Silicon Valley: Prozess um ehemalige Theranos-CEO Elizabeth Holmes startet

Zeitweise als weibliche Version von Steve Jobs gefeiert, beginnt im Silicon Valley nun das Ende einer (zu) fantastischen Karriere.

Artikel veröffentlicht am , Christian Hensen/ dpa
Kurz vor dem Fall: Elizabeth Holmes spricht 2015 auf dem Fortune Global Forum.
Kurz vor dem Fall: Elizabeth Holmes spricht 2015 auf dem Fortune Global Forum. (Bild: Kimberly White/Getty Images for Fortune)

Elizabeth Holmes wollte mit ihrer Bluttest-Firma Theranos die Pharma- und Gesundheitsbranche revolutionieren - doch das Versprechen entpuppte sich als großer Bluff. Nun steht die 37-Jährige wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht. An diesem Dienstag beginnt in San Jose der Prozess gegen die Ex-Starunternehmerin, die es einst als große Innovationshoffnung der Tech-Hochburg Silicon Valley auf die Titelseiten der US-Wirtschaftsblätter geschafft hatte. Bei einer Verurteilung könnten ihr bis zu 20 Jahre Haft drohen.

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Holmes hatte 2003 im Alter von nur 19 Jahren die US-Elite-Universität Stanford verlassen, um Theranos zu gründen. Das Start-up versprach, Bluttests mit einer revolutionären Technologie zu vereinfachen, bei der für Proben nur wenige Tropfen genügten. Investoren waren begeistert, zeitweise wurde Theranos mit rund neun Milliarden Dollar bewertet. Holmes war - zumindest auf dem Papier - rund 4,5 Milliarden Dollar schwer. Die Firmengründerin wurde auf Magazin-Covern und Konferenzen als erfolgreiche Self-Made-Milliardärin präsentiert.

Doch auf den steilen Aufstieg folgte der spektakuläre Absturz: 2015 löste ein Investigativbericht des Wall Street Journal erhebliche Zweifel an der Technologie von Theranos aus. Auch wenn Holmes zunächst alle Vorwürfe hartnäckig abstritt, geriet ihr Kartenhaus immer weiter ins Wanken. Eine Serie weiterer Enthüllungsartikel entlarvten die vermeintliche Erfolgsgeschichte endgültig als Schwindel. Tatsächlich funktionierten die angeblichen Innovationen von Theranos nicht, stattdessen nutzte die Firma offenbar heimlich herkömmliche Testverfahren. 2018 folgte die Anklage wegen Betrugs.

150 Millionen US-Dollar für falsche Versprechen

Die US-Strafverfolger werfen Holmes und ihrem ehemaligen Geschäftspartner, Liebhaber und Theranos' Top-Manager Ramesh "Sunny" Balwani vor, Investoren und Patienten an der Nase herumgeführt zu haben. Die Ermittler bezichtigen sie unter anderem, von Geldgebern mehr als 150 Millionen Dollar unter Vortäuschung falscher Tatsachen einkassiert zu haben. Sowohl Holmes als auch Balwani, dem Anfang 2022 der Prozess gemacht werden soll, plädieren auf nicht schuldig. Das Verfahren gegen Holmes dürfte sich über Monate hinziehen und beginnt zunächst recht unspektakulär mit Formalitäten wie der Jury-Auswahl.

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Elizabeth Holmes ist seit Jahren Stoff für spannende Dokumentationen. Angeblich habe die junge Frau absichtlich ihre Stimme verstellt, um seriöser zu wirken. Ein Beispiel findet sich in einem Video auf Youtube. Eine gute Zusammenfassung der Ereignisse rund um Theranos liefern unter anderem ColdFusion, 60 Minutes Australia und Yahoo Finance. Auch HBO bietet eine Dokumentation zum Thema (kostenpflichtig).Theranos gilt als einer der größten und bekanntesten mutmaßlichen Betrugsfälle des Silicon Valley.

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Bluejanis 03. Sep 2021

Das würde aber bedeuten, dass die anderen Laboren mit nur einem Tropfen Blut Tests...

Trockenobst 02. Sep 2021

Besser ist "living it is becoming it". Wenn du ein schüchterner Typ bist und viel...

gaym0r 02. Sep 2021

Die hat direkt nach ihrer Uni (ohne Abschluss!) mit dem Betrug angefangen, wodurch sie...

kommentar4711 02. Sep 2021

... wie viel Geld sie noch auf dem Konto oder im Schließfach liegen hat.



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