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Sigfox: Noch ein IoT-Netz unter vielen veröffentlicht

Die Spezifikationen von Sigfox sind öffentlich. Es handelt sich dabei um ein energiesparendes Funkprotokoll für IoT-Sensoren. Allerdings ist es proprietär und damit eines von vielen Funknetzen für das Internet der Dinge .
/ Oliver Nickel
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In vielen EU-Regionen befindet sich Sigfox noch im Bau (violette Farbe). (Bild: Sigfox)
In vielen EU-Regionen befindet sich Sigfox noch im Bau (violette Farbe). Bild: Sigfox

Der französische Netzbetreiber Sigfox hat die Eckdaten für sein gleichnamiges Funknetz bekanntgegeben. Die Spezifikation richtet sich an IoT-Sensoren und funkt im in Deutschland frei zugänglichen 868-Mhz-Band – mit Kanälen von 200 Kilohertz. Der Hersteller stellt seinen Standard in einem Dokument (PDF)(öffnet im neuen Fenster) bereit.

Das Protokoll überträgt Daten standardmäßig ohne Verschlüsselung und nutzt Ultra-Narrow-Band-Technik, die eine geringe Übertragungsleistung hat, allerdings dadurch nicht so viel Energie und Rechenaufwand benötigt. So soll eine Sigfox-Basisstation etwa eine Million Sensoren gleichzeitig verwalten können, was mit herkömmlichen Funknetzen wie LTE oder HSPA nicht so einfach möglich ist.

Geringer Energieverbrauch, geringe Datenübertragung

Der Kompromiss: Ein in Sigfox eingebundener Sensor kann pro Nachrichtenübertragung maximal 12 Byte an rohen Daten versenden. Daran hängt das Protokoll acht Byte für notwendige Fehlerkorrekturen, Längenindikator und Identifier an – wie es auch andere Übertragungstechniken tun. Für viele Sensoren dürften 12 Byte pro Session ausreichen, etwa um numerische Werte an Server zu senden. Ungeeignet könnte das Protokoll für hochauflösende Videoübertragung und Machine Learning sein.

Sigfox ist in der EU bisher nicht vollständig flächendeckend(öffnet im neuen Fenster) verfügbar. Gerade in Österreich und der Schweiz wird das Netz momentan noch ausgebaut. Zudem binden sich Kunden, die Sigfox für ihre Sensoren nutzen wollen, an die Cloud-Infrastruktur des Herstellers. Das System ist proprietär.

Es stellt sich die Frage, ob ein freier, sicherer Übertragungsstandard dem als ziemlich unsicher geltenden Internet der Dinge eher gut tun würde, als das nächste proprietäre Produkt neben Protokollen wie CoAP, DDS, MQTT, XMPP und anderen.


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