Apple versucht, Privatsphäre zu schützen
Die Privatsphäre der Umstehenden soll gewährleistet werden, indem Siri Recap in den Zusammenfassungen keine Sprecher identifiziert und zuweist. Sicherheitsrelevante Gesprächsinhalte sollen nicht verarbeitet werden, etwa Informationen zu Finanzen oder Passwörtern. Im Abschnitt zum Schutz der Umstehenden weist Apple aber auch vorsichtshalber darauf hin, dass Nutzer Rücksicht auf andere nehmen sollen.
Hier liegt das Problem: Wer will, kann mit Siri Recap Unterhaltungen zumindest sinngemäß aufzeichnen, ohne dass andere davon überhaupt etwas mitbekommen. Kritisch ist die Funktion vor allem deshalb, weil sie den ganzen Tag ohne Anlass und unbemerkt laufen kann. Immerhin sind keine Audioaufzeichnungen verfügbar, was datenschutzrechtlich noch eine ganz andere Dimension hätte.
Verstärkt wird das mulmige Gefühl durch eine zweite Funktion namens Live Rewind. Mit ihr können Nutzer der neuen Apple Watches alles, was in den letzten 15 Sekunden gesagt wurde, Wort für Wort auf der Uhr anzeigen und gegebenenfalls in Siri speichern lassen. Anders als bei Siri Recap handelt es sich hierbei um eine echte Transkription.
Live Rewind transkribiert Wort für Wort
Live Rewind wird durch einen doppelten Druck auf die Krone der Apple Watch ausgelöst. Dabei soll es ein akustisches Signal und eine Einblendung auf dem Display geben. Es ist aber denkbar, dass andere Personen das gar nicht mitbekommen, wenn die Bedienung etwa unter dem Hemdsärmel passiert. Auch dürften viele das akustische Signal nicht zuordnen können.
Das ist der einzige Schutz, den Apple bei einer solchen Funktion bereitstellen kann – abgesehen vom Hinweis der Nutzer an andere Personen selbst. Auch hier scheint die Schwelle zum Missbrauch niedrig zu sein. Wie Siri Rewind Recap zeichnet auch Live Rewind keine Audiodateien auf – immerhin.
Die Motivation Apples hinter den neuen KI-Aufzeichnungsfunktionen ist schon verständlich: Oft passieren am Tag so viele Dinge, dass sich kaum jemand alles merken kann. Wie bei anderen KI-Aufzeichnungsgeräten ist das Thema Privatsphäre ein schwieriges, wenn Nutzer nicht verantwortungsvoll mit der Technik umgehen. Bei Apples neuen Funktionen bereitet die Möglichkeit, die Software unbemerkt und dauerhaft einsetzen zu können, besondere Kopfschmerzen, auch wenn keine Audiodateien gespeichert werden.
Veröffentlichung vorerst in den USA
Live Rewind und Siri Recap sollen als Betaversion zum Jahresende 2026 starten, zunächst auf Englisch und in den USA. In der EU dürfte die Funktion vorerst nicht erscheinen, wie Siri AI selbst.
IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)
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