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Silence im Test: Märchenhaft schönes Adventure

Wunderbare Fantasiewelten, eine mysteriöse Story und ein knuddeliger Formwechselwurm: Daedalic legt mit Silence ein über weite Strecken innovatives und toll anzuschauendes Adventure vor - über das sich so mancher Point-and-Click-Purist dennoch ärgern dürfte.

Artikel veröffentlicht am ,
Zwei der Hauptfiguren von Silence
Zwei der Hauptfiguren von Silence (Bild: Daedalic)

Es gibt angenehmere Situationen als den Einstieg von Silence. Während eines Krieges sucht der 16-jährige Noah bei einem Fliegerangriff mit seiner kleinen Schwester Renie Zuflucht in einem Bunker. Mit Geschichten versucht er, sie zu beruhigen und zu trösten. Das funktioniert aber nur kurz, dann gibt es eine Explosion, der Bunker liegt in Trümmern und Renie ist wie vom Erdbeben verschluckt. Gleichzeitig öffnet sich ein Portal nach Silence - eine Welt, die mit ihren idyllischen Schauplätzen und grünen Naturgebieten wie ein friedliches Paradies wirkt.

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Der erste Eindruck täuscht allerdings, denn auch in Silence herrschen Krieg und Not. Finstere Kreaturen bringen Angst und Schrecken über das Land, eine böse Königin unterjocht die Bevölkerung. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen leistet Widerstand und bekommt im Spieler nun tatkräftige Unterstützung. Der darf übrigens nicht nur Noah steuern, sondern wechselt im Spielverlauf zwischen mehreren Charakteren wie Renie und dem sympathischen und knuddligen Formwechselwurm Spot hin und her. Das sind Figuren, die manchem Adventure-Freund durchaus bekannt sein dürften.

Bei Silence handelt es sich im Grunde um den zweiten Teil von The Whispered World (Test bei Golem.de). Allerdings verzichtet Entwickler Daedalic Entertainment darauf, das prominent zu platzieren, was auch durchaus Sinn ergibt. Einerseits ist Silence komplett ohne Vorkenntnisse spielbar. Auch wer Spot & Co. noch nicht kennt, findet schnell Zugang zur Geschichte. Andererseits wurde die Spielmechanik geändert: Silence ist zwar ein Adventure, aber eines, das vieles anders macht als bisherige Daedalic-Veröffentlichungen.

  • Silence (Screenshot: Golem.de)
  • Silence (Screenshot: Golem.de)
  • Silence (Screenshot: Golem.de)
  • Silence (Screenshot: Golem.de)
  • Silence (Screenshot: Golem.de)
Silence (Screenshot: Golem.de)

Das beginnt bei der Optik, die einen Mix aus 3D-Charakteren und 2D-Welten bietet und so für toll anzuschauende Umgebungen sorgt. Zudem ist die Handhabung deutlich einfacher gestrickt. Es gibt kein echtes Inventar, stattdessen werden Gegenstände einfach "rübergezogen", wenn sie kombiniert werden sollen. Multiple-Choice-Gespräche halten oft nur zwei Optionen bereit, die aber oft unter Zeitdruck auszuwählen sind.

Überhaupt hat vieles in Silence den Charakter von Minispielen. Mal müssen Steine aufgehoben und durch das Bewegen der Maus weggezogen werden, dann wieder muss durch Lenken nach rechts oder links balanciert werden. All das ist betont einfach gehalten, auch das Niveau der Rätsel ist überschaubar. Der Titel richtet sich nicht an Knobelexperten, die harte Kopfnüsse lieben, sondern will möglichst keine Unterbrechung im Spielfluss aufkommen lassen.

Das sorgt einerseits für eine sich schnell entfaltende und schön anzuschauende und übrigens auch gut zu hörende Geschichte. Andererseits gibt es aber auch ein paar Wermutstropfen. So ist Silence nach wenigen Stunden durchgespielt, wodurch viele Charaktere und ihre Beziehungen untereinander etwas zu kurz kommen. Technisch gibt es zudem ein paar Ruckler sowie auf Dauer doch etwas nervend lange und beständige Ladezeiten.

Silence ist ab dem 15. November für Windows-PC, MacOS und Linux sowie für Playstation 4 und Xbox One verfügbar. Das Spiel wird etwa 40 Euro kosten und ist von der USK ab 12 Jahren freigegeben.

Fazit

Point-&-Click-Puristen und manch Anhänger von The Whispered World wird vielleicht enttäuscht sein - Silence verzichtet zugunsten hoher Zugänglichkeit auf viele alte Adventure-Tugenden wie umfangreiches Inventar, knifflige Rätsel oder ausschweifende Multiple-Choice-Gespräche. Zudem sind der Umfang knapp und die Ladezeiten erheblich.

Trotzdem fällt es schwer, sich der Atmosphäre von Silence zu entziehen - selten sah ein Adventure besser aus oder hatte eine so bezaubernde, mit zahllosen beeindruckenden Details gefüllte Welt zu bieten, und auch die Story begeistert trotz einigem Kitsch mit vielen berührenden Momenten. Wem Inszenierung und Geschichte wichtiger sind als spielerische Herausforderungen, wird hier ein paar tolle Stunden verbringen.



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thecrew 10. Nov 2016

Irgendwie höhrt sich für mich das setting so nach Narnia an. Es ist Krieg. Man ist im...

Hotohori 09. Nov 2016

Kann die Argumentation zwar verstehen, ich neige bei Daedalic Spielen auch dazu wenn ich...

Hotohori 09. Nov 2016

+1 geht mir exakt genauso. Mich spricht es auch nicht so richtig an und ich fand den...

Hotohori 09. Nov 2016

Jo, mir geht es da ähnlich. Wir werden ja sehen wie gut es sich verkauft. Kaufe aber eh...


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