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Siemens: "Genaues Lokalisieren mit 5G funktioniert nicht"

Bei 5G in der Industrie sei nicht alles möglich, was versucht werde, sagt ein Siemens Manager. Die Ausrüster behaupten das auch gar nicht.
/ Achim Sawall
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Cesim Demir, CTO Automotive bei Huawei, vor einem 5G SA-Core (Bild: VATM/Screenshot: Golem.de)
Cesim Demir, CTO Automotive bei Huawei, vor einem 5G SA-Core Bild: VATM/Screenshot: Golem.de

Ein sehr genaues Lokalisieren mit 5G in der Industrie funktioniert noch nicht. Das sagte Ewald Kuk, Vice President Product Management Industrial bei Siemens am 21. Januar 2021 in der Onlinekonferenz 5G Masters des Branchenverbands VATM(öffnet im neuen Fenster) (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten). "Wenn jemand behauptet, man kann mit 5G auf fünf Zentimeter genau lokalisieren, dann lügt der einfach. Das geht vielleicht im Labor mit sehr vielen Antennen, aber ich kann es nicht wirtschaftlich realisieren" , erklärte Kuk.

Es gebe hier zu viele Versprechungen. Ihm als Branchenveteran könne aber niemand etwas vormachen. Aber in der Branche behaupten 5G-Ausrüster auch nicht, dass die Technologie eine Positionierungsgenauigkeit von 5 cm habe. Die Positionierungsgenauigkeit des Standards ist eine Funktion der Carrier Bandbreite: Je höher die Bandbreite, desto genauer ist die Positionierung. Daher kann man mit Millimeterwellen-5G durchaus den Dezimeterbereich adressieren.

Im Bereich Computer Vision lässt sich mittlerweile aus dem Kamerabild eine Position ableiten. Das ist wie beim Smartphone bei der Nutzung von AR, wo die Geometrie der Linsen beziehungsweise des Chips eine Ortung ermöglicht. Das hat aber nichts mit 5G zu tun. Die Kritik von Kuk könnte einfach damit zusammenhängen, dass er Industrial Wi-Fi gegenüber 5G den Vorzug gibt.

Nach den Worten von Michael Lemke, Senior Technology Principal bei Huawei Technologies Deutschland, sind in China bereits 5G-Campusnetze in Bergwerken, Häfen, im Bildungssektor oder in Krankenhäusern realisiert.

"5G ist im Grunde gar nicht so kompliziert und unterschiedlich zu anderen Technologien" , erklärte er. Bei Campusnetzen sei es wie beim Netzaufbau üblich. Es müsse gegraben werden, Standorte müssten errichtet werden und beim Kabelverlegen müsse durch Wände gebohrt werden.


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