Sklavenhandel und Kolonialismus: Anno 1800 schreibt die Geschichte um
Ein Mann beugt sich nachdenklich über seinen Schreibtisch und zeichnet mit fliegender Feder Stadtpläne, Schiffsentwürfe, Handelsrouten. Er schreibt wortwörtlich Geschichte, während aus unseren Lautsprechern eine tiefe Stimme dröhnt: "Wir haben den Weg des Fortschritts gewählt. Wir erreichen neue Länder, gründen neue Siedlungen und erweitern das Imperium. Wir haben eine große Zukunft vor uns." So will der Launch-Trailer von Anno 1800(öffnet im neuen Fenster) Abenteuergeist und Entdeckerdrang in uns wecken: Wir sollen Lust bekommen auf die (virtuelle) Welt der Industriellen Revolution, auf das Zeitalter der Entdeckungen, in dem wir unser Glück als Großindustrieller und Stadtgründer versuchen dürfen.
Wie wenig die Aufbausimulation mit der tatsächlichen Geschichte zu tun hat, vermuten aber wohl nur die wenigsten der mittlerweile über eine Million Spieler(öffnet im neuen Fenster). Denn in Wirklichkeit hat das Entwicklerteam die Industrielle Revolution großzügig mit Radiergummi und Weichzeichner bearbeitet. Wie und warum das geschehen ist, und warum das auch für den Otto-Normal-Spieler interessant ist, haben wir uns näher angesehen.