Abo
  • IT-Karriere:

Silk Road: Drogenhandel abgeschaltet

Der mutmaßliche Betreiber der Handelsplattform Silk Road ist verhaftet worden. Die Seite, die nur über Tor erreichbar war, diente vor allem dazu, Drogen mit Hilfe von Bitcoins zu verkaufen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Nur noch eine Sperrseite vom FBI ist auf der Silk Road-Webseite zu sehen
Nur noch eine Sperrseite vom FBI ist auf der Silk Road-Webseite zu sehen (Bild: Silk Road)

Dem FBI ist es offenbar gelungen, den Betreiber der Handelsplattform Silk Road ausfindig zu machen. Auf der Webseite, die man nur über das Anonymisierungsnetzwerk Tor erreichen konnte und die vor allem dem Drogenhandel diente, ist zur Zeit nur ein Hinweis der Ermittlungsbehörden zu finden. Ein verdächtiger 29-jähriger Mann wurde in San Francisco festgenommen.

Stellenmarkt
  1. SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal
  2. CureVac AG, Tübingen

Silk Road war eine Handelsplattform, auf der zahlreiche illegale Güter gekauft werden konnten. Überwiegend handelte es sich dabei um Drogen, aber auch gefälschte Pässe oder Pornografie wurden angeboten. Allerdings hatte die Seite auch eine Art Ehrenkodex. Kinderpornografie etwa wurde laut den Statuten der Seite nicht geduldet.

Bei dem Festgenommenen mit Namen Ross W. U. handelt es sich laut FBI um die Person, die im Forum von Silk Road unter dem Pseudonym Dread Pirate Roberts als Betreiber der Seite auftrat. Das FBI geht davon aus, dass auf Silk Road illegale Güter in einem Umfang von 9,5 Millionen Bitcoin gehandelt wurden, das entspricht fast einer Milliarde Euro.

Das FBI wirft Ross W. U. nicht nur den Betrieb der Plattform Silk Road vor. U. soll auch einen Mord in Auftrag gegeben haben. Ein Nutzer von Silk Road soll gedroht haben, die Identität von Händlern aufzudecken. Daraufhin habe U. einer Person 1,670 Bitcoins (etwa 100.000 Euro) für den Mord bezahlt. Der Auftragsmörder bestätigte U., die Zielperson in Kanada getötet zu haben. Allerdings konnten die Ermittlungsbehörden bislang keine Leiche finden, es ist also zur Zeit unklar, ob der Mord wirklich stattgefunden hat.

Aufgeflogen war der Betreiber, als kanadische Grenzbehörden ein Paket mit gefälschten Ausweisdokumenten fanden, das an U. adressiert war. Bei den Ermittlungen fand das FBI zahlreiche Spuren des verdächtigen im Netz, etwa eine Anfrage auf der Programmier-Webseite Stackoverflow, die offenbar im Zusammenhang mit der Entwicklung von Silk Road gestellt wurde.

Die Ermittlungsakten enthalten keine Hinweise darauf, dass das FBI in irgendeiner Weise die Sicherheit von Tor selbst kompromittieren konnte. Zuletzt hatte es Spekulationen darum gegeben, wie sicher Tor vor Überwachung durch weltweit agierende Organisationen wie die NSA noch ist.

Das Magazin Forbes hatte noch vor der Festnahme ein Interview mit dem Silk Road-Betreiber, der damals lediglich als Dread Pirate Roberts bekannt war, geführt. Darin sagte dieser auch, dass er nicht der ursprüngliche Betreiber von Silk Road sei, sondern die Plattform lediglich übernommen hatte.

Bei der Suche nach Alternativen werden es die Kunden von Silk Road zunächst schwer haben. Die ähnlich ausgerichtete Seite Atlantis Marketplace wurde vor zwei Wochen ebenfalls geschlossen. Die Gründe hierfür sind unbekannt, die Betreiber hatten die Schließung selbst auf der Webseite angekündigt, bevor diese vom Netz ging.

Gezahlt werden konnte auf Silk Road nur mit der kryptographischen Währung Bitcoin. Nicht wenige spekulierten, dass der Aufstieg von Bitcoin eng mit dem Erfolg von Silk Road zusammenhing. Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs hatte die Schließung von Silk Road aber zumindest bislang nicht. Auf der wichtigsten Bitcoin-Tauschbörse Mt.Gox erhielt man zuletzt etwa 140 Dollar pro Bitcoin, ein Wert, der sich nur unwesentlich von den Kursen der vorigen Tage unterscheidet.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-91%) 5,25€
  2. 2,22€
  3. 0,49€
  4. 2,99€

LadyDie 06. Okt 2013

Wenn ein signifikanter "Handelsweg" für Bitcoins wegfällt, dann sollte der BC-Kurs...

SoniX 04. Okt 2013

Drogen sind ja nichts per se böses...

Prypjat 04. Okt 2013

In Kriegen (und die sind auch geplant), werden Menschen mit einer Patrone getötet, die...

GNUFan 04. Okt 2013

Natürlich ist Tor nicht unbedingt sicher, es macht es der NSA nur schwerer. Was übel an...

Yeeeeeeeeha 03. Okt 2013

Asooooooo. *g* Sorry für auf dem Schlauch stehen.


Folgen Sie uns
       


Oneplus 7 Pro - Hands On

Das Oneplus 7 Pro ist das neue Oberklasse-Smartphone des chinesischen Startups. Es verfügt über drei Kameras auf der Rückseite und eine ausfahrbare Frontkamera. Das Smartphone erscheint im Mai zu Preisen ab 710 Euro.

Oneplus 7 Pro - Hands On Video aufrufen
Autonomes Fahren: Per Fernsteuerung durch die Baustelle
Autonomes Fahren
Per Fernsteuerung durch die Baustelle

Was passiert, wenn autonome Autos in einer Verkehrssituation nicht mehr weiterwissen? Ein Berliner Fraunhofer-Institut hat dazu eine sehr datensparsame Fernsteuerung entwickelt. Doch es wird auch vor der Technik gewarnt.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
  2. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos
  3. Autonomes Fahren Halter sollen bei Hackerangriffen auf Autos haften

Vernetztes Fahren: Wer hat uns verraten? Autodaten
Vernetztes Fahren
Wer hat uns verraten? Autodaten

An den Daten vernetzter Autos sind viele Branchen und Firmen interessiert. Die Vorschläge zu Speicherung und Zugriff auf die Daten sind jedoch noch nebulös. Und könnten den Fahrzeughaltern große Probleme bereiten.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Sicherheit BMW teilt Verkehrsdaten unter CC-Lizenz
  2. Autonomes Fahren Neolix fertigt autonome Lieferwagen in Serie
  3. Autonomes Fahren US-Post testet Überlandfahrten ohne Fahrer

5G-Auktion: Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war
5G-Auktion
Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war

Dass die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk teuer wurden, lasten Telekom, Vodafone und Telefónica dem Newcomer United Internet an. Doch dies ist laut dem Netzplaner Kai Seim nicht so gewesen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Funklöcher Hohe Bußgelder gegen säumige Mobilfunknetzbetreiber
  2. Bundesnetzagentur 5G-Frequenzauktion erreicht 6,5 Milliarden Euro
  3. 5G-Auktion Etablierte wollen Preis für 1&1 Drillisch hochtreiben

    •  /