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Simko 3: Telekom dementiert Abschaffung des Merkel-Handys

Die Geräte sind nicht billig, aber bei den Nutzern unbeliebt: Die Deutsche Telekom will die Kryptohandys Simko 3 - auch als Merkel-Phones oder Merkel-Handys bekannt - weiterhin liefern, könnte auf die Mikrokern-Technik in Zukunft aber verzichten.

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Das Simko 3 der Deutschen Telekom
Das Simko 3 der Deutschen Telekom (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom hat Medienberichte dementiert, wonach die Produktion ihres abhörsicheren Kryptohandys Simko 3 eingestellt werden soll. Unternehmenssprecher Rainer Knirsch sagte am Mittwoch auf Anfrage von Golem.de, dass die zuständige Unternehmenstocher Trust2Core zwar aufgelöst werde, die Mitarbeiter aber in die Firmeneinheit Cybersicherheit wechselten. Zudem werde die Lieferfähigkeit der Geräte auch in Zukunft sichergestellt. Zuvor hatte der Sender NDR Info berichtet, dass die Produktion des Kryptohandys eingestellt würde. Offen scheint allerdings, ob und in welcher Form die aufwendige Entwicklung des Handys auf Basis eines eigenen Mikrokerns fortgesetzt wird.

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Die Telekom hatte vor rund einem Jahr vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Zulassung für das Simko 3 erhalten. Dieses "Merkel-Phone" zum Preis von 1.700 Euro basiert auf dem Samsung Galaxy S 3 und verfügt über einen L4-Hochsicherheitsmikrokern als Betriebssystem. Die Kryptokarte kommt von Certgate, für verschlüsselte Verbindungen sorgt NCP, beides Unternehmen aus Nürnberg. Das L4-Mikrokern-System haben die TU Dresden, das Dresdener Startup Kernkonzept, die Telekom Innovation Laboratories sowie das Berliner Startup Trust2Core entwickelt.

Geräte liegen in der Schublade

Sonderlich beliebt war das Gerät bei der Regierung von Anfang an nicht. Bei internen Tests soll es schlechter als die Konkurrenz abgeschnitten haben. "Bei den Tests ist die sehr geringe Akkulaufzeit besonders negativ aufgefallen", hieß es im vergangenen Oktober laut dem Nachrichtenmagazin Focus in einer Entscheidungsvorlage des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ). Moniert wurde zudem das Fehlen wichtiger Funktionen wie WLAN, Kamera, Bluetooth und der geringe Speicherplatz. Laut Telekom wurden die Mängel der ersten Testgeräte jedoch inzwischen behoben.

Allerdings liegen auch die Kryptohandys des Konkurrenten Secusmart, die auf einem Blackberry Z 10 basieren, häufig ungenutzt in den Schubladen. So berichtete die Linke-Abgeordnete Martina Renner, Mitglied des NSA-Untersuchungsausschusses, über große Probleme mit dem Gerät. "Ich weiß mittlerweile auch von den Kollegen, dass die alle dieses Handy inzwischen in der Schublade lassen. Bei einem Anschaffungswert von 2.000 Euro ist das sehr bedauerlich, weil tatsächlich der Gesprächsaufbau, die Sprachqualität etc. sehr zu wünschen übrig lassen", sagte Renner Mitte September 2014 dem NDR. Die Obleute des Ausschusses hatten die Handys erhalten, nachdem über eine mögliche Ausspähung berichtet worden war. Doch diese kryptologische Aufrüstung war laut Renner von wenig Nutzen. "Man schaltet um auf einen sicheren Modus. Dann hatten wir die Nummern der anderen Obleute bekommen und wollten uns alle mal fröhlich anrufen, doch das klappte nicht." Der Gesprächsaufbau habe nicht funktioniert.

Eigener Chip erforderlich

Dem NDR-Bericht zufolge sind derzeit 600 Simko 3 und 2.500 Secusmart-Geräte in deutschen Ministerien und Behörden im Einsatz. Alternativen für moderne Smartphones gibt es derzeit nicht, da das BSI als Voraussetzung für eine Lizenz den Einbau eines eigenen Chips fordert. Andere Kryptohandys, wie das Cryptophone 500 des Berliner Unternehmens GSMK, verfügen aber nicht über einen eigenen Chip. Allerdings hat GSMK einen eigenen Codec entwickelt, der nach Firmenangeben selbst bei Verbindungen von 4,8 Kilobit pro Sekunde noch gut funktioniert und damit die Sprachqualität sicherstellt. Das BSI verlangt aber für die zugelassenen Kryptohandys den Einsatz des Standards SNS (Sichere Netzübergreifende Sprachkommunikation), der 7,2 Kilobit pro Sekunde erfordert.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dem NDR, dass die Regierung auch künftig mit der Telekom in Sachen Krypto-Telefonie zusammenarbeiten wolle. Allerdings steht dem Bericht zufolge nicht fest, ob die Telekom an der Mikrokern-Technik festhalten wird. Auf Nachfrage habe ein Telekom-Sprecher erklärt, man prüfe derzeit mit Partnern "die Weiterentwicklung zukünftiger Lösungen für die sichere mobile Kommunikation". In jedem Fall werde der Konzern aber weiter in den Bereich der Krypto-Telefonie investieren. Laut Firmensprecher Knirsch will die Telekom die Entwicklung von Angeboten auch für Mittelstands- und Privatkunden forcieren.

Vorerst könnte der Regierung aber nichts anderes übrigbleiben, als weiter auf die Telekom zu setzen. Denn der Kauf von Secusmart durch den kanadischen Hersteller Blackberry könnte dazu führen, dass die Lizenz für das Kryptohandy nicht verlängert wird. Derzeit wird daher im Wirtschaftsministerium geprüft, ob eine Übernahme von Secusmart durch Blackberry die Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik gefährdet.

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Anonymer Nutzer 08. Okt 2014

müssen sie denn überhaupt physisch anwesend sein? Stichwort Sitzungsgeld ;)

Safran01 08. Okt 2014

Für Selfie's https://www.google.de/search?q=politiker+selfie&client=opera&hs=AxY&channel...

Anonymer Nutzer 08. Okt 2014

Bei Verschlüsselung gehören immer zwei Parteien. Die Seite die verschlüsselt und die...

olleIcke 08. Okt 2014

Ähh.. wird hier eingangs gleich davon ausgegangen, dass (iPhöne-mäßig) teure Telefone...


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