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Sirus: Commerzbank kürzt nach IT-Desaster Bonuszahlungen

Der frühere IT-Vorstand und der ehemalige Chief Operating Officer müssen keinen Schadensersatz zahlen und bekommen trotzdem einen sechsstelligen Betrag.
/ Achim Sawall
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Zentrale in Frankfurt, Sonnenuntergang (Bild: Commerzbank)
Zentrale in Frankfurt, Sonnenuntergang Bild: Commerzbank

Die Commerzbank zieht vorsichtig Konsequenzen aus der gescheiterten Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die britische Großbank HSBC. Wegen des gescheiterten IT-Großprojekts wird das Institut die Bonuszahlungen an die ehemaligen Vorstandsmitglieder Frank Annuscheit (IT-Vorstand) und Jörg Hessenmüller (Chief Operating Officer) kürzen, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten(öffnet im neuen Fenster) . Insgesamt gehe es dabei um einen sechsstelligen Betrag. Die Commerzbank wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Das Institut hatte die Auslagerung Ende 2017 unter IT-Vorstand Annuscheit gestartet. Im Sommer 2021 stoppte das Institut das Großprojekt, das intern den Namen Sirus trug. Die Bank musste eine Sonderabschreibung von 200 Millionen Euro vornehmen und zusätzlich Rückstellung in zweistelliger Millionenhöhe bilden. Hessenmüller verließ die Bank im Herbst 2021.

Projekt Sirus: Aufsichtsrat hatte Untersuchung eingeleitet

Der Commerzbank-Aufsichtsrat hatte Gutachten zur Aufarbeitung des gescheiterten Projekts in Auftrag gegeben. Basierend darauf habe das Gremium nun entschieden, keine Schadensersatzforderungen gegen Annuscheit und Hessenmüller zu erheben, hieß es in Finanzkreisen. Die Bonuszahlungen, die bei Banken in der Regel gestaffelt über mehrere Jahre hinweg ausbezahlt werden, sollten jedoch gekürzt werden, wie dies laut Institutsvergütungsordnung geboten sei. Betroffen seien in diesem Fall die Boni, die das Institut bisher noch nicht ausgezahlt habe.

Die Commerzbank gehört zu den größten Banken Deutschlands. Mit einer Beteiligung von rund 15 Prozent ist die Deutsche Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland größter Einzelaktionär.


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