Abo
  • Services:

Sicherheitsupdates: Zahlreiche Installer für DLL-Hijacking anfällig

Oracle hat ein außerplanmäßiges Security-Advisory veröffentlicht, das eine Schwachstelle im Java-Installationsprogramm für Windows beschreibt. Auch zahlreiche weitere Installer sind betroffen. Ein erfolgreicher Exploit ist recht aufwendig, hat aber potenziell weitreichende Folgen.

Artikel veröffentlicht am ,
Einige Versionen des Java-Installationsprogramms sind verwundbar.
Einige Versionen des Java-Installationsprogramms sind verwundbar. (Bild: Screenshot Golem.de)

Oracle schließt mit einem außerplanmäßigen Update eine Sicherheitslücke in Java JRE beziehungsweise dem Java JDK, über die Angreifer während des Installationsprozesses die Kontrolle über einen Rechner übernehmen können. Betroffen sind die Versionen 6, Update 111 sowie Version 7, Update 95 und JRE 8, Update 71 und 72, jeweils in der Version für Windows. Der Java SE Advanced Enterprise Installer soll nicht von der Sicherheitslücke betroffen sein, dafür aber zahlreiche weitere Programme wie VLC, iTunes und Truecrypt.

Stellenmarkt
  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn
  2. WEGMANN automotive GmbH & Co. KG, Veitshöchheim

Die Schwachstelle kann nur während des Installationsprozesses ausgenutzt werden, ein erfolgreicher Angriff ist aber ohnehin relativ aufwendig durchzuführen. Denn der Exploit gelingt nur, wenn ein Angreifer den Nutzer zuvor auf eine speziell präparierte Webseite lockt und ihn überzeugt, verschiedene Dateien herunterzuladen. Details zu dieser Infektion nennt Oracle nicht. Sind die Voraussetzungen erfüllt, soll das System eines Nutzers komplett übernommen werden können. Dazu schieben die Angreifer dem Programm eine manipulierte DLL-Datei unter.

Nutzer sollen alte Installationsdateien wegschmeißen

Nutzer mit bestehenden Installationen müssen nach Angaben von Oracle nichts tun - weil der Fehler eben nur während der Installation ausgenutzt werden kann. Daher sollten nur möglicherweise vorhandene Installationsdateien entsorgt werden, um sich bei einer Neuinstallation nicht versehentlich zu infizieren. Über derzeit aktive Exploits ist nichts bekannt.

Die Schwachstelle hat die CVE-Signatur CVE-2016-0603. Die Lücke wird nicht als kritisch eingestuft - der CVSS-Base-Score (Common Vulnerability Scoring System) beträgt 7,6/10. Der nächste reguläre Patchday von Oracle ist der 19. April 2016.

Nachtrag vom 9. Februar 2016, 10:35 Uhr

Auch die Installationsprogramme zahlreicher weiterer populärer Programme weisen die gleiche Sicherheitslücke auf. Tatsächlich sind auch VLC, Winrar, Adobe, 7Zip, Google Chrome, Truecrypt und iTunes verwundbar. Auch einige Sicherheitsprogramme wie Zonealarm, Emsisoft, Eset Nod 32, Microsoft Security Essentials und Kaspersky sollen anfällig sein. Diese Liste ist nicht vollständig, eine Liste mit zahlreichen Bug-Reports findet sich hier. Der Hacker Stefan Kanthak hatte die Schwachstellen in zahlreichen Tests aufgedeckt. Er sagte zu Softpedia: "Mittlerweile haben die meisten von mir kontaktierten Hersteller die Sicherheitslücken gepatcht."

Die Sicherheitsfirma Fireeye hatte bereits im Jahr 2014 auf die Gefahren von DLL-Hijacking aufmerksam gemacht [Bericht als PDF].



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Vive Pro vorbestellbar
  2. 127,75€ + Versand

IT-pr0fi 11. Feb 2016

Hinzu kommt der Installer, der als Standard die Ask Toolbar installieren wollte. Ich...

geeky 10. Feb 2016

Ich hab mal fix mit VS2015 eine einfache Setup.exe (ohne CRT) erstellt, die nur eine...

tingelchen 09. Feb 2016

Dann schmeiß ich Java lieber komplett runter :D

ww 09. Feb 2016

Interessante Vermutung von Dir, aber ich sprach hier über Java Applets und nicht über den...

b10111 09. Feb 2016

win10 - chrome/edge/ie - update heute - ask toolbar war nicht mehr dabei ob das auf...


Folgen Sie uns
       


Wir fahren den Jaguar I-Pace - Bericht (Genf 2018)

Wir sind den Jaguar I-Pace in Genf probegefahren und konnten ihn trotz nassem Wetter nicht aus der Spur bringen.

Wir fahren den Jaguar I-Pace - Bericht (Genf 2018) Video aufrufen
Klimaschutz: Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben
Klimaschutz
Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben

Die Kohlendioxid-Emissionen steigen und steigen. Die auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarten Ziele sind so kaum zu schaffen. Fachleute fordern daher den Einsatz von Techniken, die Kohlendioxid in Kraftwerken abscheiden oder sogar aus der Luft filtern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test: Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit
NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test
Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit

Unter dem leuchtenden Schädel steckt der bisher schnellste NUC: Der buchgroße Hades Canyon kombiniert einen Intel-Quadcore mit AMDs Vega-GPU und strotzt förmlich vor Anschlüssen. Obendrein ist er recht leise und eignet sich für VR - selten hat uns ein System so gut gefallen.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Crimson Canyon Intel plant weiteren Mini-PC mit Radeon-Grafik
  2. NUC7CJYS und NUC7PJYH Intel bringt Atom-betriebene Mini-PCs
  3. NUC8 Intels Mini-PC hat mächtig viel Leistung

Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

    •  /