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Sicherheitssysteme ausgefallen: Diebe erbeuten nach Cyberangriff historisches Gold

Das staatliche Naturkundemuseum in Paris wurde nach einem Cyberangriff um mehrere Goldobjekte erleichtert. Eines davon war so groß wie ein Fußball.
/ Marc Stöckel
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Goldstücke verschiedener Größen (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / istara)
Goldstücke verschiedener Größen (Symbolbild) Bild: pixabay.com / istara

Dem Pariser Naturkundemuseum Muséum national d'histoire naturelle sind offenbar nach einem Ransomwareangriff mehrere Kilogramm Gold gestohlen worden. Wie The Register unter Verweis auf französische Medien berichtet(öffnet im neuen Fenster) , war der Diebstahl möglich, weil durch den Cyberangriff unter anderem die Alarmanlage ausgefallen war. Die Diebe konnten daher unbemerkt in das Museum eindringen und Goldobjekte von "unschätzbarem Wert" stehlen.

Den Zutritt verschafften sich die Einbrecher laut einem Bericht der Pariser Tageszeitung Le Parisien(öffnet im neuen Fenster) , indem sie mit einem Trennschleifer gewaltsam einen Notausgang öffneten. Das Werkzeug soll bei der Entdeckung des Einbruchs noch im Treppenhaus des Museums gelegen haben.

Anschließend sollen die Diebe in eine Galerie für Geologie und Mineralogie vorgedrungen sein und dort mit einem Schweißbrenner eine gepanzerte Vitrine geöffnet haben. Darin waren laut Bericht mehrere teils Jahrhunderte alte Goldproben mit einem Gesamtgewicht von sechs Kilogramm enthalten.

Die Einbrecher sollen das gesamte Gold mitgenommen haben. Gemessen am Rohgoldpreis geht es um einen Gesamtwert von rund 600.000 Euro, der kulturelle Wert soll aber noch weitaus höher liegen. Laut dem stellvertretenden Generaldirektor des Museums umfasste die Beute ein vor zwanzig Jahren erworbenes und "sehr begehrtes" fünf Kilogramm schweres Goldobjekt in der Größe eines Fußballs.

Wiederbeschaffung unwahrscheinlich

Im Juli war das betroffene Museum Ziel einer Cyberattacke geworden. Die Pariser Polizei geht laut Le Parisien davon aus, dass die Diebe wussten, dass dadurch sowohl die Alarmanlage als auch die Videoüberwachung ausgefallen waren. Das Museum sah sich durch den Cyberangriff wohl schon zuvor gezwungen, eine wichtige Ausstellung abzusagen.

Der Diebstahl des Goldes wurde den Angaben nach am Dienstagmorgen von einer Reinigungskraft bemerkt. Die betroffene Galerie für Geologie und Mineralogie soll aufgrund der laufenden Ermittlungen vorerst geschlossen bleiben, wie auch eine Meldung auf der Webseite des Museums(öffnet im neuen Fenster) bestätigt.

In Zukunft soll die Überwachung des Naturkundemuseums zudem ausgebaut werden, um vergleichbare Vorfälle zu verhindern. Man geht davon aus, dass die Diebe das Gold bereits eingeschmolzen haben, so dass eine Wiederbeschaffung der gestohlenen Objekte in unversehrtem Zustand ausgeschlossen sein dürfte.


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