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Sigint 2012: "Lasst uns das Betriebssystem Gesellschaft debuggen"

In einem eindringlichen Appell an die Netzgemeinde hat Florian Walther die Themen für die diesjährige Sigint 2012 in Köln festgesteckt: Hacker müssen ihre eigene und die Freiheit der Anderen verteidigen. Außerdem braucht es eine "digitale Genfer Konvention."

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Auf der Sigint 2012 appellierten Sprecher an die Verantwortung der Hacker.
Auf der Sigint 2012 appellierten Sprecher an die Verantwortung der Hacker. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Das Internet wird die Welt verändern, sagte Florian Walther in seiner Keynote-Ansprache auf der Sigint 2012, die der Kölner Chaos Computer Club veranstaltet. Gleichzeitig bedeuteten diese Veränderungen einen Kontrollverlust für bestehende Strukturen. Deshalb hätten so viele Leute Angst davor. Das zeige sich an der aktuellen Debatte zum Urheberrecht.

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Vor 300 Jahren sollten Bibliotheken verboten werden, erklärt Walther, aus Angst, niemand würde mehr Bücher kaufen. Ähnliche Argumente hätten die Kritiker des Radios und des Fernsehens vorgebracht. Allen bisherigen Erfahrungen nach würden aber die Änderungen, die das digitale Zeitalter hervorbringe, nicht aufgehalten werden können.

Digitales in der Gesellschaft

Walther appellierte an die Hacker: "Wir wollen freien Zugang für alle, der muss auch verteidigt werden." Hacker und ihre Ethik seien inzwischen von der Mehrheit akzeptiert worden und würden beachtet. Sie könnten Systeme verstehen, sie analysieren und daraus die richtigen Schlüsse ziehen, die sich auch auf die Gesellschaft übertragen ließen.

Das müssten Hacker nutzen und sich einsetzen für "unsere Freiheit und die Freiheit anderer." Sie seien gegen Zensur, für eine offene Gesellschaft und für ein offenes Netz. "Wir sollten das Betriebssystem Gesellschaft mal richtig debuggen", sagte Walther in seiner Rede, die zeitweilig ein wenig klang wie das Parteiprogramm der Piraten.

Er rief auch dazu auf, verantwortungsvoll mit dem Hackerwissen umzugehen. Wer beispielsweise 0-Day-Exploits verkaufe, mache sich moralisch klein. Denn Cyberwaffen gäben dem Angreifer mehr Macht als dem Verteidiger und schafften damit ein Ungleichgewicht.

Zu einer digitalen Genfer Konvention

Dem Plädoyer für einen Cyberfrieden schlossen sich die Redner Sylvia Johnigk und Kai Nothdurft vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) an. Jeder, der einen Computer habe, verfüge auch über ein Angriffswerkzeug, sagte Johnigk. Staaten rüsteten weltweit im vermeintlichen Cyberkrieg auf, sei es mit der chinesischen blauen Armee oder dem deutschen Cyber-Abwehrzentrum.

"Wir brauchen eine digitale Genfer Konvention", sagte Johnigk. Angriffe auf Infrastrukturen wie Wasser- und Stromversorgung müssten als Kriegsverbrechen geahndet werden. Gleichzeitig müssten sich Staaten verpflichten, ihre Defensive aufzubauen und nicht nach neuen Angriffstechniken zu suchen, also zu einer Art digitaler Abrüstung bereit sein. Vor allem die Meinungsfreiheit dürfe nicht unter den staatlichen Cyberrüstungsbemühungen leiden, es müsse ein internationales Recht auf digitalen Ungehorsam geben. Und auch in der digitalen Welt dürften Kriege nicht aus wirtschaftlichen Interessen geführt werden.



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CrayZee 21. Mai 2012

Naja. Wohl eher eine ganze reihe fehlerhafter Module eingepflegt, seit wir das...

CrayZee 21. Mai 2012

Deine Beschwerde macht allerdings auch nur Sinn, wenn die Verbote sinnvoll sind. Sich für...

Moe479 20. Mai 2012

da gibt es solche und solche wie überall, die einen verkaufen sich meistbietend ... egal...


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