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Sky-Film Das Tesla-Experiment: Die Versuchskaninchen des Elon Musk

Was treibt den reichsten Menschen der Welt dazu an, mit halbfertiger Autosoftware das Leben seiner Kunden zu gefährden? Eine Sky-Doku liefert darauf viele Hinweise.
/ Friedhelm Greis
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Die Sky-Doku beleuchtet den Aufstieg Teslas zum wertvollsten Autokonzern der Welt. (Bild: Sky)
Die Sky-Doku beleuchtet den Aufstieg Teslas zum wertvollsten Autokonzern der Welt. Bild: Sky
Inhalt
  1. Sky-Film Das Tesla-Experiment: Die Versuchskaninchen des Elon Musk
  2. Whistleblower und bekannte Youtuber kritisieren Tesla
  3. Tesla nicht Musks Lieblingsprojekt

Wie ist es Elon Musk gelungen, innerhalb weniger Jahre das wertvollste Autounternehmen der Welt aufzubauen? Und welchen Preis haben Mitarbeiter und Kunden dafür bezahlt, dass Musk der reichste Mensch der Welt geworden ist? In seiner 90-minütigen Fernsehdoku Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment(öffnet im neuen Fenster) will Regisseur Andreas Pichler "exklusive Einblicke in das Imperium Tesla" geben. Die Doku zeigt parallel den Aufstieg Musks vom jungenhaften Elektroautopionier zum sinistren Trump-Unterstützer.

Unfallopfer kommen zu Wort

Ausgangspunkt des Films ist die Frage, ob Tesla und Musk den Tod von Tesla-Fahrern billigend in Kauf nehmen, um trotz technischer Defizite und ungelöster Probleme die Vision vom autonomen Fahren umzusetzen. Material für die These gibt es genug. Schließlich hat es schon etliche tödliche Unfälle gegeben, bei denen der Autopilot aktiviert war und ein Hindernis auf der Fahrbahn nicht erkannt wurde.

"Ich wusste gar nicht, dass es diese Autopilot-Technologie überhaupt gibt. Als ich davon erfahren habe, kam ich mir wie ein Versuchskaninchen vor" , sagt Dillon Angulo in der Doku. Der US-Amerikaner wurde bei einem Tesla-Unfall in Florida schwer verletzt , seine Freundin Naibel Benavides kam dabei ums Leben.

Technische Probleme gut bekannt

Um es vorwegzunehmen: Pichler enthüllt in seinem Film keine bislang unbekannten Fakten. Vor allem der Prozess um den Unfall in Florida dokumentierte gut, wie Tesla die Aufklärung des Vorgangs jahrelang blockierte . Nur mithilfe eines unabhängigen Datenforensiker konnten die Anwälte erreichen, dass Tesla die Aufzeichnungen des Unfallautos schließlich herausrückte.

Dass die Autopilot-Software alles andere als sicher ist, haben schon unsere Testfahrten mit diversen Tesla-Modellen gezeigt. Es kam immer wieder zu sogenannten Phantombremsungen oder unerwarteten Abschaltungen. Dennoch veröffentlichte das Unternehmen im Oktober 2016 auf ausdrückliche Anweisung Musks ein Demo-Video , das eine angeblich vollautonome Fahrt eines Tesla Model S zeigte. Die Fahrt war in Wirklichkeit inszeniert und Tesla verheimlichte sogar einen Unfall auf der Strecke.

Das Versprechen vom autonomen Fahren

Hinter dieser Inszenierung steht ein Versprechen, das Musk im Jahr 2016 abgegeben und bis heute nicht eingelöst hat : Sämtliche Fahrzeuge sollen demnach schon über die Hardware verfügen, um autonom fahren zu können. In einem Interview mit Tesla-Fahrern sagte Musk in der Doku: "Der zentrale Fokus liegt auf autonomem Fahren. Das ist wirklich der Unterschied, ob Tesla sehr viel wert oder im Grunde gar nichts wert sein wird." Inzwischen setzt Musk den Fokus voll auf KI und stoppt dafür sogar die Produktion seiner Oberklassemodelle S und X.

Tesla und Musk standen für den Film nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung. Musk kommt jedoch reichlich durch Archivmaterial zu Wort. Darunter sind auch Aufnahmen aus der Anfangszeit von Tesla.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass viele Kunden die Versprechen Musks offenbar beim Wort genommen und sich zu sehr auf die Fähigkeiten des "Autopilot" verlassen haben. Dabei hat es an Warnungen nie gefehlt. Pichler lässt in seiner Doku ausführlich die Kritiker des Unternehmens sprechen.


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