Silk-Road-Alternative: Sheep Marketplace nach Bitcoin-Diebstahl offline

Der Onlineschwarzmarkt Sheep Marketplace hat nach dem Diebstahl von Bitcoin im Wert von umgerechnet 6 Millionen US-Dollar dichtgemacht. Sheep Marketplace ist eine Alternative zu Silk Road, dessen mutmaßlicher Betreiber weiterhin in Haft sitzt.

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Sheep Marketplace hat nach einem Bitcoin-Diebstahl dichtgemacht.
Sheep Marketplace hat nach einem Bitcoin-Diebstahl dichtgemacht. (Bild: Screenshot Golem.de)

Der Niedergang von Sheep Marketplace begann ungefähr am 20. November 2013. Händler, die über die Plattform den illegalen Handel mit Zigaretten, Medikamenten und Drogen vertrieben, konnten keine Bitcoins mehr abbuchen. Kurz darauf meldete sich einer der Administratoren im Forum mit dem Rat, den Onlinemarktplatz so schnell wie möglich zu verlassen. Ein Administrator mit dem Alias Ebook101 soll einen Bug im Zahlungssystem entdeckt und sich so Zugang zu der digitalen Brieftasche des Marktplatzes verschafft haben. Er soll mit insgesamt 5.500 Bitcoins verschwunden sein. Als Beweis postete er die Abbuchungsprotokolle, die die britische Webseite Techienews veröffentlichte.

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Offiziell heißt es seit gestern auf der Webseite: "Sheep ist offline". In dem knappen Text wird Ebook101 als Verkäufer bezeichnet, der sich Zugang zu der digitalen Brieftasche verschafft habe. Es sei den Betreibern nicht gelungen, den Diebstahl rückgängig zu machen. Deshalb werde Sheep Marketplace schließen. Die verbleibenden Bitcoins würden an die Gläubiger verteilt, die eine Notfalladresse hinterlassen haben, berichtet die Webseite The Daily Dot.

Betreiber unter Verdacht

Während Sheep Marketplace noch online war, konnten Händler jedoch nicht auf ihr Guthaben dort zugreifen. Offenbar hatten die Betreiber die Auszahlungen blockiert. Das veranlasste einige Nutzer zu mutmaßen, die Betreiber selbst wollten das virtuelle Geld für sich behalten. Laut Blockchain hat Sheep Market einen Umsatz von fast 40.000 Bitcoins. Beim gegenwärtigen Umrechnungskurs sind das mehr als 40 Millionen US-Dollar. Allerdings wurde die abgefragte Bitcoin-Adresse durch Zahlungen an die Onlineplattform ermittelt. Einen Beleg dafür, dass es sich tatsächlich um die von Sheep Marketplace handelt, gibt es nicht.

Die Sheep-Marketplace-Betreiber verweisen ihre bisherigen Kunden auf den alternativen Onlineschwarzmarkt Tormarket. Dessen Betreiber sind allerdings alles andere als begeistert von der ungewollten Werbung und bitten die Sheep-Marketplace-Betreiber, den Link von ihrer Seite zu entfernen. Sie wollen ihre eigenen Kunden nicht gefährden.

Verdächtiger Silk-Road-Betreiber bleibt in Haft

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Derweil bleibt der mutmaßliche Betreiber des Onlineschwarzmarkts Silk Road in Haft. Während einer Kautionsanhörung Mitte November 2013 präsentierte das FBI Beweise, dass der 29-jährige Ross Ulbricht seine Flucht im Falle einer drohenden Verhaftung bereits geplant habe. Das gehe aus den Unterlagen hervor, die die Strafverfolgungsbehörden auf einem beschlagnahmten Rechner gefunden hätten, berichtet der Sicherheitsexperte Brian Krebs.

Einer To-do-Liste zufolge wollte Ulbricht zunächst wichtige Unterlagen verschlüsseln und auf einen USB-Stick kopieren. Dann wollte er seine Festplatten und sein Mobiltelefon zerstören und den USB-Stick verstecken. Eine neue Unterkunft, für die er die Miete bar zahlen wollte, wollte Ulbricht über Craigslist suchen - und sich schließlich eine neue Identität zulegen. Außerdem wollen die Ermittler Hinweise gefunden haben, dass sich Ulbricht eine Staatsbürgerschaft auf der Antilleninsel Dominica erkaufen wollte. In seinem Besitz sollen sich auch mehrere gefälschte Ausweise befunden haben.

Das FBI habe außerdem Hinweise darauf gefunden, dass Ulbricht insgesamt 730.000 US-Dollar an Auftragskiller bezahlt habe, um sechs Personen umbringen zu lassen. Bisher sollen es zwei gewesen sein. Einen Mord hatte das FBI vorgetäuscht, um genügend Beweise für Ulbrichts Verhaftung zu sammeln. Das FBI hatte Screenshots von Ulbrichts Rechner gemacht, als er in einer öffentlichen Bibliothek verhaftet wurde. Er war unter dem Namen Mastermind bei Silk Road eingeloggt und administrierte gerade die Webseite. Ulbricht wird Verschwörung zu Drogenhandel, Computerhacking und Geldwäsche sowie Anstiftung zum Mord vorgeworfen. Er weist die Anschuldigungen zurück.

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