Simurgh: Falsche Proxy-Software spioniert Nutzer aus

Eine gefälschte Version eines Proxy-Programms öffnet eine Hintertür zu einem Computer und spioniert dessen Besitzer aus. Mit dem richtigen Programm namens Simurgh umgehen Nutzer im Iran und in Syrien die Internetzensur in ihren Ländern.

Artikel veröffentlicht am ,
Simurgh-Website mit Warnung: Original muss nicht installiert werden.
Simurgh-Website mit Warnung: Original muss nicht installiert werden. (Bild: Simurgh/Screenshot: Golem.de)

Zensursysteme auf Softwarebasis lassen sich oft ihrerseits mit Software umgehen. Was aber ist, wenn das Anti-Zensursystem selbst zum Überwachungssystem wird? Das sei mit einem im Nahen Osten häufig eingesetzten Anti-Zensurprogramm geschehen, berichtet Morgan Marquis-Boire vom Citizen Lab der Universität von Toronto.

Anti-Filtersoftware

Stellenmarkt
  1. Teamleiter IT Rollout (m/w/d)
    CompuGroup Medical SE & Co. KGaA, Koblenz
  2. Product Owner (m/w/d) Vertriebsteam
    Lebensversicherung von 1871 a. G. München, München
Detailsuche

Betroffen ist Simurgh, eine Proxy-Software für Windows-Rechner, die eine sichere Verbindung ins Internet aufbaut und Zensurfilter umgeht. Das nach einem Fabelwesen aus der persischen Mythologie benannte Programm ist nur etwa 1 MByte groß, kann also auch über langsame Verbindungen geladen werden. Es muss nicht installiert werden - ein Nutzer kann es auf einem USB-Stick speichern und es in einem Internetcafé nutzen.

Inzwischen sei aber eine neue Version des Programms im Internet aufgetaucht. Anders als das originale erfordere dieses eine Installation auf dem Computer, schreibt Marquis-Boire. Zusammen mit der Proxy-Software werde ein dauerhafter Zugang von außen eingerichtet, der einen vollständigen Zugriff auf den Computer ermögliche.

Software gegen Dissidenten

"Der Trojaner zielt speziell auf Nutzer, die versuchen, die Zensurmaßnahmen einer Regierung zu umgehen", erklärt Marquis-Boire. Er sammele Daten wie den Nutzernamen und die IP-Adresse des Computers. Außerdem enthalte er einen Keylogger, der alle Eingaben auf dem Computer protokolliert.

Golem Akademie
  1. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  2. Microsoft 365 Security Workshop
    9.-11. Juni 2021, Online
Weitere IT-Trainings

Simurgh wird hauptsächlich von Internetnutzern im Iran genutzt. Aber auch in Syrien scheint es sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Die Entwickler des Programms warnen inzwischen auf der Website vor dem falschen Simurgh. Wird das richtige Programm gestartet, erscheint zudem eine Warnung, wenn der Rechner infiziert ist.

Passwörter kompromittiert

Die meisten Antivirenprogramme erkennten den Schädling, sagt Marquis-Boire. Er rät Nutzern, deren Computer befallen ist, zudem dringend dazu, sämtliche Passwörter zu ändern, da diese kompromittiert sein könnten.

Wer die Malware in Umlauf gebracht hat, ist unklar. Sie verschicke die aus den Computern gesammelten Daten an Server in den USA, schreibt Chester Wisniewski von Sophos auf Naked Security, dem Blog des Antiviren-Softwareherstellers. Deren Besitzer scheine aber in Saudi-Arabien beheimatet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Nachfolger von Windows 10
Dinge, die es in Windows 11 nicht mehr geben wird

Bei Windows 11 kommt viel Neues hinzu, auf der anderen Seite entfernt Microsoft eine Menge Ballast - eine Übersicht.
Von Oliver Nickel

Nachfolger von Windows 10: Dinge, die es in Windows 11 nicht mehr geben wird
Artikel
  1. Smartphones, Tablets und Co.: Bundestag beschließt Update-Pflicht
    Smartphones, Tablets und Co.
    Bundestag beschließt Update-Pflicht

    Elektronische Geräte müssen künftig verpflichtend aktualisiert werden - das Gleiche gilt auch für Apps.

  2. Crackonosh: Hacker verstecken Mining-Malware in illegalen Spielekopien
    Crackonosh
    Hacker verstecken Mining-Malware in illegalen Spielekopien

    Experten melden die massenweise Verbreitung von Mining-Malware über illegal kopierte Spiele. Crackonosh bringt den Kriminellen demnach Millionen ein.

  3. Logistik: Hamburger Hafen testet autonom fahrenden Lkw
    Logistik
    Hamburger Hafen testet autonom fahrenden Lkw

    Wie werden Container angemessen zu einem automatisierten Hafenterminal angeliefert? Von einem autonom fahrenden Lkw.

bassfader 01. Jun 2012

Auch der letzte satz klingt etwas komisch: Deren Besitzer scheine aber in Saudi-Arabien...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Alternate: Ryzen 7 5800 X 359€, Ryzen 5 5600 X 249€ • Gigabyte Z490M 119,90€ • Mega-Wiedereröffnung bei MediaMarkt - bis zu 30 Prozent Rabatt • Samsung SSD 980 Pro PCIe 4.0 1TB 166,59€ • Trust Gaming Audio-Zubehör • Kaspersky Flash Sale: 60% Rabatt auf Security-Programme [Werbung]
    •  /