Silk Road 2.0: Forschungsinstitut half FBI offenbar bei Tor-Ermittlungen

Ein Forschungszentrum, das Ermittlungen des FBI unterstützt? In den USA ist das offenbar möglich. Gerichtsdokumente belegen jetzt, dass ein im vergangenen Jahr entdeckter Angriff auf das Tor-Netzwerk von einer universitären Einrichtung durchgeführt wurde - die dafür vielleicht sogar vom FBI bezahlt wurde.

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Die Carnegie-Mellon-Universität soll dem FBI bei den Silkroad-Ermittlungen geholfen haben - und wurde möglicherweise dafür bezahlt.
Die Carnegie-Mellon-Universität soll dem FBI bei den Silkroad-Ermittlungen geholfen haben - und wurde möglicherweise dafür bezahlt. (Bild: Piotrus/CC-BY-SA 3.0)

Die Verhaftung des Silkroad-2.0-Betreibers Brian Richard Farell im Januar dieses Jahres ist wohl nicht allein dem FBI zuzurechnen - denn die US-Bundespolizei hat bei den Ermittlungen offenbar Hilfe aus dem akademischen Bereich. Dabei soll ein Universitätsinstitut es geschafft haben, einzelne Tor-Nutzer zu identifizieren - das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die Motherboard jetzt auszugsweise veröffentlicht hat.

Inhalt:
  1. Silk Road 2.0: Forschungsinstitut half FBI offenbar bei Tor-Ermittlungen
  2. Abgesagter Vortrag bringt Universität in Erklärungsnot

Bereits im vergangenen Jahr hatten Tor-Mitarbeiter einen ungewöhnlichen Angriff auf das Netzwerk entdeckt. Sie hätten eine Gruppe von Tor-Relays gefunden, die genutzt würden, um Nutzer von Hidden-Services zu deanonymisieren, hieß es damals in einem Blogpost. Die verdächtigen Relays sollen vom 30. Januar 2014 bis zum 4. Juli aktiv gewesen sein.

Angreifer sollen sechs Prozent des Tor-Traffics kontrolliert haben

Wenn ein Angreifer genügend Tor-Nodes betreibt, kann er Nutzer unter Umständen identifizieren. Im von Tor dokumentierten Angriff erstellten die Angreifer eine große Anzahl von Relays, die im Rotationsverfahren sowohl für den Eintritt in das Netzwerk als auch für den Austritt genutzt wurden. Zwischenzeitlich sollen die Angreifer rund 6 Prozent des gesamten Traffics von Tor geroutet haben. Daher sei es möglich gewesen, Nutzer sowohl beim Eintritt ins Netzwerk als auch beim Austritt zu beobachten - und so die echte IP-Adresse mit den vom Nutzer besuchten Seiten zu verknüpfen. Im vergangenen Jahr wurde daher spekuliert, dass hinter dem Angriff entweder ein Nationalstaat oder ein großangelegtes Forschungsprojekt steckt.

Die zweite Vermutung scheint sich jetzt zu bestätigen: Denn in den jetzt auszugsweise veröffentlichten Dokumenten heißt es, dass das FBI bei der Verhaftung von Farell auf eine externe Informationsquelle zugreifen konnte. Diese Quelle ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Cert der Carnegie-Mellon-Universität in den USA.

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Abgesagter Vortrag bringt Universität in Erklärungsnot 
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