Aber warum ein kostenpflichtiger Desktop?

Enterprise-Systeme für den Desktopeinsatz sind umstritten, es existieren im Wesentlichen zwei Lager: Die Verfechter der Idee betonen, dass ein Desktop mindestens so stabil sein müsse, wie Administratoren es von einem Server ebenfalls erwarten. Gegner erwidern, dass ein Desktop ganz andere Erwartungen zu erfüllen habe als ein Server. Schließlich werden Server regelmäßig bei ihrer Installation einer spezifischen Aufgabe zugeteilt und behalten diese für den Rest ihres Lebens bei.

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Desktops aber sind einem stärkeren Wandel unterworfen, was selbst Befürworter der Enterprise-Systeme für Desktops kaum in Abrede stellen. Anders als bei Servern wirkt sich aktuellere und mit mehr Funktionen versehene Software unmittelbar auf die Produktivität der Mitarbeiter aus, so dass die Bereitschaft zum Upgrade deutlich größer ist.

Hinzu kommt, dass Desktops in vielen Fällen keine fünf Jahre durchhalten, wie es fast immer von Servern erwartet wird. Neue Hardware ist meistens schneller, kommt aber mit weniger Energie aus als ihre Vorgänger. In einem Umfeld, das sich fast nur noch auf Desktops konzentriert, ist das ein wichtiges Argument für ein Rechnerupgrade.

Das Gleiche gilt für gängige Linux-Desktops: Neuere Versionen ticken meist deutlich schneller und stellen (von RAM und 3D-Grafikkarten abgesehen) meist wesentlich niedrigere Anforderungen an die Hardware.

Fazit

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SLED 12 hinterlässt im Test einen guten Gesamteindruck. Zwar sind die wenigsten Applikationen auf dem neuesten Stand, doch bietet SLED noch immer einen halbwegs aktuellen Desktop - am Tag des Tests war es jedenfalls so. Ob das so bleibt, muss Suse selbst festlegen: Ubuntu hat in den vergangenen Jahren erfahren, dass LTS zwar schön und gut ist, die meisten Nutzer auf ihrem Desktop aber kein Softwaremuseum wollen.

Aus diesem Grund sorgt Canonical mittlerweile recht regelmäßig dafür, dass Tools von zentraler Bedeutung für die Ubuntu-LTS-Versionen in neueren Releases zur Verfügung stehen. Das beste Beispiel ist der Linux-Kernel, den Ubuntu in schöner Regelmäßigkeit aktualisiert. Für den gibt es dann zwar keine fünf Jahre Support, aber damit können die meisten Nutzer gut leben. Der stabilste Kernel hilft schließlich nicht, wenn er die Hälfte der im Rechner zu findenden Hardware nicht unterstützt.

SLED hat dennoch ein Problem: Er liefert keinen überzeugenden Grund dafür, auf ihn zu setzen und nicht auf ein anderes System, das sich ebenfalls an Businessanwender richtet und Langzeitsupport verspricht. Wer Suse gewohnt ist, wird mit SLED vermutlich glücklich werden. Wer aber keinen gesteigerten Wert auf das Suse-Gefühl legt, wird bei Ubuntu 14.04 eine mindestens so gute Desktopumgebung finden, die ähnliche Supportversprechen gibt und als Dreingabe die kostenlose Wahl zwischen unterschiedlichen Umgebungen ermöglicht.

Insgesamt hat das Thema Desktopumgebung beim Test manches Stirnrunzeln hervorgerufen. Ob die Strategie ohne KDE aufgeht (Abbildung 8), wird sich zeigen. Wer Windows oder KDE gewohnt ist, wird sich mit Gnome 3 im Classic-Modus nur bedingt zufriedenstellen lassen. Die einfache Optik von Gnome 3 Classic sorgt dafür, dass ein frisches, modernes Gefühl bei der Benutzung des Desktops nicht aufkommt. Doch vielleicht ist ja die klassische Klarheit etwas, das Suse bei seinen Kunden als Erwartungshaltung vermutet - ähnlich, wie Ubuntu es mit Unity probiert, nach dem Motto "Weniger ist mehr". Oder es spielte eine Rolle, dass Gnome-Hersteller Ximian via Novell zum Suse-Konzern stieß.

Im Hinblick auf die laufenden Kosten fallen bei SLED maßgeblich die Supportverträge ins Gewicht, die für Updates benötigt werden. Im Gegenzug erhalten Nutzer die Möglichkeit, sich bei technischen Problemen an den Hersteller zu wenden. Ob und inwiefern das im Alltag von Unternehmensdesktops tatsächlich ein wichtiger Faktor ist, sei dahingestellt; passionierte Admins finden durchaus eine Antwort auf die Mehrzahl der Fragen, die sich im Desktopbereich ergeben. Unterm Strich erweist sich SLED 12 als gutes Produkt, kann aber echte Linux-Spezialisten auch nicht richtig überzeugen.

Dieser Artikel erschien in der aktuellen Ausgabe 03/15 des Linux Magazins. Das Heft ist auch als kostenpflichtes PDF erhältlich.

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brutos 19. Mai 2015

hum4n0id3, deine Argumentation ist öde, du bist trotzig und verbockt wie ein kleines...

brutos 19. Mai 2015

Wer einmal in der Lage gewesen war ... ... entspannter Herrscher über 800 Linux-Clients...

Arkarit 25. Feb 2015

Ich auch nicht. Vor allem, wenn die Scheiß Lieblingsfarbe irgendwelcher Entwickler...

LarsDenisKohl 24. Feb 2015

Die Geschichte erinnert mich ein wenig an SCO eine Firma die im sterben liegt versucht...



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