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Sila Atlantik: Positive Stimmung für Import von Wüstenstrom aus Marokko

Ein Unterseekabel soll künftig Ökostrom aus Marokko direkt nach Deutschland liefern. Das Vorhaben Sila Atlantik verspricht enorme Erträge.
/ Patrick Klapetz
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Aufnahme einer Wüstenregion in Marokko (Symbolbild) (Bild: Pixabay)
Aufnahme einer Wüstenregion in Marokko (Symbolbild) Bild: Pixabay

Die marokkanische Regierung hat sich laut dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) in einem Brief an das Bundeswirtschaftsministerium positiv zum Projekt Sila Atlantik geäußert. Das Vorhaben sieht vor, mit 15 Gigawatt (GW) Wind- und Solarkapazität in Marokko jährlich bis zu 26 Terawattstunden (TWh) grünen Strom zu erzeugen. Das deckt ungefähr fünf Prozent des Bedarfs in Deutschland.

Der Strom soll über das dann längste Unterseekabel der Welt auf einer Strecke von mit 4.800 km direkt nach Emden in Norddeutschland (Tennet-Netz) und nach Sechtem, südlich von Köln, ins Amprion-Netz eingespeist werden. Dies geschieht über zwei Kabelstränge mit jeweils 1,8 GW Leistung. Eine Einspeisung im Westen/Süden hilft zudem, das strukturelle Ungleichgewicht im deutschen Stromnetz zwischen dem windreichen Norden und dem verbrauchsintensiven Süden auszugleichen.

Absichtserklärung positiv aufgenommen

Während Photovoltaikanlagen hierzulande etwa 1.000 Volllaststunden pro Jahr erreichen, liegt der Wert in Marokko vier- bis fünfmal so hoch. Auch die Windausbeute ist in Küstennähe höher und gleichmäßiger, was die Systemkosten in Deutschland durch selteneren Einsatz teurer Ausgleichsmechanismen wie Gaskraftwerke senkt.

Auf deutscher Seite sowie auf EU-Ebene erfährt das Projekt mit der Aufnahme in den TYNDP-Netzentwicklungsplan (Ten Year Network Development Plan) Unterstützung. Es könnte den Status eines Project of Mutual Interest (PMI) bekommen und dadurch von vereinfachten und verkürzten Planungs- und Genehmigungsprozessen profitieren.

Unterstützt wird das Projekt außerdem von Energiewirtschaftskonzernen wie Eon, Uniper und Octopus Energy. Zusätzlichen Schub erhält das Vorhaben durch die geopolitische Lage und die Abkehr von fossilen Energien sowie die Unterstützung seitens des Bundeswirtschaftsministeriums.

Das 30-Milliarden-Dollar-Projekt stoße bei den Detailverhandlungen über staatliche Garantien und bidirektionalen Stromfluss jedoch auf Verzögerungen, wie die Berliner Zeitung berichtet(öffnet im neuen Fenster).


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