Der deutsche Umgang mit neuen Technologien ist manchmal kurios

Golem.de: Wie macht sich Deutschland aus Ihrer Sicht bei technischen Innovationen?

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Körte: Wie wir an neue Technologien herangehen, ist schon manchmal kurios, das ist nirgends so prominent wie bei der künstlichen Intelligenz. In meinen fast zehn Jahren in den USA haben wir das Potenzial und die Chancen diskutiert, die daraus entstehen. Zurück in Deutschland war die erste Frage die nach der rechtlichen Regulierung.

Golem.de: Sind die relativ strengen Datenschutzgesetze der EU eher ein Fluch oder ein Segen für deutsche IT-Unternehmen?

Körte: Es ist eine Mischung. Einerseits hat sich die Datenschutzgrundverordnung international einen guten Ruf erarbeitet und gilt als Vorbild für vergleichbare Regelwerke in anderen Ländern. Daraus kann für Europa durchaus ein Wettbewerbsvorteil erwachsen, weil wir der Trendsetter sind.

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Richtig ist aber auch, dass die Datenschutzgesetze ein komplexes Regelwerk sind, dessen bewusste oder unbewusste Verletzung für Unternehmen mit sehr hohen Strafen einhergehen kann. Dies ist für viele Unternehmen ein Grund, die fantastischen Möglichkeiten der Datenanalyse nicht oder nur eingeschränkt zu nutzen. Hier brauchen wir unkomplizierte Möglichkeiten, in regulatorischen Grauzonen in Zusammenarbeit mit dem Regulator Experimentierräume zu schaffen oder auch nur einfach Unternehmen in ihren Innovationsprojekten ex ante Rechtssicherheit zu geben.

Golem.de: Welche sind die größeren Herausforderungen bei der IT-Sicherheit in Deutschland?

Körte: Trotz starker existierender Barrieren fehlen bis heute verbindliche Basiskriterien für Cybersicherheit, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette greifen. Aus diesem Grund haben im Februar 2018 Siemens, die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) und weitere Partner aus Politik und Wirtschaft eine Charta of Trust ins Leben zu gerufen.

Eines der Ziele ist es, allgemeine Mindeststandards für Cybersicherheit zu etablieren, die sich am Stand der Technik orientieren. Auch wenn die Politik hierbei eine Führungsrolle einnehmen muss, werden die Standards aber die Unternehmen entwickeln und umsetzen, die an vorderster Front die Zukunft des Cyberspace sehen und gestalten. Golem.de: Was würden Sie sagen - woran scheitern hierzulande die meisten IT-Projekte?

Körte: Das geht meistens schon mit dem Namen los: IT-Projekt. Die meisten IT-Projekte, die ich kenne, zumindest die großen, waren im eigentlichen Sinne keine IT-Projekte, sondern Geschäftsprojekte, bei denen mit Hilfe der IT die Prozesse neu definiert und gelebt werden.

Hinzu kommt, dass viele dieser Projekte noch einem sehr klassischen Ansatz folgen. Das heißt, sie dauern typischerweise Jahre, verschlingen hohe Budgets, und haben eine Art Denkmalenthüllung zum Ziel, also das Go-Live des gesamten Systems. Das birgt das hohe Risiko, dass sich in dieser Zeit die Welt weitergedreht hat und das entwickelte System unter neuen Rahmenbedingungen nicht mehr zielführend ist.

Sinnvoller ist eine schrittweise Inbetriebnahme, bei der Grundfunktionen dem Nutzer von Anfang an zur Verfügung gestellt werden und danach der Funktionenraum schrittweise erweitert wird. So können Nutzererfahrungen von Beginn an gesammelt und in die Entwicklung zurückgespielt werden.

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