• IT-Karriere:
  • Services:

Welche Technologien besonders wichtig werden

Golem.de: Sie haben sich jahrelang mit Digital Health beschäftigt. Gehört das zu den Themen, die in naher Zukunft besonders wichtig sein werden?

Stellenmarkt
  1. WILO SE, Dortmund
  2. Rems-Murr-Kliniken gGmbH, Winnenden

Körte: Das Potenzial wird sich erst in den nächsten Jahren voll entfalten. Die schnelle Entwicklung eines Corona-Impfstoffes durch die mRNA-Technologie ist ein aktueller Beweis dafür, aber das ist erst der Anfang vieler sehr wirksamer neuer Behandlungsmethoden. Die Biotechnologie wird auch viele klassische Prozesse in der chemischen Industrie ersetzen oder verbessern und wahrscheinlich auch die Lebensmittelindustrie stark verändern - etwa in der biotechnologischen Herstellung von Fleisch.

Golem.de: In welchem Bereich von Digital Health sehen Sie Verbesserungsbedarf für die Patienten?

Körte: Eine Menschheitsplage, zu deren Heilung unsere Tochterfirma Siemens Healthineers einen entscheidenden Beitrag leisten kann, sind Krebserkrankungen. Wir sind dazu bereits auf einem guten Weg mit zahlreichen technologischen Entwicklungen wie die Zulassung der ersten KI-Anwendung zur Befundung einer Computertomographie des Brustkorbs. Darauf bin ich sehr stolz. Es ist mir ein persönliches Anliegen, hier in absehbarer Zeit entscheidend weiterzukommen, und mit der Akquisition von Varian, dem Marktführer für Krebsbehandlung, haben wir einen weiteren Schritt in diese Richtung getan.

Golem.de: Gibt es Technologien, die der breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind, aber in den nächsten paar Jahren bedeutend sein werden?

Körte: Ich denke nicht, dass wir in zwei bis vier Jahren völlig neue Technologien im Markt sehen werden, die der breiten Öffentlichkeit heute noch gar nicht bekannt sind. Im Gegenteil: Technologien wie das Quantencomputing werden ja bereits in einem sehr frühen Reifegrad in der Öffentlichkeit diskutiert.

Es sind vermutlich vor allem neue Anwendungen bestehender Technologien, die heute noch weitestgehend im Verborgenen entwickelt werden. Wer weiß - vielleicht haben wir in wenigen Jahren deutlich bessere Möglichkeiten, den CO2-Abdruck detailliert zu erfassen und damit Ansatzpunkte, diesen zu senken.

"Die Innovationszyklen nehmen zu"

Golem.de: Wir haben also kein technisches Plateau erreicht, wie manche Medien behaupten?

Körte: Im Gegenteil! Solche Aussagen machen sich natürlich gut für Überschriften, aber ich kann das nicht beobachten - weder bei uns noch insgesamt. Tatsächlich nehmen Innovationszyklen in ihrer Geschwindigkeit zu, so dass die Zukunft im Vergleich zur Vergangenheit eher mehr als weniger Veränderung bringen wird. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis das klassische Telefon oder der Fernsehapparat in der Masse der Haushalte angekommen war. Das moderne Smartphone hat das in unter zehn Jahren geschafft, und viele Anwendungen brauchen dafür nur noch Monate oder Wochen. Und mit CRISPR-CAS9, dem Quantencomputing et cetera haben wir neue Technologien in unserem Arsenal, deren Potenziale wir heute nur erahnen können.

Golem.de: Gibt es auch gehypte Technologien, die in den kommenden Jahren wieder verschwinden werden?

Körte: Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Generell verschwinden neue Technologien selten wieder komplett in der Versenkung. Es gibt hingegen häufig unrealistische Erwartungshaltungen bezüglich der Dauer bis zur Marktreife und der Breite der Anwendung.

Nehmen Sie das Thema Quantum Computing. Es steht schon seit ein paar Jahren im Raum, aber für die breite Masse der Anwendungen wird es auf absehbare Zeit keine Bedeutung haben. In bestimmten Nischen macht Quanten-Computing bereits heute spürbare Fortschritte, so dass man dort sicher vermehrt darauf zurückgreifen wird. Dies ist ein bekanntes Muster: Neue Technologien entwickeln sich fast immer erst in einer Nische, in welcher die Performance wichtiger ist als die Kosten. Erst dann erfolgt der Sprung in ein breiteres Anwendungsfeld.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Siemens-CTO Körte: "Wir haben immer mehr Ideen, als wir umsetzen können"Der deutsche Umgang mit neuen Technologien ist manchmal kurios 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 889€ + 6,99€ Versand (Vergleichspreis 947,99€ inkl. Versand)
  2. 189,99€
  3. (u. a. Sandisk Ultra 3D 2TB SATA-SSD für 159,00€, LG OLED65CX9LA für 1.839,00€, Trust Trino...
  4. (Spring Sale u. a. Anno 1800 für 26,99€, Middle-earth: Shadow of War für 6,80€ und Dying...

Trollversteher 23. Mär 2021 / Themenstart

Das witzige daran ist aber, das *exakt* dieses deutsche "Bedenkenträgertum" und die...

Trollversteher 23. Mär 2021 / Themenstart

Schon zu der Zeit, als ich noch dort arbeitete. Ich weiß nicht mehr, welcher damalige...

Jolla 22. Mär 2021 / Themenstart

Ich hab nach der zweiten Antwort aufgehört zu lesen.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Gaming auf dem Chromebook ausprobiert

Wir haben uns Spielestreaming und natives Gaming auf dem Chromebook angesehen.

Gaming auf dem Chromebook ausprobiert Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /