Siemens Energy: Siemens bereitet Trennung von Energiesparte vor

Eine außerordentliche Hauptversammlung bei Siemens soll den Weg für die Abspaltung des Energiegeschäfts freimachen. Allein soll es dem margenschwachen Bereich besser gehen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Joe Kaeser soll Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens Energy werden.
Joe Kaeser soll Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens Energy werden. (Bild: Getty Images)

Siemens geht die letzten Schritte auf dem Weg zur Trennung von seinem Energiegeschäft. Die außerordentliche Hauptversammlung am 9. Juli 2020 soll die Abspaltung und den Börsengang von Siemens Energy Ende September absegnen. Auch wenn es teilweise Kritik von Aktionären an dem Schritt gibt, gilt eine Mehrheit für die Abspaltung als sicher.

Stellenmarkt
  1. Specialist (m/w/d) Software Support 3rd Level
    Dürr Systems AG, Bietigheim-Bissingen
  2. Frontend Entwickler (m/w/d) mit Leidenschaft in Flutter
    CodeCamp:N GmbH, Nürnberg
Detailsuche

Dafür, dass Siemens das Energiegeschäft mit rund 91.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 29 Milliarden Euro abspaltet, nennt der Konzern vor allem einen Grund: Alleine könne das Energiegeschäft sich besser entwickeln und besser an Geld für Investitionen kommen. Im großen Konzernverbund ist das für das vergleichsweise margenschwache Energy-Geschäft schwieriger. Der verbleibende Siemens-Konzern wiederum will sich auf seine profitableren Geschäftsfelder wie Smart Infrastructure und Digital Industries konzentrieren.

Gute finanzielle Ausstattung

Die scheidende Tochter Energy entlässt Siemens dabei mit einer soliden finanziellen Ausstattung. Im Mai wurde die Eigenkapitalquote mit 37,8 Prozent angegeben. Die Ratingagentur S&P vergab jüngst ein solides Rating von BBB. Das ist allerdings ein gutes Stück schwächer als das A+ des Mutterkonzerns. Insgesamt ist allerdings auch von der Arbeitnehmerseite zu hören, dass die Abspaltung fair läuft.

Zu den Gegnern der Abspaltung gehört der Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG, der sie auch auf der Hauptversammlung ablehnen wird. "Wir für Siemens", ein anderer Verein von Belegschaftsaktionären, hat sich ebenfalls skeptisch geäußert, wird allerdings zustimmen.

Golem Akademie
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    26. November 2021, Virtuell
  2. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27.–28. Januar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Bei den institutionellen Investoren hat die Abspaltung Unterstützung. "Die Abspaltung ermöglicht bei der Siemens AG eine schlankere Struktur und den Fokus auf Zukunftsgeschäfte. Das ist genau das, was der Kapitalmarkt schon lange fordert", sagt Vera Diehl von Union Investment. Auch Deka Investment wird für die Abspaltung stimmen. Von dort ist aber auch Kritik zu hören: Energy müsse "unbedingt die Profitabilität steigern", sagt Winfried Mathes. Und die aktuelle Entwicklung bei Siemens zeige, "dass der Schuss einer allzu starken Fokussierung auf wenige Geschäftsbereiche in Krisenzeiten auch nach hinten losgehen kann."

Geschäftsfelder beinhalten Windkraft

Siemens Energy beinhaltet neben der alten Siemens-Sparte Power and Gas auch die 67-Prozent-Beteiligung am spanischen Windkraftunternehmen Siemens Gamesa. Derzeit ist der Sitz des Unternehmens noch in München, ob dies so bleibt, wird im Laufe des zweiten Halbjahres entschieden werden. Der Sitz soll allerdings in Deutschland bleiben.

Angesichts seiner Größe gilt Siemens Energy auch als relativ sicherer Kandidat für eine Aufnahme in den MDAX, möglicherweise könnte das Unternehmen mittelfristig sogar in den DAX aufsteigen. Dabei kommt es allerdings auf Handelsvolumen und Marktkapitalisierung an. Wie hoch die ausfallen, wird sich erst zeigen, wenn die neuen Aktien an der Börse sind. Am 25. September 2020 sollen sie an die Siemens-Aktionäre verteilt und ab dem 28. September gehandelt werden. Siemens und sein Pensionsfonds werden anfangs noch 45 Prozent an Energy halten, binnen 12 bis 18 Monaten soll dieser Anteil aber deutlich sinken. Erster Aufsichtsratsvorsitzender soll der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


bofhl 10. Jul 2020

Das ist aber nur ein winziger Teil was Samsung alles macht: * Lebensversicherungen...

Anonymer Nutzer 09. Jul 2020

Naja Siemens ist immernoch extrem breit aufgestellt. Wie habt ihr denn abgestimmt bei der...

Baumpaul 09. Jul 2020

Antriebstechnik (Motoren, Umrichter, Generatoren, Getriebe, ...) Automatisierungssysteme...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Staatstrojaner
Journalist der New York Times mit Pegasus gehackt

Nach mehreren Versuchen wurde ein Journalist der New York Times mit dem NSO-Trojaner Pegasus infiziert. Schützen konnte er sich nicht.

Staatstrojaner: Journalist der New York Times mit Pegasus gehackt
Artikel
  1. Dance Pedelec Abo: Das E-Bike für 80 Euro (im Monat)
    Dance Pedelec Abo
    Das E-Bike für 80 Euro (im Monat)

    Flexible Laufzeit, voller Service und ein schnörkellos praktisches Pedelec - damit wirbt Dance in Berlin um E-Bike-Abonnenten. Wir haben Dienst und Rad getestet.
    Ein Test von Martin Wolf

  2. Wikimedia Enterprise: Die Wikipedia bekommt ein kommerzielles Angebot
    Wikimedia Enterprise
    Die Wikipedia bekommt ein kommerzielles Angebot

    Kacheln in Suchmaschinen oder Sprachassistenten nutzen im großen Stil die Wikipedia. Dafür gibt es nun eine API, SLAs und Support.

  3. Satechi: USB-C-Hub integriert eine externe SSD gleich mit
    Satechi
    USB-C-Hub integriert eine externe SSD gleich mit

    Der Hybrid Multiport Adapter kann per USB-C ein Notebook aufladen und weitere Geräte verbinden. Außerdem ist Platz für eine M.2-SSD.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Speicherprodukte von Sandisk & WD zu Bestpreisen (u. a. Sandisk SSD Plus 2TB 140,99€) • Nintendo Switch OLED Weiß 364,60€ • Epos H3 Hybrid Gaming-Headset 144€ • Apple MacBook Pro 2021 jetzt erhältlich ab 2.249€ • EA-Spiele für alle Plattformen günstiger • Samsung 55" QLED 699€ [Werbung]
    •  /