Abo
  • Services:

Skurrile Belästigungen: Von IP-Adressen, Kloschüsseln und einer abgelegenen Farm

Kansas ist das Herz des Cybercrime - zumindest wenn man einer Anwendung glauben schenkt, die IP-Adressen auf einer Karte verortet. Tatsächlich leben dort unschuldige Menschen, die nun viele wütende Anrufe und Kloschüsseln bekommen.

Artikel veröffentlicht am ,
Ganz so lustig wie bei diesem Event fanden die Besitzer ihre "geschenkte" Kloschüssel sicher nicht.
Ganz so lustig wie bei diesem Event fanden die Besitzer ihre "geschenkte" Kloschüssel sicher nicht. (Bild: Doug Pensinger/Getty Images)

Auf einer einsamen Farm in Kansas spielen sich seit vielen Jahren immer wieder merkwürdige Dinge ab. Die ahnungslosen Bewohner der Farm mitten im Nirgendwo mit zwei Ställen, einer Obstplantage und einem Farmhaus bekommen Kloschüsseln auf den Weg gestellt, ihnen werden Identitätsdiebstahl, Spamming und Betrug vorgeworfen. Auch die US-Bundespolizei FBI war schon dort. Die Frage ist: Wieso? Darauf hatten die Bewohner selbst lange keine Antwort.

Inhalt:
  1. Skurrile Belästigungen: Von IP-Adressen, Kloschüsseln und einer abgelegenen Farm
  2. Auch das FBI war schon da

Der Ursprung dieser Probleme ist eigentlich relativ banal. Es ist der IP-Mapping Dienst Maxmind, wie das Online-Magazin Fusion berichtet. Maxmind bietet eine Dienstleistung an, um den Standort einer IP-Adresse auf einer Karte darzustellen. Das Problem: Maxmind liegt oft daneben.

Maxmind verwaltet 600 Millionen IP-Adressen

Insgesamt verwaltet der Dienst rund 600 Millionen IP-Adressen. Mit verschiedenen Methoden versucht das Unternehmen, IP-Adressen einen Standort zuzuweisen. Wenn zum Beispiel Firmen IP-Ranges kaufen, ordnet Maxmind diese dem Hauptsitz des Unternehmens zu. Außerdem werden teilweise mit auf Autos installierten Empfangsgeräten offene WLANs kartiert. Eine exakte Wissenschaft ist diese Zuordnung aber nicht, weil die Mehrzahl der IP-Adressen nicht exakt vermessen werden kann. Dann verwendet Maxmind Standard-Adressen für bestimmte Regionen. Und damit nähern wir uns dem Problem.

Die Stadt Potwin, die etwa 15 Kilometer von unserem Farmhaus entfernt liegt, befindet sich fast genau in der geographischen Mitte der USA - einer beliebten Standard-Adresse. Dieser Mittelpunkt hat die geographische Position 39 Grad 50 Minuten Nord, 98 Grad 35 Minuten West. Maxmind nutzt diese Adresse, gerundet, als Standard-Adresse für alle US-IP-Anfragen, die keinem exakten Standort zugeordnet werden können.

Stellenmarkt
  1. Melitta Professional Coffee Solutions GmbH & Co. KG, Minden
  2. Herbert Kannegiesser GmbH, Vlotho

Wenn Internetnutzer jetzt Opfer von Spam-Mails oder anderen Belästigungen im Netz werden und die IP-Adresse der Angreifer in Erfahrung bringen können, kann der vermeintliche Standort der IP-Adresse über eine Webseite leicht ermittelt werden. Maxmind weist zwar an verschiedenen Stellen darauf hin, dass die Karte nur einen Näherungswert bietet. Doch das vermittelt sich natürlich nicht, wenn man nur auf die Karte guckt.

"Deswegen sind in den letzten Jahren immer wieder wütende Internetnutzer bei der Farm vorstellig geworden", sagte die Eigentümerin des Anwesens, Joyce Taylor, zu Fusion. "Der erste Anruf, den ich bekommen habe, stammte aus Connecticut." Es handelte sich um einen Mann, der wütend darüber war, dass seine geschäftliche Mailadresse zugespammt wurde. Das war im Jahr 2011. Seitdem gab es unzählige Anrufe - und ein Besucher hinterließ sogar eine alte Kloschüssel auf der Zufahrt. Taylor ist mittlerweile 82 Jahre alt. Einen Computer benutzt sie nur sehr selten. "Ich nutze ihn, um Briefe zu schreiben und den Kindergottesdienst vorzubereiten." Als Spammerin dürfte die Frau also ausfallen.

Auch das FBI war schon da 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 39,99€ (Release 14.11.)
  2. (-75%) 7,49€
  3. 2,99€

highks 17. Apr 2016

So weit ich weiß, nehmen die Postboten in den USA Briefe auch vom Hausbriefkasten mit...

Rulf 14. Apr 2016

so eine firma hat insb in den vsa sogar die pflicht von der maximalen dummheit seiner...

vergeben 13. Apr 2016

Daß die Betroffen bei dieser Steilvorkage keine multifantastilliarden schweren Klagen...

der_wahre_hannes 13. Apr 2016

Ja, aber dann heißt es ja entweder "Wieee, der hat ja genau die gleiche IP wie der...

Tantalus 12. Apr 2016

Oder man findet die Leichen derer, die beim Versuch, die Spammer/Hacker/whatever zu...


Folgen Sie uns
       


Nerf Laser Ops Pro - Test

Hasbros neue Laser-Ops-Pro-Blaster verschießen Licht anstelle von Darts. Das tut weniger weh und macht trotzdem Spaß.

Nerf Laser Ops Pro - Test Video aufrufen
Dark Rock Pro TR4 im Test: Be Quiet macht den Threadripper still
Dark Rock Pro TR4 im Test
Be Quiet macht den Threadripper still

Mit dem Dark Rock Pro TR4 hat Be Quiet einen tiefschwarzen CPU-Kühler für AMDs Threadripper im Angebot. Er überzeugt durch Leistung und den leisen Betrieb, bei Montage und Speicherkompatiblität liegt die Konkurrenz vorne. Die ist aber optisch teils deutlich weniger zurückhaltend.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Dark Rock Pro TR4 Be Quiets schwarzer Doppelturm kühlt 32 Threadripper-Kerne

Dell Ultrasharp 49 im Test: Pervers und luxuriös
Dell Ultrasharp 49 im Test
Pervers und luxuriös

Dell bringt mit dem Ultrasharp 49 zwei QHD-Monitore in einem, quasi einen Doppelmonitor. Es könnte sein, dass wir uns im Test ein kleines bisschen in ihn verliebt haben.
Ein Test von Michael Wieczorek

  1. Magicscroll Mobiles Gerät hat rollbares Display zum Herausziehen
  2. CJG50 Samsungs 32-Zoll-Gaming-Monitor kostet 430 Euro
  3. Agon AG322QC4 Aggressiv aussehender 31,5-Zoll-Monitor kommt für 600 Euro

Flexibles Smartphone: Samsung verspielt die Smartphone-Führung
Flexibles Smartphone
Samsung verspielt die Smartphone-Führung

Jahrelang dominierte Samsung den Smartphone-Markt mit Innovationen, in den vergangenen Monaten verliert der südkoreanische Hersteller aber das Momentum. Krönung dieser Entwicklung ist das neue flexible Nicht-Smartphone - die Konkurrenz aus China dürfte feiern.
Eine Analyse von Tobias Költzsch

  1. Flexibles Display Samsungs faltbares Smartphone soll im März 2019 erscheinen
  2. Samsung Linux-on-Dex startet in privater Beta
  3. Infinity Flex Samsung zeigt statt Smartphone nur faltbares Display

    •  /