Singapur: Qualcomm will Übernahme durch Auslandstrick verhindern
Qualcomm will mit dem Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) Sicherheitsbedenken auslösen, weil Broadcom noch für wenige Monate seinen Sitz in Singapur hat. Damit soll die Übernahme der Mehrheit im Verwaltungsrat verzögert werden.
Qualcomm hat das Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) angerufen, um die Übernahme durch Broadcom zu erschweren. Die Behörde, die ausländische Investitionen in die USA beaufsichtigt, hat eine Verschiebung der Hauptversammlung Broadcoms um 30 Tage gefordert. Bei dem für den 6. März geplanten Aktionärstreffen wollte Broadcom sechs von elf Sitzen im Qualcomm-Verwaltungsrat übernehmen, um die Übernahme zu erleichtern.
Broadcom habe jedem nominierten Verwaltungsrat 100.000 US-Dollar versprochen, berichtet das Wall Street Journal.
Singapur-Sitz nur noch bis Anfang Mai
Broadcom will bis Anfang Mai die Konzernzentrale von Singapur in die USA verlegen, die Behörde wäre damit nicht mehr zuständig. Die Bedenken des CFIUS, die mit den Unternehmen nach Informationen des Wall Street Journals geteilt wurden, haben damit zu tun, dass Qualcomm ein führender Entwickler von Technologie und Patenten für 5G ist. Das CFIUS untersteht dem Finanzminister Steven Mnuchin.
Broadcom sagte, Qualcomm habe die Anfrage an das CFIUS eingereicht, ohne Broadcom oder seine eigenen Aktionäre zu informieren. Qualcomm hatte sich zuvor zu direkten Gesprächen mit Broadcom bereiterklärt.
Broadcom hatte sein Angebot für Qualcomm auf 120 Milliarden US-Dollar plus 25 Milliarden US-Dollar für Schulden erhöht. Qualcomm wolle in den Übernahmeverhandlungen einen Preis von 160 Milliarden US-Dollar einschließlich der Schulden von 25 Milliarden US-Dollar erreichen, hatte die britische Financial Times Ende Februar aus verhandlungsnahen Kreisen erfahren.
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