5G, Cloud, IoT: Schlüsseltechnologien für Siemens

Golem.de: Siemens soll immer stärker zur digitalen Plattform werden - welche Schlüsseltechnologien sind dafür wichtig?

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Körte: Unser Anspruch ist es tatsächlich, mit unserem industriellen Know-how die digitale und die physikalische Welt miteinander zu verbinden. Dies erfordert zum einen digitale Basis-Technologien wie Cloud-Infrastrukturen oder Kommunikationstechnologien wie 5G. Diese sind ausdrücklich nicht unser Fokus, stattdessen bedienen wir uns bei entsprechenden Anbietern beziehungsweise nutzen einfach die marktüblichen Standards.

Unser Mehrwert liegt in der Nutzung und Optimierung dieser digitalen Technologien für industrielle Anwendungen. Wir können beispielsweise auf unserer Railigent-Plattform sehr genau Sensordaten aus Zügen erfassen und exakte Aussagen über den Betriebszustand der einzelnen Züge treffen - auch weil wir diese Züge selbst gebaut haben und sie bis ins Detail verstehen. Darin liegt unser Mehrwert: in dem Erzeugen digitaler Zwillinge von realen industriellen Gewerken, um Letztere entlang.

Mit unseren IoT-Anwendungen haben wir zum Beispiel schon rund 100.000 Gebäude und über 10.000 Züge digital erschlossen und wir sehen noch viel mehr Potenzial. Die Digitalisierung der industriellen Domänen steht immer noch am Anfang, obwohl heute schon mehr Geräte als Menschen an das Internet angeschlossen sind.

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Golem.de: Stichwort IoT: Was möchten Sie als CTO in diesem Bereich verändern, damit IoT vom Hype-Begriff zu etwas Substantiellem wird?

Körte: Es ist nichts Ungewöhnliches, dass Technologie-Entwicklungen dem sogenannten Hype Cycle folgen. Was ich dabei gelernt habe: zum einen Geduld zu haben und zum anderen, sich nicht beirren zu lassen, denn nach dem Hype folgt immer die Phase der produktiven Nutzung neuer Technologien.

Der Großteil der heute benutzten industriellen Maschinen wurde noch gar nicht für die moderne Datengenerierung gebaut. Der Anteil der digital erschließbaren Maschinen wird jedoch um etwa 20 Prozent pro Jahr wachsen, und wir sind hier eine der treibenden Kräfte.

Golem.de: Siemens hat zahlreiche Software-Unternehmen wie Mentor Graphics akquiriert. Wie entscheiden Sie, ob Sie Software kaufen oder Ihre eigene mit Ihren Startups intern entwickeln?

Körte: Wir brauchen schon wirklich gute Gründe, um eine am Markt verfügbare Software-Lösung selbst zu schreiben, anstatt die verfügbare Software einfach zu verwenden. Das gilt vor allem, aber nicht nur, für den wachsenden Bestand an Open-Source-Software, die bei den meisten SW-Produkten von Siemens bereits einen signifikanten Anteil ausmacht. Wer solche Software nicht nutzt, ist in der Regel mit seinen eigenen Entwicklungen zu teuer und typischerweise auch viel zu spät am Markt. Das Entwickeln eigener Software ist nur dann sinnvoll, wenn wir uns damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal am Markt erarbeiten können, zum Beispiel bei industrienahen vortrainierten Algorithmen.

Golem.de: Befassen Sie sich bei Siemens mit Fragen zur Code-Ethik? Vor allem in Hinblick auf AI, Datenbasis und Vorurteile?

Körte: Wir beschäftigen uns sehr stark mit der Frage der vertrauenswürdigen KI: Wie können wir einen intelligenten Algorithmus robust, sicher und vertrauenswürdig machen? Dazu gehört zum Beispiel, dass ein Algorithmus nicht nur einfach Ergebnisse produziert, sondern auch über die Belastbarkeit dieser Ergebnisse informiert. Denken Sie daran, dass die Produkte von Siemens die digitale mit der physikalischen Welt verbinden. Wenn wir nun AI mit einer Maschine koppeln, so darf diese neue Technologie auf gar keinen Fall zu Fehlfunktionen führen, die im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden. Von daher ist dies ein wichtiger Fokus in unseren Forschungsarbeiten.

Golem.de: Welche Cloud-Strategie sehen Sie als zukunftsweisend an?

Körte: Wir wollen unseren Kunden die Freiheit lassen, welche Cloud-Strategie sie verfolgen, weshalb wir unsere Angebote Cloud-agnostisch machen. Dies bedeutet, dass wir mit allen großen Cloud-Anbietern Partnerschaften haben, um unsere Angebote mit diesen zu verbinden.

Golem.de: Wie schwierig ist es, Ressourcen als CTO zu erkämpfen?

Körte: Im Prinzip ist das nicht so schwierig, wenn wir unsere Kunden im Kopf behalten. Solange wir glaubhaft erläutern können, wie Investitionen in neue Technologien sich später in Mehrwert für unsere Kunden und entsprechende Zahlungsbereitschaft übersetzen, ist die Bereitstellung von Mitteln und Ressourcen gerade in einem Technologiekonzern wie Siemens unproblematisch. Diskussionen ausschließlich um Ressourcen sind in meiner Erfahrung wenig zielführend, mir müssen über Technology with Purpose reden.

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 Der deutsche Umgang mit neuen Technologien ist manchmal kurios''Der IT-Fachkräftemangel ist sehr real'' 
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