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Whistleblower und bekannte Youtuber kritisieren Tesla

Dazu gehören der Youtuber und frühere Tesla-Mitarbeiter John Bernal, der entlassen wurde, weil er auf einem Video einen Unfall mit einem selbstfahrenden Tesla gezeigt hatte . Als weitere Tesla-Kritikerin tritt die Robotik-Expertin Missy Cummings auf, die im Florida-Prozess schwere Vorwürfe gegenüber Tesla erhob . "Im Silicon Valley gilt das Motto, immer weiter pushen. Sowohl gegen technische Grenzen, als auch gegen Vorschriften und Gesetze. Als Robotikprofessorin kenne ich das. Innovation braucht manchmal einfach Druck. Aber wenn künstliche Intelligenz in Bereichen eingesetzt wird, wo Sicherheit zählt, muss man vorsichtig sein" , sagt sie in dem Film.

Pichler hat zudem die Whistleblower Cristina Balan und Lukasz Krupski vor die Kamera geholt. Krupski hatte einen Datensatz von 100 Gigabyte an das Handelsblatt weitergegeben , weil er darin auf viele Dokumente zu Sicherheitsproblemen gestoßen war. "Mir wurde klar, dass ich es hier mit sehr gefährlichen Leuten zu tun hatte. Als ich erfahren habe, dass Menschen verletzt wurden und sogar gestorben sind, da wusste ich, dass es sich lohnt, dieses Risiko einzugehen und gegen die Mächtigen und Reichen aufzustehen" , sagt er in der Doku.

Keine freien Samstage und Sonntage mehr

Balan wiederum verlor ihren Job, weil sie laut eigenen Angaben gegenüber Vorgesetzten darauf drängte, dass Sicherheitsprobleme behoben werden sollten. In Gesprächen mit Kollegen erfuhr sie, dass diese gemobbt oder degradiert wurden, weil sie Sicherheitsrisiken angesprochen hatten. Nachdem sie selbst ihre Kündigung unterschrieben hatte, forderte sie ein Tesla-Anwalt auf, das aufgezeichnete Gespräch mit den Kollegen zu löschen, "wenn mir mein Leben und das meines Sohnes lieb sei" . Eine Aussage, der besagter Anwalt im Abspann des Films jedoch widerspricht.

Balan gibt darüber hinaus interessante Einblicke in die Arbeitskultur des Unternehmens, vor allem in den Anfangsjahren. "Ich bereue nicht, Teil der ursprünglichen Vision von Tesla gewesen zu sein. Aber nach Model S war es eine völlig andere Firma. Wir hatten kein Privatleben mehr. Keine freien Samstage oder Sonntage. Wenn ich mal um neun Uhr abends gegangen bin, haben sie alle geguckt. Ich bin schließlich vor Erschöpfung umgekippt" , sagt Balan, die im April 2025 einen jahrelangen Prozess gegen Tesla gewann .

Was ist die Faszination Elon Musks?

Doch warum tun sich Entwickler diesen Stress an und sind bereit, mit dem Vertrieb einer unzuverlässigen Technik das Leben von Tesla-Fahrern und anderen Verkehrsteilnehmern aufs Spiel zu setzen? Zweifellos macht es einen großen Teil der Faszination Elon Musks aus , dass er immer wieder Menschen findet, die bereit sind, sich für seine revolutionären Ideen selbst auszubeuten und solche Risiken in Kauf zu nehmen. Das gilt nicht nur für Tesla, sondern auch für die Raketenfirma SpaceX .

Doch nicht alle haben die Risiken mitgetragen. Der Ingenieur Raven Jiang, der dem Autopilot-Team angehörte, sagt in dem Film: "Ich hätte von den Aufsichtsbehörden erwartet, dass sie mehr tun, um zu gewährleisten, dass die neuen Produkte von Tesla wirklich sicher sind. Ich persönlich konnte nicht glauben, dass wir alles Nötige getan haben, um die Sicherheit der Nutzer zu garantieren. Es hat schon schwer auf mir gelastet, jeden Tag zur Arbeit zu gehen und das Gefühl zu haben, dass ich wahrscheinlich für den Tod von Menschen verantwortlich sein würde. Ich wollte nicht dabei sein, wenn das tatsächlich passiert."

Der Film macht auch deutlich, dass sich Musk im Grunde nur noch wenig für Elektroautos interessiert.


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