Sicherheitsvorfall: Varta hält nach Cyberangriff Produktion an

Der im baden-württembergischen Ellwangen ansässige Batteriekonzern Varta ist am Montag Ziel eines Cyberangriffs geworden, woraufhin das Unternehmen seine Produktion vorerst vollständig angehalten hat. Betroffen seien alle fünf Produktionsbetriebe sowie die Verwaltung, erklärt Varta in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung (PDF)(öffnet im neuen Fenster) .
Neben den deutschen Standorten Ellwangen, Nördlingen und Dischingen produziert das Unternehmen auch in Rumänien und Indonesien und beschäftigt insgesamt mehr als 4.000 Mitarbeiter.
Der Angriff habe auf Teile der IT-Systeme der Varta Gruppe abgezielt und sei in der Nacht vom 12. Februar 2024 erfolgt, erklärt der Konzern. Die Systeme seien aus Sicherheitsgründen vorübergehend abgeschaltet und vom Internet getrennt worden. Damit einhergehend habe der Batteriehersteller seine Produktion heruntergefahren.
Der tatsächliche Umfang des Schadens könne derzeit noch nicht benannt werden, heißt es. Aktuell sei das Unternehmen dabei, seine IT-Systeme sowie das Ausmaß des Vorfalls zu untersuchen. "Dabei wird mit höchster Sorgfalt auf die Datenintegrität geachtet" , betont der Konzern.
Viele Fragen bleiben noch offen
Zur Art des Angriffs macht Varta bisher keine Angaben. Denkbar ist, dass es sich um eine Ransomware-Attacke handelt, wenngleich bisher noch keinerlei Informationen bezüglich einer möglichen Lösegeldforderung vorliegen. Ebenso ist bisher noch unbekannt, wer hinter dem Cyberangriff steckt und wie sich der Angreifer einen Zugriff auf die IT-Systeme des Batterieherstellers verschaffen konnte.
Varta betont, gemäß dem für solche Situationen vorgesehenen Notfallplan umgehend erforderliche Maßnahmen eingeleitet zu haben. Eine sofort eingerichtete Task-Force arbeite gemeinsam mit Datenforensikern und einem Team von Cybersecurity-Experten daran, den Normalbetrieb möglichst zeitnah wiederherzustellen und den Vorfall aufzuarbeiten.
In den vergangenen Monaten wurden viele namhafte Organisationen Ziele folgenschwerer Cyberangriffe. Zuletzt hatte es etwa den Fahrzeughersteller Hyundai Motor Europe , den Fernwartungssoftware-Anbieter Anydesk sowie den Elektrotechnikkonzern Schneider Electric erwischt. Die Lösegeldzahlungen an Ransomware-Hacker erreichten im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch .



