Abo
  • IT-Karriere:

Sliding right into disaster: Lücke macht kurze RSA-Schlüssel angreifbar

Sicherheitsexperten ist es gelungen, über einen Seitenkanalangriff 1024-Bit RSA-Schlüssel auszulesen. Möglich wurde dies aufgrund einer Schwachstelle in der Bibliothek Libgcrypt, die auch von GnuPG verwendet wird. Die neue Version 1.7.8 soll das Problem beheben.

Artikel veröffentlicht am ,
Schwachstelle in dem in GnuPG enthaltenen Libgcrypt
Schwachstelle in dem in GnuPG enthaltenen Libgcrypt (Bild: GnuPG/CC-BY-SA 3.0)

Eine Gruppe namhafter Kryptografen um Daniel J. Bernstein hat eine kritische Lücke (CVE-2017-7526) entdeckt, die es erlaubt, 1024-Bit lange RSA-Schlüssel (und mit 13 Prozent Erfolgsrate sogar 2048-Bit-Schlüssel) per Seitenkanalattacke auszulesen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Angreifer bereits beliebigen Code auf dem System ausführen kann, auf dem der geheime Schlüssel liegt.

Stellenmarkt
  1. BwFuhrparkService GmbH, Troisdorf
  2. INSYS MICROELECTRONICS GmbH, Regensburg

Dieses Szenario ist besonders für virtualisierte Umgebungen relevant, in denen mehrere VMs parallel auf demselben System laufen. In diesem Fall ist es möglich, mit der Kontrolle über eine VM die in separaten VMs liegenden geheimen Schlüssel auszulesen.

Auf die Richtung kommt es an

Bei ihrer Recherche entdeckten die Forscher, dass die von Libgcrypt verwendete Left-to-Right Sliding Window-Methode deutlich mehr Informationen preisgibt als bisher angenommen. "Alle dachten immer, dass die Anzahl an geleakten Exponent Bits selbst dann nicht ausreicht, um einen vollständigen RSA-Schlüssel auszulesen, wenn alle Quadrierungen und Multiplikationen per Seitenkanalangriff beobachtet werden können", schreibt die Gruppe in einem kürzlich veröffentlichten Forschungspapier. Dies stimmt offenbar nicht immer.

Die Forscher hätten erstmals gezeigt, dass die Richtung der Codierung wichtig sei: "Quadrierungen und Multiplikationen in Left-to-Right Sliding Windows leaken erheblich mehr Informationen als Right-to-Left." Diese Informationen könnten genutzt werden, um letztendlich vollständige RSA-1024-Schlüssel aus einem Zielsystem auszulesen. Mit nur wenig Mehraufwand habe der Angriff sogar gegen 13 Prozent der getesteten 2048-Bit-Schlüssel funktioniert.

Entdeckt hat den Angriff eine Gruppe bekannter Kryptografen der Universitäten in Eindhoven, Illinois, Pennsylvania und Maryland, darunter Daniel J. Bernstein, Tanja Lange und Nadia Heninger.

Patch steht bereits zur Verfügung

Das Team um Libgcrypt hat bereits einen Patch bereitgestellt. Das neue Libgcrypt 1.7.8, das schon von Linux-Distributionen wie Ubuntu und Opensuse verteilt wird, soll für die Attacke nicht mehr verwundbar sein. Obwohl die Entdecker der Schwachstelle sogar einen eigenen Patch eingereicht hatten, der die Sliding Windows-Methode durch Fixed Windows ersetzt hätte, wurde dieser offenbar von den Entwicklern abgelehnt, wie Heise berichtet.

Demnach hatte der Patch-Vorschlag der Forschergruppe statt des bisherigen Sliding Windows ein Fixed Window für entsprechende Rechenoperationen verwendet. Die nun für Libgcrypt veröffentlichte Korrektur nutzt dagegen eine Schutzfunktion namens Exponent Blinding, welche die über den Seitenkanal geleakten Informationen unbrauchbar machen soll.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 44,53€ (Exklusiv!) @ ubi.com
  2. 25,00€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. MSI MPG Z390 Gaming Edge AC für 149,90€, MSI MPG Z390 Gaming Pro Carbon AC für 180,90€)
  4. (u. a. Sandisk Ultra 400 GB microSDXC für 56,90€, Verbatim Pinstripe 128-GB-USB-Stick für 10...

User_x 06. Jul 2017

Vollmond? Stress mit der Freundin? Mit Hormonen Vollgepackt und du weißt nicht wohin? Das...


Folgen Sie uns
       


Asus Zephyrus G GA502 - Test

Sparsamer Sprinter mit dunklem Display: das Zephyrus G GA502 im Test.

Asus Zephyrus G GA502 - Test Video aufrufen
Disintegration angespielt: Fast wie ein Master Chief mit Privatarmee
Disintegration angespielt
Fast wie ein Master Chief mit Privatarmee

Gamescom 2019 Ein dick gepanzerter Held auf dem Schwebegleiter plus bis zu vier Fußsoldaten, denen man Befehle erteilen kann: Das ist die Idee hinter Disintegration. Golem.de hat das Actionspiel ausprobiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Omen HP erweitert das Command Center um Spiele-Coaching
  2. Games Spielentwickler bangen weiter um Millionenförderung
  3. Gamescom Opening Night Hubschrauber, Historie plus Tag und Nacht für Anno 1800

OKR statt Mitarbeitergespräch: Wir müssen reden
OKR statt Mitarbeitergespräch
Wir müssen reden

Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eines der wichtigsten Instrumente für Führungskräfte, doch es ist gerade in der IT-Branche nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Aus dem Silicon Valley kommt eine andere Methode: OKR. Sie erfüllt die veränderten Anforderungen an Agilität und Veränderungsbereitschaft.
Von Markus Kammermeier

  1. Arbeit Hilfe für frustrierte ITler
  2. IT-Arbeitsmarkt Jobgarantie gibt es nie
  3. IT-Fachkräftemangel Freie sind gefragt

Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
Google Maps
Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
Von Sebastian Grüner

  1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
  2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
  3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

    •  /