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Siemens Mobility: Straßenbahn in Potsdam fährt erstmals selbst

Gerade ist die "weltweit erste autonom fahrende" Tram in Potsdam im regulären Schienennetz zu bewundern. Siemens Mobility hat innerhalb eines guten Jahres die Technik entwickelt. Von einem Regelbetrieb ist aber noch nicht die Rede.

Artikel von Justus Staufburg veröffentlicht am
Die erste autonome Tram fährt in Potsdam.
Die erste autonome Tram fährt in Potsdam. (Bild: Verkehr in Potsdam)

Nach selbstfahrenden Autos, Bussen, Lastwagen sowie S- und U-Bahnen kommt nun die weltweit erste Tram, die sich autonom bewegt. Dies behauptet zumindest Siemens Mobility als Hersteller und Ausrüster des entsprechenden Schienenfahrzeugs, das noch am Donnerstag und Freitag in Potsdam im Einsatz besichtigt werden kann.

Inhalt:
  1. Siemens Mobility: Straßenbahn in Potsdam fährt erstmals selbst
  2. Ein Mitfahrer kann jederzeit eingreifen

Reguläre Fahrgäste dürfen zwar nicht einsteigen, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen dies noch nicht zulassen; aber Pressevertreter und ausgewählte Fachbesucher der Verkehrstechnikmesse Innotrans im nahen Berlin konnten sich bereits bei Sonderfahrten einen Eindruck vom Betrieb der Straßenbahn verschaffen.

Der Siemens-Partner ViP Verkehrsbetrieb Potsdam hat für das Experiment einen Wagen vom Typ Combino aus dem Jahr 1996 abgestellt. Just das älteste Fahrzeug der Flotte mit der Nummer 400 soll so die Brücke zur Zukunft des Tramverkehrs schlagen. Das jetzt enthüllte Forschungs- und Entwicklungsprojekt, an dem insgesamt über 50 Personen beteiligt waren, startete laut der kommunalen Gesellschaft "unter hoher Geheimhaltung im September 2017".

Zunächst musste der Waggon innen und außen umgerüstet werden. Der Ableger des Elektronikkonzerns baute dafür über neun Kameras vorne und an den Seiten ein. Dazu kamen drei Radar- und Laser-Systeme als "digitale Augen", unter denen ein Lidar-Scanner ist. Die Sensoren und optischen Abtaster sollen sich dabei gegenseitig bestätigen in der Analyse der Außenwelt, nicht jedoch Konkurrenz machen.

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Weiterer Bestandteil des Systems ist ein noch recht klobiger Rechnerschrank, über den die einlaufenden Daten ausgewertet werden. Dabei interpretieren und bewerten nach Siemens-Darstellung komplexe Algorithmen die jeweilige Fahrsituation, prognostizieren den weiteren Verlauf und lösen erforderliche Reaktionen der Tram aus. Erfasste Objekte werden dabei auf einem Kontrollbildschirm angezeigt. Der Ausrüster spricht von Funktionen künstlicher Intelligenz, mit denen das System auf Straßenbahnlichtsignale achte, an den Haltestellen stoppe und eigenständig auf Gefahren wie kreuzende Fußgänger, Radfahrer oder Fahrzeuge eingehe.

Testfahrten in einer simulierten Umgebung

Für die digitale Kommunikation zwischen den einschlägigen Bestandteilen verlegten die Entwickler mehr als 100 Meter Kabel innerhalb des Wagens. Bevor die Beteiligten das 30 bis 40 Tonnen schwere Fahrzeug auf die Gleise setzten, testete Siemens es in einem Entwicklungslabor in Berlin-Adlershof. Dort bauten die Techniker eine Simulationswelt auf, um zu bewältigende Aufgaben vom Anfahren bis zum Bremsen in einer sicheren Umgebung auszuprobieren. Dabei sollen in Echtzeit virtuelle Umfeldbilder generiert worden sein. Anfang Mai folgten erste Fahrten auf dem ViP-Betriebshof, seit Juni im Straßenverkehr im nicht so stark befahrenen Süden Potsdams. Insgesamt hat der Hightech-Combino mittlerweile gut 3000 Kilometer zurückgelegt und dabei laut Siemens bereits einiges dazugelernt.

Ein Mitfahrer kann jederzeit eingreifen 
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chefin 21. Sep 2018

Doch, Fernverkehr Eisenbahn. Zusätzlich zu oben genannten haben sie baulich getrennte...

blaub4r 20. Sep 2018

Naja du musst auch erst mal den Kanal passieren und am Platz der Einheit vorbei. Sind...

at666 20. Sep 2018

Nur eine Linie (U2), baulich vollständig vom restlichen Verkehr getrennt. Nicht mit einer...

ibsi 20. Sep 2018

Dazu kommt noch: Umwelt Wenn die Sensoren irgendwie verdreckt sind, müssen diese auch...


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