Was der Skeldar V-200 kann
Der Skeldar V-200 ist ein unbemanntes Drehflügelsystem mit vertikaler Start- und Landefähigkeit. Das System erreicht eine Flugdauer von über fünf Stunden und kann bis zu 150 Kilometer von seiner Basis operieren. Die maximale Nutzlast beträgt 40 Kilogramm.
UMS Skeldar entstand 2015 als Joint Venture zwischen Saab mit 47 Prozent der Anteile und der Schweizer UMS Aero Group mit 53 Prozent. Das Unternehmen betreibt Standorte in Möhlin in der Schweiz und Linköping in Schweden, die Belegschaft umfasst zwischen 55 und 100 Mitarbeiter.
Die Entwicklung des Systems begann 2003 bei Cybaero. Saab übernahm die Initiative 2005 und führte den ersten Flug im Mai 2006 durch. Die Serienreife wurde 2008 erreicht. Im Juni 2018 übernahm UMS Skeldar den deutschen Motorenhersteller Hirth Engines(öffnet im neuen Fenster) in Benningen am Neckar.
Technische Ausstattung ermöglicht maritime Operationen
Das System nutzt einen Hirth 3507 Schwerölmotor mit 41 Kilowatt Leistung. Der flüssigkeitsgekühlte Zweitaktmotor kann NATO-Standardkraftstoffe wie Jet A-1, JP-5 und JP-8 verwenden. Diese Eigenschaft vereinfacht die Logistik.
Die Sensorausstattung umfasst den elektro-optischen Wescam MX-8 von L3Harris sowie das PicoSAR-Radar von Leonardo für Allwetter-Aufklärung. Das System kann mit AIS-Transpondern, LiDAR-Sensoren und elektronischen Aufklärungssystemen ausgerüstet werden. 2022 entwickelte UMS Skeldar zusammen mit Ultra Maritime eine Sonarbojen-Abwurfsystem für die U-Boot-Abwehr.
Die Kommunikationsreichweite beträgt standardmäßig 100 Kilometer und lässt sich auf 200 Kilometer erweitern. Das automatische Start- und Landesystem ermöglicht Schiffsoperationen bei Windgeschwindigkeiten bis 25 Knoten. Die Vorbereitungszeit für eine Mission beträgt unter 15 Minuten.
Indonesien erhielt 2017 die ersten Exportexemplare für maritime Patrouille und Grenzüberwachung. Die spanische Marine setzte das System zwischen September und Dezember 2013 während der EU-Antipiraterie-Operation Atalanta im Golf von Aden ein. Das Offshore-Patrouillenschiff BAM Meteoro nutzte den V-200 für Aufklärung an der somalischen Küste. Die kanadische Marine beschaffte 2019 im Rahmen eines 51-Millionen-Dollar-Vertrags mehrere Systeme unter der Bezeichnung CU-176 Gargoyle(öffnet im neuen Fenster) . Die Integration auf Halifax-Klasse-Fregatten ist vorgesehen.
Das deutsche Sea-Falcon-Programm(öffnet im neuen Fenster) wurde im Juli 2024 beendet. Trotz Investitionen von etwa 80 Millionen Euro erreichte das Konsortium aus ESG, UMS Skeldar, NVL und CUONICS die vertraglich vereinbarten Meilensteine nicht. Seeerprobungen auf der Korvette Braunschweig hatten 2020 begonnen.
Die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs nutzt den V-200 seit 2018 für Emissionsüberwachung. Ein 14-Millionen-Euro-Rahmenvertrag umfasst die Kontrolle von Schwefel-, Stickoxid- und CO2-Emissionen. Nordic Unmanned führt die Flüge durch.
Das System erfüllt NATO-Qualitätsstandards nach AQAP-2110 und unterliegt keinen US-Exportbeschränkungen.



