Auch das FBI war schon da

Auch die US-Ermittlungsbehörden wurden schon vorstellig. Lokale Polizeistellen ermittelten per Auskunft IP-Adressen von Internetnutzern von Unternehmen wie Google und Facebook. Auch sie waren überzeugt, dass die einsame Farm in Kansas Ursprung zahlreicher illegaler Netzaktivitäten war. Über die Jahre wurden die Anfragen und Belästigungen immer häufiger. Mittlerweile sieht sich der lokale Sheriff sogar bemüßigt, die Bewohner des Anwesens zu schützen. "Die arme Frau wurde seit Jahren belästigt", sagt Sheriff Kelly Herzet. "Unsere Beamten wurden unterrichtet, dass dies ein fortlaufendes Problem ist und dass die Menschen auf der Farm nette, unbescholtene und nicht selbstmordgefährdete Bürger sind." Vor der Einfahrt zu der Farm steht mittlerweile ein Schild, das Leute vor der Weiterfahrt warnt - alle Fragen sollen an die lokale Polizeidienststelle gerichtet werden.

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Es gibt offenbar ähnliche Fälle in den USA. Ein junges Paar in Atlanta wurde immer wieder verdächtigt, zahlreiche Smartphones gestohlen zu haben. Die Leute wurden von Diensten angelockt, die bei der Suche nach gestohlenen oder verlorenen Smartphones helfen sollen. Der Standort der Geräte wurde auf der Karte innerhalb des fraglichen Hauses angezeigt. In diesem Fall war das Problem, dass das Haus bei der ursprünglichen Zuordnung von IP-Adressen aus der Region das einzige mit einem dauerhaft offenen WLAN war. Auch hier suchte Maxmind sich also einen Ankerpunkt für zahlreiche IPs und die Bewohner mussten sich vor aufgebrachten Smartphonesuchenden rechtfertigen.

Auch Virginia ist betroffen

Ein weiteres kurioses Beispiel betrifft Tony Pav aus Ashburn, Virginia. In Ashburn wohnt nicht nur Pav. Dort befinden sich auch zahlreiche große Rechenzentren von Facebook und anderen Unternehmen mit insgesamt mehr als 17 Millionen IP-Adressen. Maxmind hat den Standort für alle diese IPs exakt verortet - auf Pavs Haus.

Im Jahr 2012, so berichtet Pav bei Fusion, sei er abends nach Hause gekommen. Die Polizei sei gerade dabei gewesen, seine Wohnungstür aufzubrechen - sie hatten sogar einen gültigen Durchsuchungsbeschluss. Auch hier wurde eine verdächtige IP-Adresse ermittelt und fälschlicherweise seinem Haus zugeordnet. Pav will in drei Jahren in Rente gehen und sein Haus verkaufen. Doch wenn er die Probleme mit der Adresse angeben würde, würde er das Haus nie verkauft bekommen, sagt er. Von der Firma, die seine Probleme verursachte, hatte er vorher noch nie gehört.

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Auf die Probleme angesprochen, sagte Thomas Mather von Maxmind: "Wir haben den Standardpunkt in Kansas vor mehr als zehn Jahren festgelegt. Wir hätten nie gedacht, dass Menschen tatsächlich Leute auf den Haushalt genau ausfindig machen wollen. Wir haben unseren Dienst immer so vermarktet, dass er nur den ungefähren Standort, etwa einen Postleitzahlenbereich, ausgibt."

Das sehen die Nutzer der Datenbank offenbar anders. Um den Problemen entgegenzuwirken will Maxmind seinen Dienst jetzt überarbeiten. Die Standard-Standorte für IP-Adressen in Kansas und Virginia sollen jetzt verlegt werden - in Seen. Hoffentlich belästigt niemand die Fische.

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 Skurrile Belästigungen: Von IP-Adressen, Kloschüsseln und einer abgelegenen Farm
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highks 17. Apr 2016

So weit ich weiß, nehmen die Postboten in den USA Briefe auch vom Hausbriefkasten mit...

Rulf 14. Apr 2016

so eine firma hat insb in den vsa sogar die pflicht von der maximalen dummheit seiner...

vergeben 13. Apr 2016

Daß die Betroffen bei dieser Steilvorkage keine multifantastilliarden schweren Klagen...

der_wahre_hannes 13. Apr 2016

Ja, aber dann heißt es ja entweder "Wieee, der hat ja genau die gleiche IP wie der...



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