Silicon Valley: Facebook- und Google-Mitarbeiter warnen vor Onlinegefahren

Sie sind keine Außenseiter, sondern haben Karriere bei Firmen wie Facebook und Google gemacht: Die Mitglieder eine Gruppe namens Center for Humane Technology warnen eindringlich vor Social Media - und haben erstaunlich praktische Tipps, wie wir uns vor Sucht schützen können.

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Käufer eines neuen Smartphones in Berlin
Käufer eines neuen Smartphones in Berlin (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

In letzter Zeit gibt es immer wieder Stimmen, die vor Facebook und Google warnen. Nun hat sich eine neue Gruppe namens Center for Humane Technology formiert, die aus ehemaligen und teils sehr erfolgreichen Mitgliedern der Silicon-Valley-Community besteht. Sie warnt unter anderem, dass "Facebook uns in Echokammern einschließt", dass "Snapchat menschliche Kommunikation in ein Gewinnspiel umwandelt", dass "Instagram ein Bilderbuchleben glorifiziert" und dass "Youtube innerhalb von Sekunden das nächste Video abspielt, auch wenn uns das den Schlaf raubt".

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Vereinfacht zusammengefasst geht es darum, dass die Angebote der genannten Firmen uns mit psychologischen Tricks an sich binden, unsere Aufmerksamkeitsspanne verändern und unsere Einstellung zu anderen Menschen und zur Realität manipulieren.

Mitglieder des Center for Humane Technology sind unter anderem der tatsächlich sehr einflussreiche Investor Roger McNamee (Elevation Partners), der eine Zeit lang maßgeblich Mark Zuckerberg und Facebook beraten hat. Weitere Mitglieder sind Aza Raskin (früher Mozilla Labs) und Tristan Harris (Google).

Zusammen mit einer anderen Organisation namens Common Sense Media wollen sie mit einer großangelegten Kampagne die Öffentlichkeit suchen. Dafür stehen laut einem Bericht der New York Times rund 7 Millionen US-Dollar zur Verfügung, dazu kommen weitere 50 Millionen US-Dollar in Werbeleistung auf Plattformen wie Comcast und DirecTV. Unter anderem sollen so Studenten und Schüler an über 55.000 öffentlichen Bildungseinrichtungen erreicht werden.

Mit Graustufen und Texteingaben gegen die Sucht

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Ein paar einfach umsetzbare Empfehlungen, wie Nutzer ihre tatsächliche oder zumindest gefühlte Abhängigkeit etwa von sozialen Netzwerken besser in den Griff kriegen, hat das Center for Humane Technology auf seiner Webseite veröffentlicht. Beispielsweise würde es helfen, sein Smartphone im Graustufenmodus zu betreiben - so würde zumindest die Stimulierung des Gehirns durch die Farben beim Anschalten verhindert.

Das Starten von Apps könne man statt durch das Antippen des Symbols auch durch Eintippen des Namens erledigen, um so einen Ticken länger darüber nachdenken zu können, ob man das gerade wirklich wolle.

In den vergangene Monaten häufte sich die Kritik von Insidern an Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken. Am 21. Januar 2018 hatte etwa Apple-Chef Tim Cook laut einem Bericht des Guardian in einer Rede gesagt, dass er seinem Neffen keine sozialen Netzwerke erlaube.

Im November 2017 hatte Sean Parker - Gründer von Napster und langjähriger Manager bei Facebook - erklärt, dass Facebook seinen Mitgliedern ab und an einen Dopaminkick verpasse. Das "ändert buchstäblich euren Umgang mit der Gesellschaft und untereinander", so Parker.

Ende 2016 hatte der ehemalige Facebook-Vertriebsmanager Antonio García Martínez über seinen früheren Arbeitgeber in einem Interview gesagt: "Eigentlich ist Facebook ein Hack des Staates. Der Gemeinschaft an sich."

Anfang 2018 hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg einige Probleme eingeräumt und erklärt, dass er das Netzwerk "reparieren" wolle. Zuckerberg will die Mitglieder besser vor "Missbrauch und Hass schützen", sein Unternehmen gegen die "Einmischung von Nationalstaaten verteidigen" und "sicherstellen, dass die auf Facebook verbrachte Zeit sinnvoll verbrachte Zeit ist". Auf die weitergehende Kritik, etwa an der subtileren Manipulation der Aufmerksamkeit und den Auswirkungen auf die Gesellschaft, ging der Firmenchef nicht ein.

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