Silicon Valley of the East: Chiphersteller und Zulieferer überrennen Malaysia

Das Land ist ein Gewinner im Konflikt zwischen China und den USA, doch der Erfolg könnte zu Problemen führen.

Artikel veröffentlicht am , Matthias Wellendorf
Penang, das "Silicon Valley of the East"
Penang, das "Silicon Valley of the East" (Bild: Jeniffer, Wai Ting Tan auf Pixabay)

Im Konflikt zwischen China und den USA gibt es viele Verlierer, aber auch Gewinner: Immer mehr Chiphersteller, aber auch Zulieferer, entdecken Malaysia als Produktionsstandort – nicht ganz freiwillig, wie die Financial Times (FT) berichtet.

Bereits seit den 1970er Jahren konnte das Land große Hersteller wie Intel, AMD, Renesas (einst Hitachi) oder Keysight Technologie (zuvor Hewlett-Packard) anziehen. Die Region Penang entwickelte sich zum Silicon Valley of the East und hat sich insbesondere beim Packaging und Testen der Chips profiliert. Auch aktuell profitiert Penang: Wer weiterhin Chips in die USA exportieren will, wird durch die verhängten Sanktionen immer stärker dazu gedrängt, seine Arbeit in China einzustellen bzw. an einen anderen Standort zu verlagern.

Im vergangenen Jahr wurden laut FT Investitionen im Gesamtumfang von 12,8 Milliarden US-Dollar in Penang verzeichnet. Intel wird in den Ausbau seiner Fertigungsstätten 7 Milliarden Dollar investieren, Infineon plant 5,4 Milliarden Dollar für einen neuen Standort. Und chinesische Produzenten folgen. Zumeist als Zulieferer tätig, suchen sie nach Wegen, um an ihren etablierten Geschäftsbeziehungen festhalten zu können.

Ausweitung der US-Sanktionen auf Malaysia wegen chinesischer Hersteller?

Doch mit den neuen Investoren wachsen auch die Sorgen in der malaysischen Regierung, und das nicht nur, weil der Region die Fachkräfte ausgehen. Unter den chinesischen Neuansiedlungen sind nicht nur Zulieferer, sondern auch Chipentwickler wie Starfive Technology, führend bei Chips mit RISC-V-Architektur.

Diese könnten nicht nur als solche in den Fokus der US-Administration geraten. Tengku Zafrul Aziz, Minister für Investition, Handel und Industrie, befürchtet dem Bericht zufolge, dass die US-Behörden über das Verbot einer Zusammenarbeit von US-amerikanischen Unternehmen mit RISC-V-Projekten hinausgehen und die Embargokriterien ausweiten, so dass selbst Produkte und Zubehör aus Malaysia unter die Beschränkungen fallen könnten.

Weitere Beschränkungen würden jedoch US-amerikanischen Investitionen und damit Bemühungen des Landes im Wege stehen, Produktionen von technologisch hochwertigeren Prozessen anzulocken. Gerade in diesem Bereich scheinen Investoren jetzt schon vorsichtiger zu sein und ziehen Standorte in Indien und Vietnam vor, die allerdings neben einem höheren Fachkräftepotenzial auch umfassendere staatliche Förderungen bieten. Minister Zafrul Aziz gibt sich zwar optimistisch, doch von den für Front-End-Fertigung weltweit geplanten 80 Fertigungsstätten wird keine in Malaysia angesiedelt.

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