Sicherheitsrisiko: USA verbieten vernetzte Fahrzeuge aus China und Russland

Die US-Regierung unter Joe Biden hat kurz vor der Machtübergabe an Donald Trump noch weitreichende Vorgaben zum Import elektronischer Fahrzeugkomponenten erlassen. "China versucht, die Zukunft der Autoindustrie zu dominieren, aber vernetzte Fahrzeuge mit Software- und Hardwaresystemen, die mit ausländischen Gegnern verbunden sind, könnten die amerikanische Bevölkerung dem Risiko des Missbrauchs ihrer sensiblen Daten oder der Beeinflussung durch böswillige Akteure aussetzen" , sagte die nationale Wirtschaftsberaterin Lael Brainard am 14. Januar 2025(öffnet im neuen Fenster) und fügte hinzu: "Die heutige Regelung verbietet den Einsatz chinesischer und russischer Soft- und Hardware in vernetzten Fahrzeugen auf amerikanischen Straßen, um die Verbraucher zu schützen und die Sicherheit der amerikanischen Automobilindustrie zu stärken."
Die US-Regierung hatte ihre Pläne im September 2025 erläutert . Das Weiße Haus bestätigte nun die Regelung(öffnet im neuen Fenster) , wonach vom Modelljahr 2027 an Fahrzeuge, die mit bestimmten Softwarekomponenten ausgestattet sind, in den USA verboten werden. Für Hardware ist ein Verbot vom Modelljahr 2030 an vorgesehen.
Soft- und Hardware verboten
Konkret betroffen sind zum einen Systeme zur Fahrzeugvernetzung über Bluetooth-, Mobilfunk-, Satelliten- und WLAN-Module, zum anderen Assistenzsysteme zum autonomen und automatisierten Fahren. Aber auch vernetzte Fahrzeuge sind vom Verkaufsverbot vom Modelljahr 2027 an betroffen, wenn sich die entsprechenden Unternehmen "im Besitz von China oder Russland befinden, von ihnen kontrolliert werden oder der Rechtsprechung oder Weisung Chinas oder Russlands unterliegen" . Das gilt auch dann, wenn diese Fahrzeuge in den USA hergestellt wurden.
Die 213-seitige Regelung(öffnet im neuen Fenster) (PDF) sieht jedoch eine Ausnahme von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 4,5 Tonnen vor. US-Medien zufolge(öffnet im neuen Fenster) würde dies beispielsweise dem chinesischen Hersteller BYD erlauben, auch in Zukunft elektrische Busse in Kalifornien zu produzieren.
Polestar und Waymo betroffen
Betroffen wäre jedoch der E-Auto-Hersteller Polestar, der zum chinesischen Konzern Geely gehört. In einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) (PDF) schrieb das Unternehmen im Oktober 2024, dass die Regelung es Polestar "tatsächlich verbieten würde, Fahrzeuge in den USA zu verkaufen, darunter auch die in South Carolina produzierten" . Dieser Produktionsstandort ist für Polestar wichtig, weil damit nicht nur die Sonderzölle von 100 Prozent in den USA vermieden werden. Auch die neuen EU-Strafzölle für E-Autos aus chinesischer Produktion würden umgangen.
Betroffen von der Regelung wäre auch die Google-Schwesterfirma Waymo, die ihre autonomen Autos künftig auf der Basis von Zeekr-Modellen produzieren will .
Europäische Hersteller warnen vor Lieferproblemen
Die Vereinigung europäischer Fahrzeughersteller (Acea) warnte in ihrer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) vor den Problemen, die ein Verzicht auf chinesische Komponenten bedeuten würde. "Der Ersatz bestimmter Technologien ist ein komplexer Prozess, insbesondere wenn man die potenziellen Auswirkungen auf die Fahrzeugsicherheit berücksichtigt" , hieß es.
China sei führend bei der Entwicklung bestimmter Techniken, für die es außerhalb der von den USA als feindlich deklarierten Staaten ( 15 CFR 7.4(öffnet im neuen Fenster) ) keine gleichwertigen Optionen zu geben scheine. "Eine solche Technologieentwicklung könnte Jahre brauchen, um den bestehenden Marktstandard zu erreichen" , warnt der Verband, dem auch die Volkswagen-Gruppe, BMW und Mercedes-Benz angehören.



