Abo
  • Services:
Anzeige
Karsten Nohl hat eine gravierende Schwachstelle in Millionen SIM-Karten endeckt.
Karsten Nohl hat eine gravierende Schwachstelle in Millionen SIM-Karten endeckt. (Bild: Alexander Klink/Wikipedia)

SIM-Karten-Hacking "Sie sind so unsicher wie Windows 95"

Millionen SIM-Karten weltweit sind auf Grund schwacher Verschlüsselung und fehlerhafter Software unsicher. Das hat der Sicherheitsexperte Karsten Nohl herausgefunden.

Anzeige

Über einen bislang unbekannten Angriff können Millionen von SIM-Karten weltweit gekapert werden. Über die Sicherheitslücke können die SIM-Karten mit fremden Apps bestückt werden, die von Nutzern unbemerkt Premium-SMS verschicken oder Bezahlsysteme manipulieren. Damit seien viele SIM-Karten so unsicher wie Windows 95, sagte Sicherheitsexperte Karsten Nohl. In Deutschland haben die Netzbetreiber bereits reagiert.

Der Entdecker der Sicherheitslücke, Karsten Nohl, beschreibt die Kooperation mit den Netzbetreibern in Deutschland als erstaunlich produktiv. Es sei ein Katz-und-Maus-Spiel im positiven Sinne, sagte Nohl zu Golem.de. Er und seine Mitarbeiter bei Security Research Labs starteten seit sechs Monaten immer neue Angriffsvektoren und die Netzbetreiber reagierten meist schnell.

Kooperative Netzbetreiber

Bislang habe er den Hack nicht veröffentlicht, wie es White-Hat-Hacker eben nicht tun, ohne die Betroffenen zu informieren. Nohl zitiert das Stichwort "Responsible disclosure". Es gehe darum, den Kriminellen zuvorzukommen. In etwa sechs Monaten werde der Hack sicherlich ausgenutzt. Gegenwärtig seien ihm keine solche Angriffe bekannt.

Einige Netzbetreiber haben sogar die Weiterentwicklung bei LTE zurückgestellt, da sie erkannt haben, wie gravierend der Hack ist. Die SIM-Karte wird dabei komplett offengelegt - gerootet. Nohl schätzt die Anzahl der betroffenen SIM-Karten weltweit auf etwa eine halbe Milliarde. Betroffen sind vor allem ältere SIM-Karten, in neuen Micro- und Nano-SIMs werde eine stärkere Verschlüsselung verwendet.

Veraltetes DES in SIM-Karten

In älteren SIM-Karten werde noch DES-Verschlüsselung verwendet. Nohl schätzt die Verbreitung von SIM-Karten mit DES auf etwa 50 Prozent weltweit. Neuere verwenden zwar bereits 3DES, aber auch diese Verschlüsselung sei nicht sicher. Gegenwärtig rüsten die SIM-Karten-Hersteller auf das sichere AES um.

Etwa ein Viertel der SIM-Karten kann dazu gebracht werden, Signaturen nach außen zu übertragen. Dazu spannte Nohl ein eigenes Netz auf und schickt eine SMS mit einer eigenen ungültigen Signatur. Die betroffenen SIM-Karten schickten daraufhin eine Fehlermeldung zurück - mit einer gültigen DES-verschlüsselten Signatur. Aus der konnte Nohl innerhalb weniger Minuten mit Hilfe von Rainbowtables einen Schlüssel aus der Signatur rekonstruieren. Auch das modernere 3DES lässt sich so umgehen. Denn einige Karten senden bei der Fehlermeldung nur den ersten von drei DES-Schlüsseln. Ist der erstmal geknackt, lassen sich die beiden anderen ebenfalls schnell auslesen.

Geld abzocken, Gespräche mithören 

eye home zur Startseite
wynillo 25. Okt 2013

Kennst du auch diese Menschen, die Ironie nicht erkennen, obwohl diese gerade einen...

tha_specializt 25. Okt 2013

na is doch klar - dieselben "Kodierer" von damals arbeiten auch heute noch, wenn auch im...

katzenpisse 23. Jul 2013

Es soll tatsächlich Verträge geben ohne Mindestlaufzeit und Grundgebühr :-P SCNR

silberfieber 22. Jul 2013

frage: siehe überschrift... :)

Quantium40 22. Jul 2013

CB-Funk / Amateurfunk bucht sich in kein Netz ein. Damit ist man nur zu orten, während...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Engelhorn KGaA, Mannheim
  2. IT Services mpsna GmbH, Herten
  3. LogPay Financial Services GmbH, Eschborn
  4. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Stuttgart


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 17,82€+ 3€ Versand

Folgen Sie uns
       


  1. Bundestagswahl 2017

    Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

  2. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  3. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  4. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  5. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken

  6. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  7. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  8. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  9. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  10. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Anki Cozmo im Test: Katze gegen Roboter
Anki Cozmo im Test
Katze gegen Roboter
  1. Die Woche im Video Apple, Autos und ein grinsender Affe

Edge Computing: Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
Edge Computing
Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
  1. Security Nest stellt komplette Alarmanlage vor
  2. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger
  3. DDoS 30.000 Telnet-Zugänge für IoT-Geräte veröffentlicht

Kein App Store mehr: iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
Kein App Store mehr
iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
  1. Apple iOS 11 Wer WLAN und Bluetooth abschaltet, benutzt es weiter
  2. Drei Netzanbieter warnt vor Upgrade auf iOS 11
  3. Betriebssystem Apple veröffentlicht Goldmaster für iOS, tvOS und WatchOS

  1. Re: Und bei DSL?

    sneaker | 21:34

  2. Re: Wir ueberlegen seit langem den Kauf

    Avarion | 21:29

  3. Re: CDU, AfD und FDP - Bahamas Koalition

    Willi13 | 21:25

  4. Re: Die letzte Meile

    Ovaron | 21:24

  5. Re: Absicht?

    bombinho | 21:20


  1. 19:04

  2. 15:18

  3. 13:34

  4. 12:03

  5. 10:56

  6. 15:37

  7. 15:08

  8. 14:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel