Abo
  • IT-Karriere:

Siemens Optische Netze: Infinera will weitere Massenentlassungen in Deutschland

Bei der früheren Siemens Optische Netze ist der neue Besitzer aus den USA dabei, auch die Arbeitsplätze in München abzubauen. Beteuerungen der Regierung, zu helfen, blieben leere Versprechungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Protest gegen die Drohung mit Komplettschließung aus den USA
Protest gegen die Drohung mit Komplettschließung aus den USA (Bild: IG Metall)

Infinera plant nach der Schließung des Produktionsstandorts in Berlin mit 400 Beschäftigten, auch am Forschungs- und Entwicklungsstandort München rund 75 Prozent der 224 Beschäftigten zu entlassen. Das gab die IG Metall bekannt. Nur ein Viertel der Belegschaft soll als Mitarbeiter des High Tech Center und als Federal Government Business Unit erhalten bleiben.

Stellenmarkt
  1. Lidl Digital, Neckarsulm, Hückelhoven, Venlo (Niederlande)
  2. ITEOS, verschiedene Standorte

Falls der Betriebsrat bis Ende September 2019 nicht einer Namensliste zustimmt, die betriebsbedingte Kündigungen erheblich erleichtert, droht das Unternehmen mit der Komplettschließung des Betriebs und damit der Kündigung aller Beschäftigten.

Der US-Konzern Infinera hatte das Berliner Werk des DWDM-Herstellers Coriant erst im vergangenen Jahr gekauft. Coriant, eine Ausgründung von Nokia Siemens Optical, ehemals Siemens Optische Netze, gehörte zuvor dem US-Finanzinvestor Oak Tree und wurde anschließend von Infinera übernommen. In dem Werk wird Dense-Wavelength-Division-Multiplexing-Technik (DWDM), ein optisches Wellenlängenmultiplex, hergestellt. Das Werk soll bereits in der dritten Augustwoche schließen. Etwa 80 Prozent des Maschinenparks soll bereits abgebaut worden sein. Dies hätte nur eine Betriebsbesetzung durch die Arbeiter, wie sie von einigen erwogen wurde, verhindern können. Infinera wird die Produktion an den thailändischen Auftragshersteller Fabrinet auslagern.

"Wir werden weiterhin Widerstand leisten und haben einen klaren Auftrag der Belegschaft", sagte Michael Rust, Betriebsratsvorsitzender bei Coriant/Infinera in München. In München sollen nur 61 Beschäftigte in einigen wenigen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und ein paar Kundenbetreuer für die Bundesregierung und andere wichtige deutsche Kunden verbleiben.

Das Berliner Werk beliefert und betreut auch die Bundeswehr und deutsche Geheimdienste. Die Anlagen sollen künftig von dem thailändischen Auftragshersteller gefertigt werden.

Beteuerungen der Regierung, die Entlassungen zu verhindern, blieben ohne Folgen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte erklärt, für Gespräche zur Rettung des Infinera-Standortes in Berlin-Spandau zur Verfügung zu stehen. Der bayerische SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn informierte sich am 7. August in München bei einem Gespräch mit dem Betriebsrat. Auf einer Betriebsversammlung erklärte er: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Beschäftigten in München bessere Angebote und Konditionen erhalten."

Doch auch bessere Abfindungen ändern nichts am Verlust der Arbeitsplätze. Nur der Kampf um jeden Arbeitsplatz im Vertrauen auf die eigene Kraft könne das verhindern, hieß es aus der Belegschaft zu Golem.de.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. mit Gaming-Monitoren, z. B. Acer ED323QURA Curved/WQHD/144 Hz für 299€ statt 379€ im...
  2. (u. a. Apple iPhone 6s Plus 32 GB für 299€ und 128 GB für 449€ - Bestpreise!)
  3. (u. a. Nikon D5600 Kit 18-55 mm + Tasche + 16 GB für 444€ statt 525€ ohne Tasche und...
  4. (heute u. a. iRobot Roomba 960 für 399€ statt ca. 460€ im Vergleich)

3ronco 12. Aug 2019 / Themenstart

"ausgeplündert aber 1.000 Jahre Kohl gewählt" ... lol, so treffend! Und wenn du Daddy...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Ikea-Symfonisk-Lautsprecher im Test

Wir haben Ikeas erste beiden Symfonisk-Lautsprecher getestet. Sie sind vollständig Sonos-kompatibel und können mit anderen Sonos-Lautsprechern verbunden werden. Klanglich liefern sie gute Ergebnisse und das zu einem niedrigeren Preis als die Modelle von Sonos direkt.

Ikea-Symfonisk-Lautsprecher im Test Video aufrufen
Whatsapp: Krankschreibung auf Knopfdruck
Whatsapp
Krankschreibung auf Knopfdruck

Ein Hamburger Gründer verkauft Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Whatsapp. Ist das rechtens? Ärztevertreter warnen vor den Folgen.
Von Miriam Apke

  1. Medizin Schadsoftware legt Krankenhäuser lahm
  2. Medizin Sicherheitslücken in Beatmungsgeräten
  3. Gesundheitsdaten Gesundheitsapps werden beliebter, trotz Datenschutzbedenken

Galaxy Note 10 im Hands on: Samsungs Stift-Smartphone kommt in zwei Größen
Galaxy Note 10 im Hands on
Samsungs Stift-Smartphone kommt in zwei Größen

Samsung hat sein neues Android-Smartphone Galaxy Note 10 präsentiert - erstmals in zwei Versionen: Die Plus-Variante hat ein größeres Display und einen größeren Akku sowie eine zusätzliche ToF-Kamera. Günstig sind sie nicht.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Werbung Samsung bewirbt Galaxy Note 10 auf seinen Smartphones
  2. Smartphone Samsung präsentiert Kamerasensor mit 108 Megapixeln
  3. Galaxy Note 10 Samsung korrigiert Falschinformation zum Edelstahlgehäuse

IT-Arbeitsmarkt: Jobgarantie gibt es nie
IT-Arbeitsmarkt
Jobgarantie gibt es nie

Deutsche Unternehmen stellen weniger ein und entlassen mehr. Es ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber Fakt ist: Die Konjunktur lässt nach, was Arbeitsplätze gefährdet. Auch die von IT-Experten, die überall gesucht werden?
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?
  2. IT-Fachkräftemangel Arbeit ohne Ende
  3. IT-Forensikerin Beweise sichern im Faradayschen Käfig

    •  /