ist doch legal, was man damit macht ist wieder was...

Korny 10. Jan 2013

Na, aber das ist ja gerade die Frage, die aufgeworfen wurde.


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